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Sicherheitsrisiko oder Mutprobe: Anwohner diskutieren über Situation am Dresdner „Assi-Eck“

Sicherheitsrisiko oder Mutprobe: Anwohner diskutieren über Situation am Dresdner „Assi-Eck“

Es ist kurz vor 22 Uhr am Samstagabend. Langsam füllt sich das „Assi-Eck“ – wie die Kreuzung in inoffiziellen Kreisen heißt.

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Die Straßenkreuzung von Rothenburger, Görlitzer- und Louisenstraße.

Quelle: Julia Vollmer

Eigentlich ist die Straßenkreuzung von Rothenburger, Görlitzer- und Louisenstraße als Treffpunkt des Neustädter Partyvolks bekannt, wo sich die Menschen zum gemütlichen Plaudern und Gucken verabreden.

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Die Straßenkreuzung von Rothenburger, Görlitzer- und Louisenstraße am Samstagabend.

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In den vergangenen Monaten geriet die Ecke mehrmals durch die sogenannten „Straßenbahnstreichlern“ in die Schlagzeilen. Diese „Wagemutigen“ hatten sich einen Spaß daraus gemacht, sich mit den Füßen so nah an die Straße zu setzen, dass sie die vorbeifahrenden Bahnen der Linie 13 berühren konnten. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wiesen mehrmals auf das Sicherheitsrisiko hin und drohten in schlimmsten Fall damit, keine Trams mehr durch die Neustadt fahren zu lassen. Seit letzter Woche kontrolliert nun das Ordnungsamt am „Assi-Eck“. Wer mit den Füßen auf der Straße sitzt, muss 20 Euro Bußgeld zahlen.

Um das Thema Bußgeld drehen sich viele Gespräche der Grüppchen, die sich am „Assi-Eck“ treffen und quatschen wollen. „Also ich finde diese Kontrollen sind totaler Quatsch, was will man damit erreichen? Ich denke, das Ordnungsamt wird die Kontrollen nicht lange durchziehen, sondern hofft darauf, dass allein die Androhung schon reicht“, so Matthias. Und tatsächlich, am Samstagabend sitzt zunächst keiner der Anwesenden mit den Füßen auf der Straße. Wegen Bauarbeiten am Bischofsplatz fährt die 13 an diesem Wochenende aber nicht durch die Neustadt. „Wir sitzen im Sommer jedes Wochenende bei schönem Wetter hier an der Ecke. Es macht einfach Spaß, gemütlich sein Bierchen zu trinken und die verschiedenen Menschen zu beobachten“, berichten Stefan und Lara. Die „Straßenbahnstreichler“ finden die beiden eher lustig, eine Mutprobe vom Partyvolk, aber nicht gefährlich, meinen sie.

Flaschensammler Stephan fürchtet um seine Haupteinnahmequelle im Sommer. Er kommt am Wochenende jeden Abend an die Kreuzung und bekommt die leeren Bierflaschen der Gäste. „Wenn durch die Kontrollen plötzlich keiner mehr kommt, dann bricht mir viel Geld weg“, befürchtet er.

„Meiner Meinung nach ist es richtig, dass hier jetzt eingegriffen wird, schließlich ist das Straßenbahnstreicheln eine Gefahr für die meist alkoholisierten Typen“, empört sich Sophie. „Die bauen dann Mist und unser Viertel wird in den Dreck gezogen. Das ist so Schade“, so die 22-Jährige. Barfrau Maja, die ihren Arbeitgeber nicht nennen möchte, ist langsam genervt von der steigenden Polizeipräsenz in der Neustadt. „Ich arbeite unweit des Assi-Eck und mir fällt auf, dass hier jeden Abend immer mehr Polizei herumfährt und Drogenkontrollen durchführt. Das ist natürlich wichtig, aber das geht auch zu Lasten der Stimmung. Wer soll sich da noch wohlfühlen“, erzählt sie. Schon jetzt müsse sie den Anordnungen folgen und nach 22.30 Uhr kein Alkohol mehr in Glasflaschen sondern nun noch in Pappbechern in den Straßenverkauf ausschenken.

Julia Vollmer

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