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"Spritsparflieger" aus Dresden und Brandenburg sollen ostdeutsche Luftfahrtbranche beflügeln

"Spritsparflieger" aus Dresden und Brandenburg sollen ostdeutsche Luftfahrtbranche beflügeln

Wer weltweit in ein Airbus-Flugzeug steigt, der betritt quasi sächsischen Boden. Denn die Bodenplatten in allen Maschinen der Airbus-Familie stammen aus Dresden - darauf wird stolz bei den Dresdner Elbe-Flugzeugwerken (EFW) verwiesen.

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Die EADS Elbe Flugzeugwerke GmbH (EADS/EFW) in Dresden.

Quelle: dpa

Die Tochter des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ist eine der zahlreichen Zulieferbetriebe, die sich nach der Wende in den neuen Bundesländern etabliert haben. Vom Boom der modernen spritsparenden Flieger wollen sie sich ein Stück sichern.

„Die Bodenelemente werden von EFW nicht nur hergestellt, sie wurden auch in Sachsen entwickelt“, unterstreicht Unternehmenssprecher Christopher Profitlich. Die Flugzeugwerke setzen dabei vor allem auch auf weniger Gewicht. Denn alles, was die hohen Kerosin-Kosten senkt, sichert Aufträge von Flugzeugherstellern und Airlines. Und hier sehen Experten für den Luftfahrt-Standort Ostdeutschland beste Chancen.

Bis 2050 soll die Zahl der Flugbewegungen allein in Europa von zurzeit knapp zehn Millionen auf rund 25 Millionen pro Jahr steigen. Schätzungen der Europäischen Union beziffern das weltweite Aufkommen bis dahin auf 16 Milliarden Passagiere. Globale Herausforderungen nehmen zu, vor allem bei Energieeffizienz und CO2-Reduktion.

Es gehe um neue Materialien, mehr Komfort und innovative Funktionen in Flugzeugen sowie neue Lösungen für Inspektion, Wartung und Umrüstung, sagt Udo Rudolph, Geschäftsführer des Netzwerkes Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz (BBAA). „Effizienz ist die Aufgabe der Zukunft“, betont er. Energie- und Ressourcensparen, Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen eine immer größere Rolle.

Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg liegt auf Platz drei der wichtigen Standorte der Luft- und Raumfahrtbranche in Deutschland: nach München und der Metropolregion Hamburg/Bremen/Niedersachsen. Bis Ende des Zweiten Weltkrieges war Berlin führend. Dann zogen große Teile der Firmen nach Süddeutschland und Hamburg. Nach der Wende kehrten etliche mit Tochtergesellschaften zurück oder bauten Neues auf.

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat seit 20 Jahren ein Werk in Dahlewitz (Brandenburg). Auf der grünen Wiese wuchs ein Produktions- und Entwicklungsstandort, der anfangs 100 und heute rund 2200 Mitarbeiter beschäftigt. Nachdem bereits vor drei Jahren das im Konzern weltweit einzige Testzentrum für mechanische Triebwerkskomponenten eröffnet wurde, geht 2014 nach Angaben des Unternehmens ein 90 Millionen Euro teurer Teststand für Großtriebwerke in Betrieb. In der Nähe sitzt mit MTU Maintenance in Ludwigsfelde ein Schwergewicht, das zivile Triebwerke instand setzt.

Auch in Sachsen und Thüringen sowie in Mecklenburg-Vorpommern ist die Branche präsent. Während man rund um Berlin eher „triebwerkslastig“ sei, sehe sich das Kompetenzzentrum Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen (LRT) breiter aufgestellt, so Geschäftsführer Timo Grahnert.

Neben den Bodensystemen für Airbus hat sich die sächsische EADS-Tochter EFW auch einen Auftrag zur Instandsetzung der Problemflügel des Riesen-Airbus A380 gesichert. Es handele sich um eine Modifikation, nicht um eine Reparatur, das ist Profitlich wichtig: „Wir nehmen die alten Teile raus und ersetzen sie durch neue, egal ob sie kaputt sind oder nicht.“ Der dritte von neun A380 sei bereits in Arbeit und werde Dresden noch vor Ende des Monats verlassen. Ein vierter soll bis Jahresende kommen.

„Es ist ein wichtiges Programm, weil wir in die Wartung eingestiegen sind, und ein gutes Stück Auslastung“, sagt Profitlich. Auf Anschlussaufträge werde gehofft, auch wenn da noch nichts spruchreif sei. Derzeit arbeiten bei EFW 1100 Mitarbeiter.

Das LRT sieht in Wartung und Instandhaltung eine große Chance für die Region. „Wir sind da sehr gut aufgestellt und haben eine Reihe von Firmen, die diese NDT-Aufgaben (non-destructive testing - deutsch: zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen) vornehmen können für Airlines“, sagt Grahnert. Dabei profitiere der Standort Sachsen von der engen Verzahnung von Forschung und Wirtschaft.

In Sachsen gibt es 150 Unternehmen in der Branche. 6800 Mitarbeiter erwirtschafteten 2012 nach Angaben des LRT einen Umsatz von 865 Millionen Euro. In Berlin-Brandenburg sind es nach Angaben des dortigen Netzwerkes rund 120 Firmen - einschließlich der Flughäfen und Airlines - mit rund 30 000 Mitarbeitern. Sie bringen einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro - bundesweit sind es etwa 28,4 Milliarden Euro.

dpa

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