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Schloss Albrechtsberg - Eine Baustelle mit offenem Ausgang

Schloss Albrechtsberg - Eine Baustelle mit offenem Ausgang

Vorn Gerüste, hinten Gerüste: Schloss Albrechtsberg ist eingerahmt von Sanierungsmaßnahmen. Sie beginnen am östlichen Torhaus und setzen sich hinter dem Schloss am Römischen Bad und seinen Terrassenanlagen fort.

Von Genia Bleier

Während die Eingangssituation noch im Juli mit frisch sanierten Fassaden glänzen soll, gibt es zum Abschluss der Arbeiten am Römischen Bad keinerlei Aussagen. Verlässlich sind sie nur für den ersten Bauabschnitt, der die Instandsetzung der beiden unteren Ebenen der Hanggestaltung mit Treppenaufgang betrifft. Badebecken, Säulengang und Aussichtsterrasse harren der künftigen Dinge.

Eigentlich sollte in vier Bauabschnitten dieses der italienischen Renaissance nachempfundene Bad bis 2014 generalsaniert sein. Doch die Stunden des jetzigen Bauherrn, der Konzert- & Kongressgesellschaft mbH (KKG), die auch den Kulturpalast betreibt, sind gezählt. Am 30. September ist Schluss. Am 25. September sollen die Objekte der Eigentümerin Landeshauptstadt Dresden übergeben werden, so Steffen Meyer, Technischer Leiter der KKG. Schloss Albrechtsberg könnte dann, vorbehaltlich der Zustimmung durch den Stadtrat, unter die Fittiche der Messe Dresden wandern.

Meyer hat die etwas undankbare Aufgabe, als gekündigter Chef die durch sein abgewickeltes Unternehmen veranlassten Bauarbeiten zu erläutern. Er tut es mit Gelassenheit und freut sich, für das Begonnene wenigstens gesicherte Planungsunterlagen übergeben zu können. Für das äußerlich fertig gestellte Heizhaus lieferte das Büro Hahn + Kollegen die Planung. Hier sollte in dem nicht zu Heizzwecken genutzten Teil ein Veranstaltungsraum für bis zu 130 Personen mit kleiner Bühne entstehen. "Dafür fehlte uns die Zeit und das Geld", sagt Meyer. "Wir haben das Objekt mit der äußeren Hülle abgeschlossen."

Die Planung für das Römische Bad obliegt dem Büro Heidelmann & Klingebiel. Bisher wurden in Absprache mit Stadtverwaltung und Denkmalpflege in diese Arbeiten 1,2 Millionen Euro investiert. Mit einer mindestens so hohen Summe ist bis zur Fertigstellung noch einmal zu rechnen. Sie müsste dann im Haushalt der Stadt eingestellt sein. Bei weiterem Substanzverlust könnte es noch teurer werden.

1999 hatte die KKG Schloss Albrechtsberg in seine Regie übernommen. Der Bauzustand ließ damals sehr zu wünschen übrig. In den oberen Räumen des Schlosses mussten bei jedem Regenguss Schüsseln und Eimer aufgestellt werden. Inzwischen ist das Dach dicht, die Türme sind saniert, Innenräume restauriert. Im ersten Obergeschoss sind sie im Bestand gesichert, die Restaurierung steht noch aus. Das Torhaus West, Sitz der Hoga mit Schulungsräumen und Geschäftsleitung, ist top saniert. Nun kommt das östliche Pendant (Jugendkunstschule) mit dem Querbau (Bühne im Torhaus) an die Reihe. Zum Teil gab es großflächige Abplatzungen im Putz, der hier Steinquader imitiert. In den nächsten Tagen sind Handwerker noch dabei, die Schäden zu reparieren. Es soll so viel wie möglich historischer Putz erhalten bleiben. Wo es geht, werden deshalb die Putzschichten mit einem Unterputz verklebt. Nach der Erneuerung erhält das Torhaus einen neuen Anstrich. Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 20 000 Euro.

Wesentlich aufwändiger und kostenintensiver sind die 2011 begonnenen Arbeiten am Römischen Bad inklusive der Gartengestaltung. Die Dresdner Steinmetz- und Steinbildhauer GmbH von Sven Schubert hat noch alle Hände voll zu tun. Meyer ist mit dem Unternehmen sehr zufrieden. Aus dem dunklen Sandstein stechen hier und da die hellen Einfügungen heraus, auch an der Balustrade auf der Ebene des Wasserbeckens. Aber vieles steht noch aus. Die archäologischen Grabungen im Becken sind abgeschlossen und es steht fest, dass zu DDR-Zeiten verlegte Platten entfernt werden. Wann das geschieht und wann der halbrunde Säulengang saniert wird, ist offen. Auch die dort beheimateten Turmfalken und Fledermäuse müssen mit länger anhaltenden Behinderungen rechnen. Um größere Schäden zu vermeiden, wurde die darüber liegende Terrasse mit Dachpappe notgesichert. Ein Dauerzustand sollte nicht daraus werden.

Besucher der Schlössernacht müssen nun erneut einen großen Bogen um das Römische Bad schlagen. Auch alle Parkspaziergänger zwischen den Elbschlössern finden eine Absperrung vor. Doch für den Herbst verspricht Meyer eine neue Lösung. Im September sollen die Bauzäune so versetzt werden, dass die Umrundung der Baustelle möglich und die Begehung der mit neuem Geländer ausgerüsteten Treppe möglich ist. Für die Instandsetzung des Viadukts, der von einem Serpentinenweg zum Römischen Bad führt, zeichnete das Amt für Stadtgrün verantwortlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.08.2012

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