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Schnellere Rheuma-Diagnose durch neues Gerät im Krankenhaus Friedrichstadt in Dresden

Schnellere Rheuma-Diagnose durch neues Gerät im Krankenhaus Friedrichstadt in Dresden

Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung, die noch vor zwanzig Jahren das Leben der Patienten enorm eingeschränkt hat. Das städtische Krankenhaus in Dresden-Friedrichstadt bietet jetzt als erstes Krankenhaus in Sachsen Diagnostik über einen Rheuma-Scanner bei dem die Patienten mit eigenen Augen beobachten können, wie sich ihre Hände einfärben.

Cornelia Barthmann braucht ihre Hände. Sie möchte den Kindern von Elbflorenz auch in Zukunft auf die Welt helfen. Sie möchte ihre Köpfchen ertasten, ihre Körper sanft eindrehen und dabei zusehen, wie die Neuankömmlinge das erste Mal nach Luft schnappen. Doch die Gelenke der 50 Jahre alten Hebamme schmerzen, besonders in den Händen. Diagnose: Rheuma. Ihre Lymphozyten - Teile der weißen Blutkörperchen - greifen die Haut ihrer Gelenke an. Anstatt gegen Feinde von außen zu kämpfen richtet sich ihr Immunsystem gegen den eigenen Körper - eine unheilbare Krankheit.

Zur frühen Diagnose der gefährlichen Krankheit bietet das Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt nun ein bildgebendes Verfahren über einen sogenannten Rheumascanner. Nach Angaben des Krankenhauses handelt es sich dabei um den ersten Scanner in Sachsen. Bundesweit sind bislang nur etwa 30 Geräte im Einsatz. Erste Studien - unter anderem in der englischsprachigen Fachzeitschrift "Annals of the Rheumatic Diseases" - haben bereits bewiesen, dass mit diesem Scanner entzündliche Gelenkerkrankungen im Frühstadium besser dargestellt werden, als in klinischen Untersuchungen oder mit der Magnetresonanztomographie (MRT).

"Das Rheuma-Leben heute entscheidet sich grundlegend vom dem Rheuma-Leben damals", erklärt Leonore Unger, Chefärztin der 1. Medizinischen Klinik. Während Rheuma-Patienten früher im Rollstuhl landeten oder durch eine Lähmung gar starben, können heute bis zu 70 Prozent der Patienten ein normales Leben führen. Voraussetzung für eine gute Therapie sei jedoch eine frühzeitige Diagnose. Diese sei mit dem Scanner noch präziser möglich.

Bei dem neuen optischen Verfahren legen die Patienten ihre Hände auf eine bewegliche Platte, die wiederum unter die eingebaute Kamera des Gerätes geschoben wird. Zuvor wird den Patienten ein Kontrastmittel gespritzt. "Bereits 60 Sekunden nach der Injektion des Kontrastmittels kann seine Anreicherung in den entzündeten Gelenke festgestellt werden", erläutert Unger. Die Patienten könnten quasi beobachten, wie sich die Entzündungen auf dem Bildschirm abzeichnen. Da der Körper versuche, vermehrt Abwehrzellen zu den Krankheitsherden zu bringen, würden betroffene Gelenke stärker durchblutet und entsprechend gefärbt.

Das Ergebnis auf dem Monitor zeigt sich farbig. Hände in grün, rot und weiß - was für den Laien ein Farbenschauspiel ist, liefert Oberärztin Unger fundierte Erkenntnisse über das Rheuma in den Händen. "Mit dem Scanner können wir deutlich den Entzündungsstatus in den mehr als 30 Gelenken beider Hände einschätzen", erklärt sie.Cornelia Barthmann sieht jetzt einige Stellen ihrer Hände rot aufleuchten. Ihr Rheuma befindet sich noch im Frühstadium.

Die Vorteile des Verfahrens liegen für Oberärztin Unger auf der Hand: "Mit dem Scanner können wir Gelenkentzündungen früh und sicher erkennen." Zudem komme die Untersuchung ohne Strahlenbelastung aus und dauere nur zehn Minuten. Derzeit laufen die Verhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen, ob das Verfahren bezahlt wird. Bis das geklärt ist, übernimmt das Krankenhaus die Kosten von etwa 400 Euro pro Behandlung. Für Cornelia Barthmann ein Glücksfall. Sie kann auch in Zukunft kleinen Erdenbürgern auf die Welt helfen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.03.2013

Katrin Tominski

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