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„Sektkelch“ in der Warteschleife - Bürgerinitiative will Dresdner Fernsehturm zugänglich machen

„Sektkelch“ in der Warteschleife - Bürgerinitiative will Dresdner Fernsehturm zugänglich machen

„Tele-Spezial-Torte“ oder „Pittiplatsch-Eisbecher“ – das Café im Dresdner Fernsehturm ist längst Geschichte.

Gegen die Schließung Anfang der 1990er Jahre regt sich schon Jahre Widerstand. Doch jetzt wird es wirklich konkret: Befürworter einer touristischen Nutzung haben 11.642 Unterschriften online gesammelt. Die Petition soll am 9. April im Dresdner Rathaus übergeben werden. Auch der Dresdner Kabarettist Uwe Steimle hat sein Kommen zugesagt. Unterstützt wird die Bürgerinitiative vom Förderverein Fernsehturm Dresden. Er hatte sich 2004 gegründet, um wieder „pulsierendes Leben“ in den 252 Meter hohen Sendeturm auf dem Wachwitzer Elbhängen zu bringen. Doch die Deutsche Telekom als Eigentümerin und alleiniger derzeitiger Nutzer bleibt skeptisch. Sie hält eine Wiedereröffnung für unrealistisch. Die Sanierungskosten seien zu hoch und der Turm für Besucher zu weit weg vom Stadtzentrum.

„Es ist noch nie jemand zu uns gekommen, der ein tragfähiges Konzept vorgelegt hat“, sagt Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Gespräche mit der Stadt hätten in der Vergangenheit mehrfach stattgefunden, aktuell gebe es jedoch keine. Seit Jahren stünden die Entwicklungen auf ein- und demselben Stand. Er könne nicht verstehen, warum das Thema immer wieder aufgegriffen werde. Dabei ist der Blick über Dresden aus 148 Metern Höhe grandios, wenn er denn genossen werden könnte. Selbst mit „West-Besuch“ war einst der Fernsehturm beliebtes Ausflugs-Ziel. Sofern der Dunst des Elbtals es zuließ, sahen Gäste von den Tafelbergen der Sächsischen Schweiz über die Höhenzüge des Erzgebirges bis hin zu den Weinbergen Radebeuls. Etwa 200.000 Besucher wurden pro Jahr gezählt.

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World Trade Center: 55 Meter

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Doch nach technischer Sanierung und nachfolgender Schließung des Turms 1991 wurde es ruhig auf den Wachwitzer Höhen. Das nach vier Jahren Bauzeit 1969 eröffnete Denkmal verlor als Touristenmagnet an Bedeutung. Prinzipiell sei die Telekom offen für Wiederbelebungs-Konzepte, sagt von Wagner. Das Unternehmen werde sich aber nicht an Investitionen beteiligen. „Wir sind keine Turmrestaurant-Betreiber.“ Beziffert werden die Kosten für die erneut angestrebte touristische Nutzung auf acht bis zehn Millionen Euro.

Eberhard Mittag, Vorsitzender des Fördervereins, verweist darauf, dass bei einer Wiedereröffnung Dresden nach Berlin eine der wenigen Städte wäre, deren Fernsehturm begehbar ist. Doch seit der Schließung vor 23 Jahren ist das vom Architekten nach dem Vorbild eines Sektkelches geformte Bauwerk nur noch ein Sendemast. „Eine breite Unterstützung ist gefragt“, wirbt Diplomingenieur Mittag. Gedacht ist beispielsweise an Stifterbriefe für den Fernsehturm ähnlich wie beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Denn im Gegensatz zu manch anderen Betonbauten aus den 1960er und 1970er Jahren löse der Fernsehturm bei vielen Dresdnern Sympathie aus.

Doch selbst wenn jeder der Unterzeichner der Petition 1000 Euro spenden und das Geld für die Innensanierung zusammenkommen würde, sei damit noch lange nicht der laufende Betrieb finanziert, gibt Telekom-Sprecher von Wagner zu bedenken. Und auch die Stadt winkt eher ab. Zwar wäre es eine Attraktion, „den herrlichen Blick über Dresden und das wunderschöne Elbtal bei einem Kaffee zu genießen oder sich den

Wind auf der Aussichtsplattform um die Nase wehen zu lassen“, räumt ein Sprecher ein. Doch die Öffnung des Fernsehturms in naher Zukunft erscheint auch der Stadtverwaltung unrealistisch.

Hilfe kommt nun möglicherweise von einer geplanten Identitätsstiftung für Sachsen. Sie soll noch in diesem Jahr gegründet werden und Projekte, für die Kommunen kein Geld mehr haben, unterstützen. Das Geld fließe dann von Unternehmern und Privatpersonen und könnte so vielleicht auch dem Dresdner Fernsehturm zugutekommen.

Katharina Rögner

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