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Sechs Hobbybrauer aus Dresden vertreiben erfolgreich ihr eigenes Bier

Sechs Hobbybrauer aus Dresden vertreiben erfolgreich ihr eigenes Bier

Die Erfolgsgeschichte des "Vier Vogel Pils" beginnt 2012 in Kolumbien. Damals gingen Simon Rietschel und Christian Rudolf für ein Auslandssemester nach Kolumbien, Erik Winkelmann begleitete sie.

In dem südamerikanischen Land angekommen, litten die drei unter schlimmer Unterhopfung, denn der kolumbianische Gerstensaft war so gar nicht nach dem Geschmack der jungen Männer aus Dresden.

Doch die Rettung war nah: In dem kleinen Städtchen Bucaramanga im Nordosten des Landes lernten die diplomierten Elektro- und Verfahrenstechniker den Exil-Deutschen und Bierbrauer Edgar Krug kennen. Der bot ihnen an, in seiner kleinen Brauerei ihr eigenes Bier zu brauen. "Es gab allerdings drei Bedingungen: Wir mussten das Rezept selbst austüfteln, brauchten Namen und Etikett und mussten dafür sorgen, dass das Bier auch getrunken wird. Da seine letzte Bedingung schon die Lösung unseres Problems war, konnten wir mit diesem Deal recht gut leben", so Winkelmann. Der Name Vier Vogel Pils entstand als Liebesbeweis an der vierten "Vogel" im Bunde, Georg Bauerfeind, der zu Hause in Deutschland geblieben war. Das nach deutschem Reinheitsgebot gebraute Bier fand in Kolumbien reißenden Absatz und sogar Edgar war begeistert von der Kreation.

Angefixt von diesem ersten kleinen Erfolg und getrieben vom Bastelfieber musste zurück in Dresden zunächst die WG-Waschmaschine von Erik Winkelmann und seinem Bruder André dran glauben. Sie wurde kurzerhand zum Bierbrauapparat umfunktioniert. Doch so richtig konnten die Jungs den Geschmack des "Urpils" aus Kolumbien nicht wieder treffen. Auch ein paar kleinere Unfälle wussten das erhoffte Ergebnis zu verhindern: "Zwei, drei Mal hat einer aus Versehen die Schleudergang-Taste gedrückt. Die Brühe mussten wir dann natürlich weg kippen", lacht Winkelmann.

Nach einem halben Jahr vergeblichen Experimentierens war klar: Eine richtige Brauerei muss her. Mittlerweile zu sechst, Dieter Schmidt kümmert sich um Design und Öffentlichkeitsarbeit, mieteten sich die "Bier-Vögel" eine kleine Gartenlaube in einem Schrebergarten im Dresdner Süden und bauten dort nach kolumbianischem Vorbild ihre eigene 100 Liter-Brauerei. In die vier Stahltanks und Unmengen weiterem Equipment investierten die Hobbybrauer rund 15 000 Euro. Doch der finanzielle Aufwand lohnte sich, denn das dort produzierte Bier überzeugte auf voller Linie. Und so kam es, dass die 100 Liter Selbstgebrautes immer irgendwie zu schnell die Kehlen hinuntergeflossen waren. "Wir haben uns dann an eine Brauerei der Nähe von Chemnitz gewandt. Seit gut einem Jahr brauen die jetzt im Lohnbrauverfahren unser Bier nach unserem Rezept und nur mit besten Zutaten in 100-Hektoliter-Suden", erzählt einer der Winkelmann-Brüder. Im Mai vergangenen Jahres gründeten die Jungs, die ihr Hobby mit ganz normalen Jobs finanzieren, die Vier Vogel Pils GbR und zur Bunten Republik Neustadt 2014 feierte ihr "vollhopfig, frischperlender Trinkgenuss" dann mit neu entworfenem Logo Premiere.

Inzwischen hat das fünfprozentige Pils einen Platz in den Kühlschränken der Dresdner Spätis erobert und die Nachfrage reißt nicht ab: "Wir verkaufen unser Bier unter anderem in Berlin, Leipzig, Frankfurt und auch Rotterdam. Eine Probierkiste haben wir kürzlich sogar auf die Reise nach Indien geschickt. Mit diesem Erfolg hätten wir nicht gerechnet, eigentlich hatten wir ja nur aus Spaß mit dem Brauen angefangen", freut sich Dieter Schmidt. Zur Beliebtheit ihres Bieres trägt vermutlich auch bei, dass die 28 bis 32 Jahre alten Jungs einmal im Monat mit bis zu 15 Kisten Vier Vogel Pils eine WG-Party in Dresden sponsern.

Ob sie mit dem Gedanken spielen, eine weitere Biersorte zu kreieren, darüber hüllen sich die sechs Hobby-Bierbrauer in Schweigen: "Das ist noch Zukunftsmusik. Wir sind momentan einfach glücklich darüber, dass die Menschen unser Bier genauso lecker finden, wie wir selbst", so Erik Winkelmann. Erst einmal freuten sie sich darauf, Ende August beim Hecht-Fest in der Rudolf-Leonhard-Straße 32 ihr Bier an den Mann und die Frau zu bringen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.08.2015

Miriam Harner

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