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Schluss mit schlichter Bauträgerarchitektur!

Dresden will Striesen und Blasewitz unter Schutz stellen Schluss mit schlichter Bauträgerarchitektur!

Wenn die Abrissbirne kam, war die Stadt machtlos. Nicht denkmalgeschützte Gebäude in Striesen oder Blasewitz wurden einfach weggerissen und durch schlichte Neubauten ersetzt. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Verwaltung hat Erhaltungssatzungen erarbeitet.

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Blasewitz ist von Villengebäuden geprägt.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  Die Aufgabe war gewaltig: 360 Hektar Fläche und 1970 Gebäude hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit einem Architekturbüro analysiert. Es sei darum gegangen, eine städtebauliche Charakteristik für Straßenzüge und ganze Stadtviertel zu ermitteln, erklärt Stadtplaner Daniel Woite. Die Analyse ist in fünf Erhaltungssatzungen für Teile von Blasewitz und Striesen eingegangen. Seit Montag liegen die Satzungsentwürfe im Ortsamt Blasewitz und im World Trade Center bis zum 23. September aus. Im Oktober sollen die Anregungen ausgewertet und eingearbeitet werden, so Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes. Dann werden Vorlagen für den Stadtrat erarbeitet.

Striesen und Blasewitz sind laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) stadtgeschichtlich und städtebaulich bedeutende Stadtteile mit sehr guter Wohn- und Lagequalität. Bebaubare Grundstücke seien Mangelware, was zu einer verhängnisvollen Entwicklung führe: Für Neubauvorhaben werde nicht denkmalgeschützte Bausubstanz abgerissen und durch Gebäude mit eher einfacher Architektur ersetzt. Es gebe die Tendenz zur intensiven Nutzung, die auch zu einem Verlust an Qualität in den historischen Vorgärten führe, so der Baubürgermeister. „Wir sprechen von einer einheitlichen Bauträgerarchitektur.“

Der Stadtrat habe der Verwaltung den politischen Auftrag erteilt, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, erklärte der Baubürgermeister. Denn die Steuerungsmöglichkeiten seien eher überschaubar gewesen. So hätten Abrisse von nicht denkmalgeschützten, prägenden Gebäuden nicht verhindert werden können. Das hätte auf Dauer zu einem Verlust der prägenden Charakteristik dieser Gebiete führen können.

Die Erhaltungssatzungen würden bauliche Veränderungen und Anpassungen nicht verhindern, verspricht Szuggat. Aber es sei möglich, die Erhaltungswürdigkeit von Gebäuden einzelfallbezogen zu prüfen. Auch Neubauten könnten strenger geprüft werden. Beispiel: „Blasewitz ist geprägt von zweigeschossigen Sommerfrischehäusern, die im Durchschnitt zehn Meter hoch sind. Bei dieser Höhe lassen sich auch drei Geschosse unterbringen, was aber den Charakter einer Häuserzeile völlig verändern würde.“ Es werde schwieriger für Investoren, „Ausreißer“ zu errichten, meint der Amtsleiter. Jeder Abriss, jede Änderung und jede Errichtung baulicher Anlagen müssten genehmigt werden. Darunter würden auch die charakteristischen Grundstückszäune in Blasewitz und Striesen fallen.

Die Gaslaternen in dem Gebiet bleiben auf den Nebenstraßen erhalten, versicherte Szuggat. Eine Ablösung sei nur an den Hauptverkehrszügen erforderlich. Ob sich das Vorhaben „Stadtbahn 2020“ mit den Erhaltungssatzungen verträgt, könne noch nicht eingeschätzt werden. „Wir sind da aber optimistisch. Der Bau der Straßenbahntrasse soll so wenig wie möglich in Seitengrundstücke eingreifen“, so der Amtsleiter. Abspannmasten würden dank moderner Technik immer schlanker und damit unauffälliger.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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