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Senioren erhalten virtuelle Helfer für den Alltag - Tablets aus Dresden als Antwort auf demografischen Wandel

Senioren erhalten virtuelle Helfer für den Alltag - Tablets aus Dresden als Antwort auf demografischen Wandel

Vernetzte Tablettrechner sollen es Senioren künftig ermöglichen, länger ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen, statt ins Pflegeheim umzuziehen.

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Die Tablettcomputer werden mit einer seniorenfreundlichen Benutzeroberfläche ausgestattet.

Quelle: Exelonix

Dieses Ziel hat sich die Dresdner TU-Ausgründung "Exelonix" auf die Fahnen geschrieben. Anfang 2014 will sie ihre ersten "Asina"-Tablets an Rentner in Dresden verteilen. Ein weiteres Pilotprojekt für Senioren in den Gemeinden nordöstlich Dresdens ist geplant.

Exelonix-Chef Matthias Stege sieht im Einsatz moderner Netztechnik eine Antwort auf den demografischen Wandel. In seiner Zukunftsvision sind Tablets, jene durch Gesten steuerbaren Mobilcomputer, für den Senior von morgen die virtuellen Universalhelfer des Alltags: Über sie hält Opa per Videotelefonie Kontakt zu seinen Kindern, bekommt von den Enkeln Urlaubsbilder geschickt und kann sich mit anderen Senioren zum gemeinsamen Ausflug verabreden. Vor allem aber soll die Schaltzentrale "Tablet" bei der Bewältigung des Alltags helfen: Schnell Hilfe holen, wenn es dem Rentner mal schlecht geht, darauf achten, dass er seine Medikamente nimmt, per Funk-Schrittzähler aufpassen, dass er sich tagsüber genug bewegt, aber auch via Funk-Rauchmelder warnen, wenn der betagte Single wieder mal das Essen auf dem Herd vergessen hat.

Natürlich solle all dies nicht in Gängelei ausarten, betont Stege. Aber: "Ohnehin ist derzeit im Haushaltgeräte-Segment Vernetzung ein Trend", sagt Stege. "Wir sind der Meinung: Für Senioren kann dies den allergrößten Nutzwert bringen." Deshalb entstand im April 2013 die Firma "Exelonix", die sich darauf spezialisiert hat, Samsung-Tablets mit seniorenfreundlichen Programmen zu versehen und Zusatzgeräte zu konstruieren, die diese kleinen Rechner erst dazu befähigen, sich mit Herden, Waschmaschinen, Rauchmeldern und anderer Wohnungstechnik zu vernetzen.

Hinter der Gründung stehen Experten mit Erfahrung: Der Dresdner Handyfunk-Guru Prof. Gerhard Fettweis zum Beispiel, der schon viele TU-Ausgründungen angeschoben hat, außerdem Prof. Frank Oehmichen, der Chefarzt der Bavaria-Rehaklinik in Kreischa. Stege selbst hat in den vergangenen zehn Jahren die Funktechnik-Firma "Signalion" aufgebaut, die so erfolgreich agierte, dass sie inzwischen von "National Instruments" übernommen wurde. Auch sein Ko-Geschäftsführer Frank Schäfer war zuvor als Firmengründer aktiv.

Im ersten Schritt will das derzeit fünfköpfige Unternehmen zunächst Dresdner Rentner mit ihren Tablets ausstatten, die von Pflegediensten der Diakonie und der Malteser betreut werden. In dieser Pilotphase unterstützen die von Exelonix aufgemotzten Geräte die Senioren nach dem Umzug ins Heim vor allem dabei, den Kontakt zu Angehörigen und Freunden per Skype-Videotelefonie und über andere Kanäle zu halten. "Viele Senioren bauen ja geistig rasch ab, wenn sie in ein Altersheim kommen, und leiden unter wachsender Isolation", erklärt Stege. Fotoaustausch, Videotelefonie und dergleichen seien zwar mit klassischen Computern schon seit Jahren möglich. "Aber erst die einfach bedienbaren Tablets senken die Hemmschwelle für Senioren nachhaltig", meint er.

Im nächsten Schritt wollen die Exelonix-Ingenieure ein Pilotprojekt mit Unterstützung des Freistaates ankurbeln, in dessen Zuge Senioren auf dem Lande rings um Dresden mit den Exelonix-Lösungen ausgestattet werden. Gemeinsam mit Edeka, Vodafone und anderen Partnern soll in dieser Phase der Rechner zum echten Alltagshelfer werden, über den Rentner zum Beispiel auch Lebensmitteleinkäufe oder Medikamente per Bringdienst bestellen, Fahrdienste für den nächsten Arztbesuch ordern und dergleichen mehr erledigen können.

Und für ihre Konzepte haben die Exelonix-Experten bereits einige Unterstützer gefunden. Der Hightech-Gründerfonds hat der Firma Startkapital zur Verfügung gestellt und zur Einweihung der neuen Geschäftsräume in Pieschen in der kommenden Woche will kein Geringerer als Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf anrücken - der mit seinen 83 Jahren immerhin jetzt definitiv zur Zielgruppe des jungen Unternehmens gehört.

@exelonix.com

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.11.2013

Weckbrodt, Heiko

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