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Shoppen unter Brücken: Neue Läden im Dresdner Hauptbahnhof nehmen Gestalt an

Shoppen unter Brücken: Neue Läden im Dresdner Hauptbahnhof nehmen Gestalt an

Es riecht nicht unangenehm, es ist warm und es ist picobello sauber in der neuen Hauptbahnhof-Toilette. Und die Benutzung ist teuer. Einen Euro muss man ab sofort für den WC-Besuch in der Südhalle des Bahnhofs, also der Halle an der Bayrischen Straße, in einen Automaten schieben.

Dafür darf man auf die Toilette und bekommt einen kleinen Gutschein, den man zu beliebiger Zeit im Bahnhof beim Imbiss einlösen kann. 50 Cent ist der Gutschein wert, das System gibt es auch in Autobahnraststätten.

Das Bahnhofs-WC gehört zu den Neuerungen, auf die Heiko Klaffenbach sehr stolz ist. Gleich daneben ist eine neue Wartehalle entstanden mit einer in Holz gefassten "Durchreiche" zum Fundbüro. Spätestens Ende Februar sollen auch der Warteraum und das neue Fundbüro geöffnet sein. Bis dahin müssen Wartende mit den Sitzmöglichkeiten zum Beispiel in der Kuppelhalle vorlieb nehmen. Den Fundbüro-Service erledigen bis dahin die Bahn-Mitarbeiter im Kundenzentrum.

Genau so war das geplant, versicherte gestern Bahnhofsmanager Klaffenbach beim Rundgang. "Wir sind im zeitlichen und finanziellen Limit", erklärte er. Aktuell werden Geschäfts- und Büroräume unter den Gleisen der Südhalle fertiggestellt, parallel dazu reißen Bauarbeiter die alten Toilettenräume in der Nordhalle ab. Im Juli plant die Bahn den nächsten großen Schritt. Dann sollen in der Südhalle ein Schuhgeschäft der Firma Görtz, eine Rossmann-Drogerie, eine Apotheke, ein Geschäft des Biohofs Podemus und eine Filiale der Geschenkekette "Nanu nana" eröffnen. Im November kommen weitere Läden in der Nordhalle dazu, so wollen dort Lidl und Starbucks einziehen. Und in einem reichlichen Jahr, im April 2014, soll der Innenausbau des Bahnhofs abgeschlossen sein.

25 Millionen Euro hat die Bahn für das Projekt veranschlagt. Von diesem Geld wird auch die Versorgungstechnik bezahlt, die im Bahnhofskeller eingebaut ist: Wasser- und Abwasserrohre, die Zentrale und die Zuflüsse der Sprinkleranlage, Lüftung und Heizung. Hochwassersicher ist das alles nicht, noch immer könnte eine Flut wie 2002 wesentliche Teile dieser Technik in Mitleidenschaft ziehen. "Man kann ja keine Mauer um den Bahnhof herum bauen", sagte Bau-Projektleiter Sven Brandenburg. Man müsse dafür sorgen, dass das Wasser gar nicht erst bis zum Bahnhof kommen kann und das habe der Freistaat getan.

11000 Quadratmeter für Büros und Läden entstehen in der Nord- und der Südhalle, 83 Prozent davon sind bereits vergeben. Auch die Dresdner "Bäckerei Walther" hat Interesse für ihre Keksmanufaktur angemeldet, so die Bahn-Verantwortlichen. Das Besondere an den Läden und Büros ist die Deckenkonstruktion. Die 50 Zentimeter dicken Betondecken werden von massiven Stützen getragen. Sie sind praktisch Brücken, auf denen Züge fahren, Fernzüge in der Südhalle und S-Bahnen in der Nordhalle. Doch man hört die Züge dank massiver Dämmung nicht rumpeln und wie bei einer Brücke kann der Unterbau kleinste Bewegungen ausgleichen. Eine Ingenieurleistung, die kaum noch wahrzunehmen sein wird, wenn der "Einkaufsbahnhof" ab April 2014 komplett in Betrieb ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.02.2013

Springer, Christoph

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