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Schneidermeisterin aus Dresden: "In Krisenzeiten greifen die Leute wieder zu werthaltigen Sachen"

Schneidermeisterin aus Dresden: "In Krisenzeiten greifen die Leute wieder zu werthaltigen Sachen"

"Ich liebe die Freiheit, bin schon immer meinen eigenen Weg gegangen", sagt Cornelia Donath. Die Damenschneidermeisterin führt seit 20 Jahren in Dresden ein eigenes Atelier.

Mit einer Modenschau, die Kunden mit den für sie geschneiderten Modellen gestalten, wird das am heutigen Sonnabend gefeiert. Bei schönem Wetter soll 16.30 Uhr der Fußweg vor dem Geschäft Bautzner Landstraße 24 zum Laufsteg avancieren. Bei schlechtem Wetter wird die "Erinnerungsmodenschau" hinters Haus verlegt.

Eigentlich hatte Cornelia Donath nach Abschluss ihrer Meisterprüfung kurz nach der Wende an der Semperoper eine Stelle in Aussicht. "Doch dann bot mir ein Freund, der in Bühlau Gewerberaum gemietet hatte, ein kleines Ladengeschäft zur Untermiete an. Und so bin ich den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen, obwohl ich natürlich Ängste hatte, ob das wirklich klappt", gibt die heute 44-Jährige zu.

Zu Fuß lief sie die Straßen ab und steckte Einladungen zur Geschäftseröffnung in die Briefkästen. Die ersten Kunden kamen zunächst mit Änderungswünschen, doch schon bald waren auch maßgefertigte Sachen gefragt. Mittlerweile hat sich die Handwerksmeisterin, die im Jahr 2000 auf den Weißen Hirsch zog, einen guten Namen gemacht. Ihre Kundinnen kommen aus der Region Dresden, aber auch aus München oder der Schweiz.

"Mein Geschäft suchen junge Frauen auf, die ihren eigenen Kopf haben und mit der konfektionierten Kleidung nicht konform gehen. Ich fertige für Frauen im mittleren Alter, die zum Beispiel Spaghettiträger-Kleider leid sind und im Laden kein Kleid mit einem kleinen Ärmel finden. Und es kommen ältere Damen, die Wert auf hochwertige Kleidung legen, aber mit der Qualität der Konfektion nicht zufrieden sind."

Am meisten gefragt seien Ball-, Hochzeits- und Festkleider. Frau lässt sich jedoch gern auch mal ein kleines Schwarzes mit Jäckchen, ein Kostüm oder einen Hosenanzug auf den Leib schneidern. Die Krise tat dem keinen Abbruch. Im Gegenteil. "Die Leute greifen, wenn die Zeiten schlechter werden, eher zu werthaltigen Sachen."

Auch Durststrecken hatte Cornelia Donath immer wieder zu überstehen. Einen Einbruch registrierte die Handwerksmeisterin zwischen 2000 und 2005. "Da wurden viele Betriebsfeiern abgeschafft und plötzlich ging man eher lässig gekleidet auf Arbeit." Jetzt machen die Chinesen den Schneidern hierzulande spürbar Konkurrenz. "Im Grunde ist das Betrug. Man wirbt im Internet mit maßgeschneiderten Kleidern. Doch der Kunde muss selbst seine Maße abnehmen, kann den Stoff nicht vorher sehen und Anproben sind auch nicht möglich. Da kommt mit dem Kleiderpaket aus China dann oft das böse Erwachen. Bei mir standen schon einige Bräute mit einem solchen Kleid weinend im Laden", seufzt die Handwerksmeisterin, die dann versucht, für den schönsten Tag im Leben zu retten was zu retten ist.

Als Designerin sieht sich Cornelia Donath, die ab August ihren 13. Lehrling ausbilden wird, nicht, obwohl jedes Teil bei ihr ein Unikat ist. "Der Designer macht seine Kollektion und verkauft sie dann an wen auch immer. Ich gehe immer vom Kunden aus, getreu dem Motto: Größe ist nichts, Proportion alles."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.04.2013

Catrin Steinbach

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