Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Schuljahresstart: Nicht alle Dresdner Schulen sehen sich gut gerüstet

Am 8. August geht die Schule für 43 500 Dresdner Schüler los Schuljahresstart: Nicht alle Dresdner Schulen sehen sich gut gerüstet

Am 8. August geht der Unterricht auch an Dresdens Schulen wieder los. DNN fragten bei der Bildungsagentur und Dresdner Schulleitern nach, wie sie die Schulen gerüstet sehen fürs neue Schuljahr. Was die Absicherung des Unterrichts angeht, räumt die Bildungsagentur größere Probleme in den Förderschulen und kleinere Lücken in den anderen Schularten ein.

Die Schulbücher liegen bereit, mit der Absicherung des Unterrichts hat Jürgen Karras, Leiter des Gymnasiums Cotta, Probleme: „Fünf Lehrer sind krank geworden und Ersatz ist nicht in Sicht.“

Quelle: Carola Fritzsche

Dresden.  Im Handumdrehen sind sie vorbei, die sechs Wochen Schulferien. Ab Montag geht es wieder deutlich früher aus den Federn, als manchem Schüler und sicher auch Lehrer lieb ist. DNN fragten bei der Bildungsagentur und Dresdner Schulleitern nach, wie sie die Schulen gerüstet sehen fürs neue Schuljahr. Was die Absicherung des Unterrichts angeht, räumt die Bildungsagentur größere Probleme in den Förderschulen und kleinere Lücken an den Gymnasien, Ober- und Grundschulen sowie BSZ ein.

Für wieviele Schüler geht am Montag der Ernst des Lebens wieder los?

Die Bildungsagentur Regionalstelle Dresden, plant laut ihrer Sprecherin Petra Nikolov mit 43 500 Schülern, darunter 4800 Erstklässlern. Das sind etwa 900 Schüler mehr als im vergangenen Schuljahr.

Wie ist der Unterricht in den einzelnen Schularten abgesichert?

Bei den Gymnasien und BSZ sei der Unterricht grundsätzlich abgesichert, teilt Petra Nikolov mit. „Es ist natürlich möglich, dass durch kurzfristige Absagen und jetzt aufgetretene Langzeiterkrankungen wieder neue Lücken entstehen, die dann erneut geschlossen werden müssen – auch nach Schuljahresbeginn zum Beispiel durch Abordnungen aus anderen Schulen“, so die Sprecherin.

Wie sehen Leiter Dresdner Gymnasien die Situation?

„Es ist jahrelang immer nur auf Kante genäht worden“, beschreibt Frank Haubitz, Chef des sächsischen Philologenverbandes und Leiter des Gymnasiums Klotzsche, die Situation. Nun komme das große Erwachen. Er, Haubitz, habe jetzt die erste Langzeitkranke – eine Englischlehrerin, die für ein halbes Jahr ausfalle. „Ich spreche nun mit den Lehrern, die Teilzeit arbeiten, ob sie die nächsten sechs Monate nicht drei, vier Stunden mehr unterrichten wollen“, so Haubitz. Und er selber werde auch Englisch geben. Jede Schule sei auf sich selbst gestellt. Hilfe von außen sei nicht mehr zu erwarten.

Nach DNN-Informationen können das Bertolt-Brecht-Gymnasium, das Marie-Curie-Gymnasium und das Musikgymnasium den Unterricht nicht abdecken. Am „BB“ müssen schon von kommender Woche an fünf Stunden Deutsch und sechs Stunden Kunst ausfallen, wenn nicht noch in letzter Sekunde Ersatz gefunden wird. Am Marie-Curie-Gymnasium gibt es für 18 Stunden Geschichte pro Woche bislang keine Lösung. Und am Musikgymnasium stehen acht Stunden Ethik in den Sternen. Bei Jürgen Karras, Leiter des Gymnasiums Cotta, sind „auf dem Papier alle Lehrer vorhanden“. Allerdings hätten sich jetzt gleich fünf Pädagogen krank gemeldet, so dass bereits in der ersten Woche u.a. Mathe, Englisch und Deutsch ausfallen dürften.

Wie sieht es an den Grund-, Ober- und Förderschulen aus?

Bei den Oberschulen sei „nicht grundsätzlich auszuschließen, dass punktuell in Nebenfächern Kürzungen in der Stundentafel vorgenommen werden müssen“, erklärt Petra Nikolov. Ähnlich sei die Situation an den Grundschulen. „Bei den Förderschulen verfügen wir über eine recht problematische Situation“, erklärt Petra Nikolov. Es werde nicht gelingen, den Unterricht vollständig zu gewährleisten. Zu wenige Bewerber habe es gegeben, und „bei der Gewinnung von Seiteneinsteigern waren hier trotz aller Bemühungen deutliche Grenzen gesetzt“.

Was sagen Leiter von Grund-, Ober- und Förderschulen?

Mathias Gläsel, Leiter der 30. Grundschule, ist sehr zufrieden: „Wir haben keine Quer- und Seiteneinsteiger, sondern alle Lehrer selbst ausgebildet, niemand ist krank, und alle sind motiviert.“ Ähnlich äußert sich Uwe Hempel, Leiter des Förderzentrums Sprache. „Bei uns sieht es recht gut aus, der Unterricht ist abgesichert.“

Ulrich Simon, Leiter der 64. Oberschule, hat im Moment auch ausreichend Lehrer, um alle Fächer abzudecken. Nicht ganz unproblematisch findet er aber, dass an seiner Schule gleich drei Seiteneinsteiger Unterricht geben. „Seit vergangenem Schuljahr unterrichten zwei Naturwissenschaftler Chemie und Biologie, und am Montag kommt ein Historiker, der Geschichte gibt“, berichtet er. Dieser würde jetzt parallel zum Unterricht qualifiziert. Das sei in etwa so, als müsse er, Simon, plötzlich ohne Fahrausbildung einen Gelenkbus steuern.

Wieviele Seiteneinsteiger gibt es an Dresdens Schulen?

Hier liegen Petra Nikolov zufolge nur Zahlen für den gesamten Regionalstellenbereich vor, der auch die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge umfasst. 330 Personen werden zum neuen Schuljahr eingestellt, im Februar sind bereits 206 Stellen besetzt worden.

Wieviele junge Pädagogen werden an Dresdens Schulen neu eingestellt?

Nach Angaben der Sprecherin sind es 61 an den Gymnasien, 17 an den BSZ, 53 an den Ober-, 60 an den Grund- und 5 an den Förderschulen. Alle haben eine unbefristete Einstellung bekommen.

Wieviele Lehrkräfte sind am Schuljahresende in Rente gegangen?

84 Pädagogen.

Von Katrin Richter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.