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Sehnsucht nach Wärme - Nachtcafes und Notunterkünfte durch Minusgrade weiter stark belegt

Sehnsucht nach Wärme - Nachtcafes und Notunterkünfte durch Minusgrade weiter stark belegt

Die bitterkalten Nächte und eisigen Winde treiben wieder viele Wohnungslose in die Dresdner Notunterkünfte. "Wir hatten in den vergangenen Tagen einen großen Zulauf zu verzeichnen", sagt Steffen Kühn, der in den Nachtcafés - neben weiteren ehrenamtlichen Helfern - im Winterhalbjahr die Obdachlosen betreut.

Etwa 20 Menschen hätten pro Nacht die sieben Zufluchtsstätten aufgesucht, die abwechselnd von vier evangelischen und zwei katholischen Kirchgemeinden sowie von der Heilsarmee organisiert werden. "Die Plätze der Einrichtungen waren fast voll belegt. Auch wenn Bettdecken oder Isomatten knapp werden, es findet sich sicherlich immer noch eine Möglichkeit zum Übernachten", sagt Kühn, "draußen stehen gelassen wird bei diesen frostigen Temperaturen niemand".

Die Mitarbeiter der Nachtcafés bieten hilfsbedürftigen Menschen für einen Euro an sieben Tagen der Woche von 20 bis 7 Uhr ein warmes Essen, Frühstück und Getränke sowie teilweise auch die Möglichkeit zum Duschen und Waschen an. Ohne Anmeldung, unbürokratisch und das bis Ende März. "Sollte es aber weiterhin so kalt bleiben, denken wir auch darüber nach, das Angebot vielleicht um eine Woche zu verlängern", so Kühn.

Rund um die Uhr hat hingegen das Lindenhaus an der Mathildenstraße 15 geöffnet. Die elf Übernachtungsplätze für die 18- bis 25-Jährigen seien in den zurückliegenden Tagen alle besetzt gewesen, sagt Edith Franke, Vorsitzende der Dresdner Tafel.

Hilfsorganisationen wie die Dresdner Heilsarmee zählten ebenfalls mehr Betroffene, die wegen des Kälteeinbruchs auf der Suche nach einer warmen Bleibe waren. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag übernachteten 22 meist männliche Besucher in den Räumen an der Reicker Straße 89. "Das war Rekord", berichtet Heilsarmee-Leiter Gert Scharf. "Allerdings war dieser Winter rückblickend nicht ganz so schlimm", ergänzt er. Auch der Einsatzbus der Heilsarmee war bei Temperaturen von minus zehn Grad Celsius wieder unterwegs. Dieser hält für Obdachlose, die im Freien oder in leerstehenden Häusern übernachten, Suppen und Tee bereit.

In den städtischen Obdachlosenasylen gab es während der zurückliegenden Frosttage hingegen keine erhöhte Nachfrage nach einer Unterkunft, teilt Marco Fiedler, Referent von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) mit. Die Landeshauptstadt stellt für Obdachlose 278 Plätze in Übergangswohnheimen sowie fünf Notschlafstellen bereit, in denen Betroffene auch außerhalb der Sprechzeiten des Sozialamtes Unterschlupf finden. Derzeit seien 96 Prozent der temporären Wohnungen belegt.

Auch in den nächsten Tagen wird es Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt geben, blickt Anja Juckeland vom Deutschen Wetterdienst voraus. Laut Prognose sind noch einmal knackige Nachtfröste wahrscheinlich, bevor es ab Freitag ein wenig wärmer wird. "Die kältesten Nächte sind allerdings überstanden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.03.2013

Benjamin Winkler

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