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Sozial engagierte Indonesierin erhält Marwa El-Sherbini Stipendium

Nurul Fatimah Khasbullah Sozial engagierte Indonesierin erhält Marwa El-Sherbini Stipendium

Staatsministerin Petra Köpping und der Bürgermeister für Recht und Personal Peter Lames (beide SPD) waren sich einig: Die Indonesierin Nurul Fatimah Khasbullah überzeugte die Beiden und das Kuratorium durch jahrelanges Engagement für die Gleichstellung von Frauen in ihrer Heimat, sowie mit ihren exzellenten Leistungen während ihres Studiums an der TU Dresden und mit ihrer juristischen Bachelorarbeit.

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Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping und der Bürgermeister für Recht und Personal Peter Lames (beide SPD) waren sich einig: Die Indonesierin Nurul Fatimah Khasbullah überzeugte die Beiden und das Kuratorium durch jahrelanges Engagement für die Gleichstellung von Frauen in ihrer Heimat, sowie mit ihren exzellenten Leistungen während ihres Studiums an der TU Dresden und mit ihrer juristischen Bachelorarbeit. „Dies sendet ein wichtiges Signal aus Dresden nach außen“, eröffnet Köpping ihre Rede im Auditorium der ehemaligen Arbeitsstätte von Marwa El-Sherbini im Max-Plank-Institut.

Weil ihre Eltern in Deutschland studierten, wurde Nurul Khasbullah vor 25 Jahren in Braunschweig geboren und verbrachte hier auch die ersten sieben Jahre ihrer Kindheit. Schon immer lebten ihre Eltern ihr vor, dass jeder Mensch gleich an Würde sei, egal welche Religion, Geschlecht, Hautfarbe und politische Einstellung dieser hat. Vor allem ihre Mutter, eine Deutschlehrerin, ist sozial sehr engagiert. Eine Einstellung die eindeutig auf die junge Indonesierin abgefärbt hat.

Der tragische Tod von Marwa El-Sherbini hat sie besonderes tief getroffen, weil sie selbst ein Kopftuch trägt und als selbstbewusste Muslima auftritt. Sie beweist, dass sich traditionelle islamische Werte mit dem modernen Leben einer Akademikerin und dem sozialen Engagement für Frauenrechte vereinbaren. Nicht umsonst sieht Bürgermeister Dr. Peter Lamers sie als Brückenbauerin zwischen europäischem Rechtsverständnis und dem modernen Islam Südostasiens. Trotzdem wird sie stellenweise wegen ihres Äußeren angefeindet und beleidigt. Doch ihre Mutter ermutigt sie: „Wer Gutes tut, bekommt Gutes wieder.“ Und in der Tat traf sie in Deutschland und Dresden meist auf nette und offene Menschen.

Sie lässt sich davon also nicht von ihrem Weg abbringen: „Man darf nie die Hoffnung aufgeben, sondern muss zusammenarbeiten um Gleichstellung und Toleranz zu ermöglichen.“ Das Stipendium in Höhe von 750 Euro monatlich für die nächsten zwei Jahre ermöglicht es ihr, ihren Kampf gegen Benachteiligung und Intoleranz weiterzuführen.

„Ich liebe Jura,“ gesteht Khasbullah, denn sie glaubt daran, dass durch das Recht die Gesellschaft und die Lebensumstände der Menschen verbessert werden können. Dies allerdings nur in einem Rechtsstaat möglich, in dem gleiches Recht für alle gilt. Sie studierte deshalb in der indonesischen Stadt Badung im Westen der Insel Java auf der Padjadjaran Universität Jura mit Fokus auf internationalem Recht. Vor allem das allgemeine Recht auf Bildung liegt ihr sehr am Herzen, da es den Menschen Freiheit ermöglicht und ihnen hilft, Verantwortung zu übernehmen.

Obwohl es keine Gesetze gibt die Frauen in Indonesien benachteiligen und die Forderung nach Gleichstellung allgemeine Zustimmung findet, ist es für viele Indonesierinnen nach wie vor schwierig diese Rechte wahrzunehmen. Die Situation in den Städten verbessert sich durch viele Förderprogramme, doch ist die Landbevölkerung noch tief in dem traditionellen Rollenverständnis von Mann und Frau verwurzelt. Die Frauen müssen schon als junge Mädchen massiv im Haushalt mithelfen und können oft keine Schule besuchen, weswegen es ihnen oft an ausreichender Bildung fehlt. Aus diesen Grund engagiert sich Nurul Khasbullah seit mehr als sieben Jahren dafür, dass indonesische Frauen auf dem Land und in den Dörfern über ihre rechtliche Gleichberechtigung aufgeklärt werden und eine schulische Bildung genießen können. Nurul Khasbullah ist überzeugt, das es normal und möglich sei, dass sich beide Partner die Aufgaben in der Familie, im Haushalt und dem Arbeitsleben teilen können.

Bevor Nurul Khasbullah ihr Masterstudium in Wirtschaftsrecht vor drei Semestern antrat, hat sie sich alle in Frage kommende Universitätsstädte ganz genau angeschaut und besucht. Ihre Wahl fiel auf Dresden und die Technische Universität, weil sie von der Schönheit der Stadt überzeugt wurde. Das sie ihren Master in Deutschland macht stand für sie, trotz des kalten Wetters, eigentlich schon immer fest.

Neben ihres Studiums an der TU Dresden ist sie die Vorsitzende des indonesischen Vereins und nimmt mit ihren 50 Landsleuten an vielen interkulturellen Veranstaltungen teil. Frau Khasbullah hofft darauf, viele Erfahrungen in Deutschland zu sammeln und ihr Studium erfolgreich abschließen, um in Zukunft weiterhin die Situation in ihrem Heimatland zu verbessern, denn Indonesien ist eine noch sehr junge Demokratie mit 250 Millionen Einwohnern verschiedenster Ethnien und Konfessionen. Sie schloss ihre Dankesrede mit einem Sprichwort aus ihrer Heimat: „Wir sind unterschiedlich, aber wir sind eins, nämlich Menschen.“

pfm

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