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Senioren-WG als Alternative zum Altersheim

Senioren-WG als Alternative zum Altersheim

"Nein, in das Altersheim möchte ich nicht", sagt die 77-jährige Dorothea Wassner und schüttelt energisch mit dem Kopf. Ihre Mitbewohnerin Ursula Spahn (85) gibt ihr Recht: "Wir sind hier frei und werden nicht gegängelt", beschreibt sie die für sie wesentlichen Vorteile der so genannten Altenwohngemeinschaften im Sozial-Kulturellen Zentrum Löbtau der Volkssolidarität Dresden.

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Ursula Spahn (l.) und Dorothea Wassner sitzen an ihrem Wohnzimmertisch. Die Wohngemeinschaft würden sie dem Altenheim immer vorziehen.

Quelle: Hauke Heuer

Ähnlich wie die Studenten, die in der Neustadt wohnen, leben hier Menschen auch noch im hohen Alter zusammen. Jeder hat sein Einzelzimmer. Pflege, Essensversorgung und andere Angebote der Volkssolidarität können je nach Wunsch in Anspruch genommen werden. Der große Vorteil zur eigenen Wohnung: Im Zweifel sind immer Pflegekräfte in der Nähe.

Ganz so einfach wie in einer Studenten-WG gestaltet sich das Zusammenleben dann doch nicht. Dorothea Wassner, die schon seit 2008 einen der 18 Wohngemeinschaftsplätze belegt, hat im vergangenen Jahr ihre Zimmernachbarin verloren. Ursula Spahn, die erst 2012 eingezogen ist, beschreibt sich selbst als zurückhaltend. Bis beide warm miteinander wurden, dauerte es seine Zeit. Trotz des Fremdelns ist die Stimmung trotzdem gut: "Das Leben in der Wohngemeinschaft war erst nicht so schön. Man wird aus seinem gewohnten Umfeld gerissen, aber wir verstehen uns. Das ist das Wichtigste", sagt Ursula Spahn. Sicher gäbe es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, aber die würden dann eben geklärt, fügt ihre WG-Partnerin hinzu.

Derzeit sind die beiden auf ihre neue Mitbewohnerin gespannt. Die Kinder der ebenfalls betagten Frau haben sich bereits vorgestellt. Bald soll der Einzug stattfinden. Ein WG-Casting, wie es bei jungen Leuten üblich ist, gibt es nicht. Die freien Platze werden von der Volkssolidarität vergeben.

Neben dem Erhalt der Selbstständigkeit und Privatheit im hohen Alter haben die Alters-WGs den Vorteil, dass sie auch von Senioren in Anspruch genommen werden können, die noch keine Pflegestufe haben und denen eine ambulante Betreuung zu Hause im Zweifel nicht reicht. Inklusive einer monatlichen Betreuungspauschale beträgt die Warmmiete für die über 35 Quadratmeter großen Zimmer rund 450 Euro. Im Vergleich zu einem Altenheimplatz ein echtes Schnäppchen.

Ganz zufrieden sind Wassner und Spahn mit ihrem Domizil jedoch nicht. Ihre Wohnung liege zu hoch. Die Straße vor der Tür sei zu bergig und in einem schlechten Zustand. Auch die Haltestellen in Löbtau könnten einmal barrierefrei ausgebaut werden, wettern die Senioren gegen die Stadtverwaltung. "Das ist aber nicht so schlimm, denn wir müssen hier sowie nicht einkaufen gehen", stellt Spahn klar.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.04.2014

Hauke Heuer

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