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Schwules Paar aus Dresden freut sich mit seinem Sohn über Adoptionsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts

Schwules Paar aus Dresden freut sich mit seinem Sohn über Adoptionsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts

Bisher war es für schwule und lesbische Paare, die in einer eingetragenen Gemeinschaft leben, nicht möglich, das Kind des Partners zu adoptieren. Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dienstag ist dieses Hindernis passé.

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Florian Frisch (li.) und Thomas Hösel im Kinderzimmer ihres sieben Jahre alten Sohnes Tom, der nicht mit ins Bild wollte.

Quelle: Dietrich Flechtner

Zwei Dresdner, die sich sehr über das Urteil freuen, sind Florian Frisch und Thomas Hösel.

Beide sind Eltern des sieben Jahre alten Tom. Zumindest fühlt es sich für sie so an. Denn streng juristisch gesehen ist nur Florian Frisch der Vater. "Ich begrüße das Urteil, weil dadurch eine rechtliche Unsicherheit für unser Kind verschwindet", sagt der 37-Jährige.

So wäre es trotz einer notariell beglaubigten Sorgerechtsvollmacht, über die Thomas Hösel verfügt, nicht garantiert, dass Tom bei ihm bleiben dürfte, wenn Florian plötzlich stirbt. Aus diesem Grund möchte Thomas Hösel nach dem Gerichtsurteil auch keine Zeit verlieren und sein geliebtes Kind so schnell wie möglich adoptieren. "Zuerst habe ich gedacht, dass wir noch warten, bis es ein entsprechendes Gesetz gibt. Dann habe ich aber gelesen, dass es auch sofort geht", so Hösel. Trotz der Freude über die Karlsruher Entscheidung ist Thomas Hösel aber keinesfalls euphorisch: "Ich hatte es eigentlich erwartet und hake es daher ab", betont der 42-jährige Informatiker. Dass vor sieben Jahren sein Partner Florian den Antrag für die Adoption gestellt hat, war übrigens Zufall. Weil sie nicht gemeinsam ein Kind adoptieren durften, haben sie nach ausgiebigen Diskussionen einfach im Flur vor der Tür im Jugendamt eine Münze geworfen.

Thomas Hösel bekam daher die Schattenseiten einer rechtlich undefinierten Situation besonders zu spüren. "Ich wollte mir mit Florian zum Beispiel die Elternzeit teilen. Das war aber eigentlich nicht möglich, weil ich vor dem Gesetz als fremde Person galt", erzählt der 42-Jährige. Nur durch ein spezielles Arrangement mit seinem Arbeitgeber, das es ihm ermöglichte weniger Stunden und von zu Hause aus zu arbeiten, konnte er sein Vorhaben umsetzen.

"De facto war es letztendlich dann doch eine Elternzeit, aber juristisch oder sozialversicherungstechnisch betrachtet habe ich einfach verkürzt gearbeitet", erzählt Hösel, der bei der Adoption von Tom genauso seine finanzielle Situation offenlegen musste wie sein Partner Florian, obwohl er selbst gar nicht adoptieren durfte. Überhaupt schien es den beiden oft, dass sie von amtlichen Stellen immer nur als Familie wahrgenommen wurden, wenn es Nachteile für sie hatte.

"Beim Finanzamt musste ich mit meinen Kontoauszügen genau nachweisen, dass nur ich den Kindergarten für Tom bezahle und nicht Thomas", erklärt Frisch. Allerdings seien diese Probleme eher die Ausnahme gewesen. Vielmehr hätten er und sein Partner große Unterstützung vom Jugendamt und auch von ihrem persönlichen Umfeld erfahren. Für die Zukunft wünschen sich die beiden, dass Homosexuelle gemeinsam ein Kind adoptieren können, denn das ist auch nach dem Gerichtsurteil nicht erlaubt. "Das Urteil vom Dienstag war nur der erste Schritt. Jetzt muss es auch die Gleichstellung mit der Ehe geben", hofft Florian Frisch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.02.2013

Hönigschmid, Stephan

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