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Schneller, billiger, nachhaltiger: Baukonzern schafft Flüchtlingsunterkünfte

Unterbringung von Asylsuchenden Schneller, billiger, nachhaltiger: Baukonzern schafft Flüchtlingsunterkünfte

Der Baukonzern Ed. Züblin AG schafft Flüchtlingsunterkünfte, in denen Sozialwohnungen entstehen können. "Das könnte auch ein Ansatz für Dresden sein. Wir haben der Stadt Angebote für drei Standorte unterbreitet und warten auf Antwort", sagte Züblin-Projektleiter Hartmut Beyer.

So sieht ein Betonmodulbau aus, der vom Baukonzern Ed. Züblin AG bei Stuttgart errichtet wurde.

Quelle: PR

Dresden. Die deutschen Kommunen stehen vor der schier unlösbaren Aufgabe, in kürzester Zeit riesige Mengen von Asylbewerbern menschenwürdig unterzubringen. Und möglichst auch nachhaltig: Containerdörfer sind vergleichsweise schnell aufgebaut, aber sie haben eine begrenzte Nutzungsdauer, die in der Regel fünf Jahre beträgt. Großstädte wie Düsseldorf oder Stuttgart sind deshalb dazu übergegangen, eine andere Lösung für Flüchtlingsunterkünfte umzusetzen: Modulbauten.

"Das könnte auch ein Ansatz für Dresden sein. Wir haben der Stadt Angebote für drei Standorte unterbreitet und warten auf Antwort." Hartmut Beyer ist Projektleiter beim Baukonzern Ed. Züblin AG und überwacht in Dresden die Arbeiten am Kraftwerk Mitte, wo die neuen Bühnen für die Staatsoperette Dresden und das Theater Junge Generation entstehen. Züblin errichtet gerade im Raum Stuttgart 37 Projekte in Modulbauweise. "Das sind Gebäude, die sehr schnell errichtet werden können, mindestens die Qualität von Containern bieten, aber einen Lebenszyklus lang stehenbleiben können", so der Baufachmann.

Züblin habe Lösungen im Holzbau und in Betonbauweise im Angebot. Die Bauzeiten würden bei Beton etwa fünf bis sechs Monate betragen, im Holzbau zwei bis drei Monate. "Das gilt ab Baugenehmigung. Die Planungsphase ist nicht mit eingerechnet", so Beyer. Je nach Ausstattungsvariante der Gebäude würden die Kosten für eine Asylbewerberunterkunft mit 96 Bewohnern zwischen 2,4 und 2,9 Millionen Euro netto liegen. Das seien natürlich nur Richtwerte, die genauen Preise könnten erst genannt werden, wenn die örtlichen Gegebenheiten wie der Baugrund bekannt seien. "Wenn wir eine Pfahlgründung realisieren müssen, wirkt sich das auf die Kosten aus." Die Preise bei Beton würden noch deutlich unter dem Holzbau liegen.

Der Nettopreis pro Bewohner liegt den Rechenbeispielen zufolge im Holzbau zwischen 24 690 und 29 900 Euro. Zum Vergleich: Die Stadt rechnet mit Investitionskosten von 25 000 Euro pro Bewohner bei einer Unterbringung in Containern (DNN berichteten). Viel Geld für eine zeitlich begrenzte Lösung, wobei Beyer betont: "Vergleiche hinken immer. Da muss man aufpassen, wenn man die Kalkulation nicht bis ins kleinste Detail kennt."

Die Modulbauten von Züblin sind so konzipiert, dass sie nicht nur als Flüchtlingsunterkunft mit Zwei- und Dreibettzimmern sowie Nasszelle genutzt werden können. Mit relativ wenig Aufwand lassen sich in den Gebäuden Wohnungen einrichten, erklärt Beyer. "Wenn keine Übergangswohnheime mehr gebraucht werden sollten, können die Gebäude als Mehrfamilienhäuser genutzt werden. Sozialwohnungen werden doch immer gebraucht." Es müssten nur die Trockenbauwände verändert werden, um ein Heim mit kleinteiliger Zimmerstruktur in ein Wohnhaus zu verwandeln.

Architektonisch seien die Modulbauten sicher kein Höhepunkt, weiß der Projektleiter. "Aber an Einzelstandorten sehe ich keine Probleme." Aus Kostengründen würden die Gebäude nur über drei Geschosse verfügen. Werde höher gebaut, würden sich Bauzeit und Kosten entsprechend erhöhen.

In Jena hat Züblin gerade erst den Auftrag erhalten, für 5,6 Millionen Euro zwei Dreigeschosser und einen Zweigeschosser mit einer Kapazität von 172 Plätzen in Betonbauweise zu errichten. Container hätten am gleichen Standort acht Millionen Euro gekostet. "Die Stadtverwaltung Dresden kennt unsere Angebote. Wir warten auf eine Rückmeldung", sagt Beyer.

"Ich finde, wir sollten solche Ideen aufnehmen und schnell prüfen, ob und wie sie umgesetzt werden können", forderte Michael Schmelich, sozialpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat.

Thomas Baumann-Hartwig

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