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Sprunghafter Anstieg der Masernerkrankungen in Dresden – 17 neue Fälle

Sprunghafter Anstieg der Masernerkrankungen in Dresden – 17 neue Fälle

Innerhalb von zwei Wochen ist die Zahl der Maserninfektionen in Dresden sprunghaft angestiegen. Wie das Dresdner Gesundheitsamt am Mittwoch mitteilte, sind aktuell 17 Kinder und Jugendliche an Masern erkrankt.

„Das sind mehr gemeldete Infektionen als in den letzten vier Jahren zusammen“, so Amtsarzt Jens Heimann. Dieses Jahr gab es bereits 22 Fälle – im ganzen Jahr 2014 war es nur ein einziger. Die Zahl der Erkrankten sei aber noch nicht besorgniserregend.

Alle aktuell Erkrankten waren nach Angaben von Marco Fiedler, Referent von Sozialbürgermeister Seidel (parteilos), nicht geimpft. Ein Zusammenhang mit Migrationsbewegungen schließt das Gesundheitsamtes aus. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind zwischen zwei und 18 Jahre alt. Nur ein Teil der Erkrankten habe sich nach Angaben der Stadt in einer gemeinsamen Einrichtung infiziert. Aus Datenschutzgründen machte das Rathaus keine Aussagen darüber, welche Einrichtungen betroffen sind. Das Gesundheitsamt sei vor Ort und überprüft sämtliche Kontaktmöglichkeiten. Von einer Gefährdung für die Allgemeinheit geht es aktuell nicht aus. Aus diesem Grund sei aus medizinischer Sicht eine öffentliche Nennung der Einrichtung zunächst nicht nötig.

Das Amt rechnet aber mit weiteren Erkrankungsfällen. Insbesondere Geschwister und andere Kontaktpersonen der nachweislich Infizierten dürften betroffen sein. Wegen der acht bis zehn Tage dauernden Inkubationszeit ist es möglich, dass noch nicht in allen Fällen die Erkrankungssymptome offen sichtbar sind.

Im Krankenhaus Dresden-Neustadt gibt es laut Sprecherin Sabine Hunger aktuell keinen bestätigten Masernfall. Im Uniklinikum gab es bislang in diesem Jahr drei an Masern erkrankte Patienten, die stationär behandelt wurden. Dabei handelte es sich um ein Kleinkind und zwei Erwachsene. Im März wurde ein Erwachsener aufgenommen – er ist bereits wieder entlassen.

Professor Reinhard Berner, Klinikdirektor des Uniklinikums und Kinderarzt, betrachtet die Entwicklung in Dresden mit Sorge. „Für Dresden sind 22 enorm viele Fälle, noch ist es eine kleine Zahl, aber die Gefahr der Ausbreitung ist groß“, so der Mediziner. „Masern sind durchaus eine gefürchtete Krankheit, die Ansteckungsrate ist sehr hoch und die Komplikationen gefährlich“, weiß Berner.

Zu den Komplikationen gehören neben Lungen- und Kehlkopfentzündungen auch die Gefahr einer Hirnhautentzündung, diese kann lebensbedrohlich werden. Eines von 500 Kindern infiziert sich mit einer Meningitis. „Masern kann man nicht aktiv behandeln, sondern nur überstehen. Deshalb ist es umso wichtiger, gerade Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können, zu schützen“, so Prof. Berner. Immer tödlich endet die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine Folgeerkrankung der Masern, die Jahre nach der Maserninfektion auftreten kann und das gesamte Gehirn zerstört, so der Experte.

Merkblatt „Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung der Masern im Freistaat Sachsen – Sächsisches Herdbekämpfungsprogramm Masern“

sl/jv

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