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Sechs Jahre Haft wegen Totschlags für 59-Jährigen

Sechs Jahre Haft wegen Totschlags für 59-Jährigen

"Das war ein typisches Beispiel dafür, was ein Alkoholproblem, wenn man nichts dagegen tut, anrichten kann. Ein Mann ist tot und sie gehen für Jahre ins Gefängnis", erklärte die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand gestern dem Angeklagten.

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Quelle: dpa

Dresden. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts verurteilte Bogdan K. zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Zudem wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Das Gericht war von einem minderschweren Fall ausgegangen, da der Gutachter erklärt hatte, dass die Steuerfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit eingeschränkt gewesen sein könnte. Die Kammer war sich aber sicher, dass der 59-jährige Pole am 5. März 2015 Silvio L. bei einem Trinkgelage in einer Wohnung auf der Prohliser Allee erstochen hat. Der Angeklagte hatte dem Opfer ein Brotmesser bis zum Heft in den Oberbauch gerammt, das Opfer starb an einem Verblutungsschock.

Es war das tödliche Ende eine Gelages im Säufermilieu. Immer wieder hatte Jens S. Trinkkumpane in seine Wohnung eingeladen. Der Angeklagte, der nebenan wohnte, hat sich da meist rausgehalten, er trank lieber für sich allein, allerdings kräftig. Über drei Promille hatte er am Tattag intus. Das Opfer und Jens S. hatten zunächst versucht beim Angeklagten Geld für weiteren Alkohol zu erbetteln, wurden aber abgewiesen. Kurz danach erschien Bogdan K. in der Nachbarwohnung, lief zielgerichtet auf Silvio L. zu, stach mit dem Küchenmesser, das er hinter dem Rücken versteckt hatte, mit aller Wucht zu und verließ die Wohnung. Für die Tat gab es Zeugen, ein Motiv konnte die Kammer aber nicht herausfinden. Vielleicht hatte es im Vorfeld Beleidigungen oder Provokationen gegeben - klären ließ sich das nicht.

Bogdan K. wies die Tat zurückgewiesen, so etwas würde er nicht tun. Er hatte einige Erklärungen parat: Es habe eine Rangelei gegeben oder das Opfer habe ihm das Messer aus der Hand genommen - glaubwürdigen war keine. Der 59-Jährige hat sich wohl für sich selbst eine Entschuldigung zurechtgezimmert.

Monika Löffler

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