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Schokolade statt Strafe: Neue Taktik gegen den Müll im Dresdner Alaunpark

Schokolade statt Strafe: Neue Taktik gegen den Müll im Dresdner Alaunpark

Erholungssuchende und Feierwütige, Hobbysportler und Hundehalter, Kinder, Rentner und junge Familien, Sonnenanbeter und Grillfreunde - sie alle bevölkern insbesondere im Sommerhalbjahr Tag für Tag den Alaunpark in der Dresdner Neustadt und gehen dort ihren Freizeitbeschäftigungen nach.

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Graffiti-Künstler Chris Löhmann gestaltet eine Mülltonne auf dem Alaunplatz.

Quelle: Stefan Schramm

Dabei entsteht zwangsläufig auch Müll, dessen ordnungsgemäße Entsorgung nicht wenige Leute offenbar einfach "vergessen". Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls leicht, wenn man über die beliebte Grünfläche schlendert.

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Ähnliche Müllcontainer-Aktionen kann sich Stadtreinigungsgeschäftsführer Peter Hofinger zukünftig auch an den Elbwiesen - hier der hochfrequentierte Bereich unmittelbar oberhalb der Augustusbrücke - vorstellen.

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Um dem Müllproblem Herr zu werden, haben das Ortsamt Neustadt, die Dresdner Stadtreinigung und der Gewerbe- und Kulturverein Äußere Neustadt Dresden e. V. jetzt wieder gemeinsam die Initiative ergriffen. "Nimm mich mit!", fordert ein Dreck-weg-Banner die Besucher der Parkanlage gleich an deren Eingang am Bischofsweg/Ecke Görlitzer Straße auf. "Wir wollen niemanden zwingen, sondern bitten die Leute darum, ihren Müll nicht liegen zu lassen, sondern selbst zu entsorgen", erklärt Ortsamtsleiter André Barth den gemeinsamen Appell an die Vernunft. Dies sei eine Maßnahme, die die Neustädter selbst wollen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Ortsamt Neustadt ein entsprechendes Pilotprojekt gestartet, das nun seit Mitte April fortgesetzt wird. Besondere Aufmerksamkeit innerhalb der Äußeren Neustadt gilt dem Alaunplatz. Das Motto des Handlungskonzepts: "Szeneviertel ja - Dreckecken nein". Konkret bedeutet das: Die Leerungszyklen für Müllbehälter wurden erhöht, fünf große Tonnen mit jeweils 1,1 Kubikmetern Fassungsvermögen aufgestellt und die Wiese dreimal pro Woche - jeweils montags, freitags und sonnabends - gesäubert.

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Zum Wochenbeginn waren die Wiesen gereinigt. Wie lange der Zustand anhält, darüber kann nur gemutmaßt werden.

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Zusätzlich stehen nun für die kommenden zwei Wochen 20 Müllbehälter mit jeweils 120 Litern Fassungsvermögen überall verteilt auf dem Alaunplatz. Die fünf großen Müllbehälter wurden am Freitag durch Neustädter Graffiti-Künstler gestaltet. Darüber hinaus verteilt in den nächsten vier bis sechs Wochen ein Promotion-Team auf dem Alaunplatz Schokoladentafeln. Der Clou: Deren Verpackung wird von einer Hülle umgeben, auf der ein Lageplan die Standorte aller mehr als 30 fest installierten Entsorgungsmöglichkeiten auf dem Alaunplatz ausweist - vom kleinen Papierkorb über den Altglas-Container bis hin zum großen Unterflurbehälter.

Mit den mobilen Tonnen ergibt sich ein Gesamtvolumen der Müllcontainer von rund 13 Kubikmetern. "Das sollte reichen", sagt Ortsamtsleiter Barth. Die Botschaft laute: "Es gibt Mülltonnen, also benutzt sie auch!" Ziel ist, dass die regelmäßige Großreinigung der weitläufigen Rasenfläche zukünftig entfalle. Derzeit seien dreimal wöchentlich vier Mitarbeiter jeweils drei Stunden lang damit beschäftigt, den Alaunplatz von Unrat und den verschiedensten, insbesondere von Picknicks stammenden Hinterlassenschaften zu beräumen.

Finanziert wird die rund 17.000 Euro teure Aktion aus dem lokalen Handlungsprogramm für Ordnung und Sauberkeit durch das Ortsamt Neustadt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, der Stadtreinigung Dresden sowie dem Gewerbe- und Kulturverein Äußere Neustadt Dresden e. V. Stadtreinigungsgeschäftsführer Peter Hofinger sagt: "Es wäre ermutigend für uns, wenn sich viele Leute daran beteiligen und ihren Müll selbst entsorgen." Für die Zukunft könne er sich ein ähnliches Vorgehen auch auf den Neustädter Elbwiesen vorstellen. Dort habe die Vermüllung in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen.

Stefan Schramm

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