Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Sehr komisch, Herr Sonneborn! Die PARTEI legt DNN aufs Kreuz - "Drobs" ist empört

Sehr komisch, Herr Sonneborn! Die PARTEI legt DNN aufs Kreuz - "Drobs" ist empört

Einem Gaunerstreich der aus dem Satire-Magazin "Titanic" geborenen Partei "Die PARTEI" ist die DNN aufgesessen, als sie am Freitag über junge Obdachlose berichtete, die mit ihrer Zeitung am Sonntag auf dem Dresdner Neumarkt die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützen wollten.

Ein Sozialpädagogik-Student hatte sich in der Redaktion gemeldet und von seinem Engagement für junge Obdachlosen berichtet. Bei losen Treffen habe er mit ihnen auch über Politik diskutiert und eine erstaunlich konservative Haltung entdeckt. Das hätte uns stutzig machen müssen - tat es aber nicht!

Zum Treffen mit der Redaktion erschien der Student mit drei Obdachlosen: Studienabbrecher Fritz, Bürschte, der zwei Ausbildungen schmiss und vom Vater vor die Tür gesetzt wurde und schließlich Fitsche, dessen Eltern bei einem Unfall umkamen und der schlechte Zeiten in Pflegefamilie und Heim hinter sich hatte. Doch alles war - von der Isomatte über die Pfandflaschentüten bis zu den Lebensgeschichten - erstunken und erlogen!

Der Dresdner Kreisverband der von Satiriker Martin Sonneborn gegründeten "PARTEI" bekannte sich zu dem Streich. "Natürlich sind die wirklichen Wohnungslosen bei dieser Aktion die Verlierer", gab gestern PARTEI-Aktivist Robin Hohmann, der einen der Obdachlosen mimte, DNN gegenüber zu. Die etwa 300 Euro, die die falschen Wohnungslosen mit ihrem Auftritt auf dem Neumarkt und dem Verkauf der Zeitung eingenommen hatten, wollen sie nun spenden. "Das ist kein Scherz", betont Hohmann. "Sonst wäre es noch wesentlich geschmackloser als es schon war."

Nicht darüber lachen kann Edith Säuberlich, Projektkoordinatorin der Dresdner Straßenzeitung "drobs", von deren Verkauf Not leidende Dresdner profitieren. "Die jungen Männer haben mit der Vorspielung falscher Tatsachen den wohnungslosen Menschen geschadet. Es ist zu befürchten, dass künftig wirklich schwierige Lebensgeschichten ebenfalls als erfunden abgetan werden", sagt sie. Dabei sei es gerade für Wohnungslose und Langzeitarbeitslose wichtig, dass man sie ernst nimmt und ihnen zuhört. "Hoffentlich leidet die Glaubwürdigkeit unserer Straßenzeitung drobs nicht ebenfalls unter dieser Aktion", so Säuberlich. Dorothea Posegga-Affolderbach Vorsitzende des DROBS e.V. spricht von einem "Desaster, wie hier die Glaubwürdigkeit von Wohnungslosen und Arbeitslosen unterlaufen wurde".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2013

M. Arndt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.