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"So etwas habe ich noch nie erlebt“: Der Pegel der Elbe in Dresden bleibt vorerst sehr niedrig

"So etwas habe ich noch nie erlebt“: Der Pegel der Elbe in Dresden bleibt vorerst sehr niedrig

Die Elbe erlebt in diesen Tagen eine der größten Durststrecken ihrer Geschichte – wortwörtlich. Seit einem halben Jahrhundert gab es am Pegel Dresden nicht mehr so niedrige Werte wie in diesem Sommer.

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Auf dem Trockenen: Die Sächsische Dampfschifffahrt musste den Linienverkehr einstellen.

Quelle: Matthias Hiekeldpa

Rund 60 Zentimeter wurden gestern am Pegel Dresden gemessen – Tendenz fallend. Eigentlich sollten derart niedrige Wasserstände der Vergangenheit angehören. In den Sommern 1947, 1950, 1952 und 1953 lag der Elbpegel öfter zwischen 20 und 30 Zentimetern. Doch das war vor dem Bau der Moldau-Kaskaden von 1956 bis 1986, die eine derartige Ebbe eigentlich verhindern sollen.

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Neue Inseln in der Elbe: Bei einem Pegelstand von sechzig Zentimetern entstehen in der Innenstadt ungewöhnliche Orte zum gemütlichen Zusammensitzen.

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„So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Klaus Kautz, der seit 2007 das Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden leitet. Der Wasserstand sei derzeit für die meisten Güterschiffe zu niedrig. Lediglich einige wenige Boote, beladen mit Turbinen und Generatoren von Siemens, hätten sich in der vergangenen Woche durch die enge Fahrrinne gezwängt. Dass die Schiffe am Anleger irgendwann auf Grund laufen und beschädigt werden, kann er sich allerdings nicht vorstellen. „Es ist wichtig zu verstehen, dass der offizielle Pegel nichts mit der Wassertiefe in der Fahrrinne oder an den Anlegern zu tun hat. Hier ist es tiefer“, erklärt Kautz. Deshalb solle man auch nicht denken, dass es ungefährlich ist, durch den Fluss zu waten. „In der Mitte, dem Flussschlauch, ist die Strömung unverändert stark“, warnt Kautz.

In jedem Fall ist der Schiffsverkehr auf der Elbe massiv eingeschränkt. Das trifft vor allem die Sächsische Dampfschiffahrt. „Die Strecke zwischen Pirna und Pillnitz lässt sich derzeit nicht befahren. Deshalb können wir von 10 bis 18 Uhr immer zur vollen Stunde lediglich die Stadtrundfahrten und die Abendtour um 19.30 Uhr anbieten“, sagt Sprecherin Kathrin Stegemann. Die Verluste, die durch den Wegfall der Routen nach Rathen und Bad Schandau entstehen, ließen sich so nicht kompensieren. Für das Unternehmen sei das eine finanzielle Zerreißprobe. Täglich würde in einer Krisensitzung über das weitere Vorgehen entschieden. Prognosen für die kommenden Tage wolle man nicht abgeben, so Stegemann.

Auch die Experten vom Landeshochwasserzentrum halten sich bedeckt und wollen nicht sagen, wann sich das Flussbett wieder füllt. „Aufgrund der aktuellen Wettervorhersagen für das Einzugsgebiet der Elbe kann in den kommenden Tagen nicht von einer Verbesserung der Situation auf dem sächsischen Elbeabschnitt ausgegangen werden“, sagt Sprecherin Karin Bernhardt. Heute und morgen wird der Pegelstand auf einem Niveau von 60 Zentimetern bleiben. In Tschechien wird seit Wochen zusätzliches Wasser aus den Moldau-Kaskaden eingespeist. Ohne diese Maßnahme wäre die Situation auf sächsischer Seite noch drastischer, so Bernhardt. Dass das Wasser eines Tages ganz ausbleibt, glaubt sie allerdings nicht und verlässt sich auf das Wohlwollen der tschechischen Schleusenwärter.

Da der niedrige Pegel zu Veränderungen der Wasserqualität führen kann, hat die Behörde am 20. Juli ein sogenanntes Extremwassermessprogramm ins Leben gerufen. Die ersten Untersuchungen zeigen, dass die Werte für Natrium, Chlorid und das Insektizid DDT stark erhöht sind. Der hochgiftige Stoff DDT ist zwar seit den 1970er Jahren verboten. Rückstände werden allerdings bis heute in die Flüsse geschwemmt. Laut Aussage des Landeshochwasserzentrums bestehe dennoch keine akute Gefahr beim Kontakt mit dem Wasser. „Ob man generell und gerade in diesen Tagen in der Elbe schwimmen geht, sollte jeder für sich entscheiden“, sagt Bernhardt.

Hauke Heuer

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