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Schwester Antonia begrüßt im Krankenhausfunk Neugeborene

Schwester Antonia begrüßt im Krankenhausfunk Neugeborene

„Glück und Segen zur Geburt Ihrer Kinder“, mit diesem Wunsch beginnt Schwester Antonia jeden Samstag ihren Babyreport im Dresdner St. Joseph-Stift. Dort warten die jungen Mütter auf der Wochenstation schon gespannt, dass sie mehr über den Namen ihres Nachwuchses im Klinikfunk erfahren.

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Schwester Antonia im Tonstudio des Krankenhauses St. Josef-Stift in Dresden (Sachsen).

Quelle: dpa

In jedem Zimmer des katholischen Krankenhauses ertönen dann Geschichten über Herkunft und Bedeutung einzelner Namen, aber auch über berühmte Namensvettern.

„Viele Mütter holen ihre Männer dazu und wollen den Text später haben“, sagt die 64-Jährige. Je nachdem, wie viele Kinder zur Welt kamen, kann sie viel oder wenig zu Mädchen- und Jungensnamen erzählen. Momentan sind die Listen wieder länger. „Das letzte Mal waren es 28 Namen“, berichtet Beate Scholz, wie Schwester Antonia eigentlich heißt. Schon freitags sitzt sie in ihrem Tonstudio im Klinikkeller und recherchiert - in Vornamenbüchern und im Internet.

„Manchmal bin ich richtig gefordert.“ Etwa bei Modenamen wie Thyra, Nou, Avital, Maddox, Sky, Nuno, Kyra oder Caprice. „Da bilde ich mich dann eben weiter.“ Kapituliert hat sie bisher nur vor wirklich exotischen Namen. Sophie, Leonie und Emma, Paul, Leon und Alexander dagegen gehören wie Elias, David und Jonathan zu den Klassikern, die Schwester Antonia schon fast auswendig beschreiben kann.

Die Hausfunk-Anlage, über die einst das Abendgebet gesprochen wurde, sei „ein wunderbares Arbeitsinstrument“ für die Seelsorge, sagt Schwester Antonia. Mit dem Babyfunk kann die langjährige Krankenschwester auf der Entbindungsstation ihre Liebe zu Kindern pflegen. An den anderen sechs Abenden sendet sie ein „Wort zum Tagesausklang“ mit besinnlichen Geschichten, Informationen für die Patienten und Musik - „was Flottes für die Wöchnerinnen, was Ruhiges für die Anderen“.

Nur samstags gehört der Äther den neuen Erdenbürgern, Tausende hat Schwester Antonia seit 1994 schon begrüßt. Gezählt hat sie die verlesenen Namen nie, nur ein dicker weißer Aktenordner zeugt von ihren Recherchen: eine Sammlung von Informationen, Kalenderblättern und Geschichten zu hunderten Namen - alphabetisch geordnet von Annabelle bis Zoe. „Da ziehe ich dann immer das richtige Blatt heraus.“

Die Idee, die Säuglinge extra zu begrüßen, hatte ein Pfarrer, erzählt die Ordensschwester. „Er wollte, dass die Mütter besondere Beachtung erfahren.“ Damals gab es Kärtchen mit Glückwünschen für jede von ihnen. „Mein Herz hängt schon daran, auch wenn es viel Arbeit macht“, sagt sie. Bei ihren Nachforschungen hat sie auch schon vergessene Heilige entdeckt, Kose- und Kurzformen entschlüsselt.

„Ich lasse mich immer wieder überraschen.“ Und die Patienten lieben ihre Geschichten. Als letztes Jahr wegen Umbaus nicht gesendet wurde, waren alle enttäuscht. „Da gab es Beschwerden“, berichtet die gebürtige Bautzenerin, die selbst keine Namensfavoriten hat - bis vielleicht auf Antonia. „Den habe ich mir ja selbst ausgesucht.“

Simona Block, dpa

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