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Schlammschlacht am Zwingerteich Dresden: Karpfensaison ist eröffnet

Schlammschlacht am Zwingerteich Dresden: Karpfensaison ist eröffnet

Premiere für den Zwingerteich: Mitten in Dresden haben die sächsischen Teichwirte am Samstagvormittag die Karpfensaison eröffnet. Zwei Dutzend Männer in Gummistiefeln und Wathosen rückten den beliebten Speisefischen zuleibe.

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Petri heil! Mehrere Hundert Karpfen zogen die Teichwirte aus dem Zwingerteich.

Quelle: Tanja Tröger

Ungewöhnlich war nicht nur der Ort der Saisoneröffnung – sonst wird zuerst im Dresdner Umland oder in Ostsachsen abgefischt. Auch die Technik wich vom üblichen Prozedere ab, bei dem die Teiche abgelassen werden. Weil das Wasser im Zwingerteich bleiben muss, trieben die Teichwirte die Karpfen zunächst mit einem großen Netz am Ufer zusammen und fischten sie anschließend mit Keschern heraus. Ingesamt rund 1,2 Tonnen Karpfen, 35 Kilogramm Graskarpfen und 10 Kilogramm Schleien bugsierten die Männer an Land – eine schweißtreibende Angelegenheit. Und eine schlammige obendrein, denn der Fischzug hatte den Teichboden ordentlich aufgewühlt. Nachdem die etwa 600 glitschigen Gesellen sortiert und gereinigt waren, landeten sie wieder im Wasser, in den sauberen Tanks der Fischzuchtbetriebe nämlich.

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Impressionen vom Abfischen des Zwingerteichs.

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„Esst mehr einheimischen Fisch!“

Sachsen ist eine Karpfenhochburg. Rund drei Viertel der gesamten Fischproduktion in sächsischen Aquakulturbetrieben seien Karpfen, erläuterte Fritz Jaeckel, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Rund 8400 Hektar Teichfläche werden im Freistaat für die Karpfenproduktion genutzt – das sind etwa 6000 Fußballfelder. Dennoch sei der Speisefisch bei der Bevölkerung ein wenig in Vergessenheit geraten. Deshalb appellierten die Vertreter von SMUL und Landesfischereiverband an die Zuschauer: „Esst mehr einheimischen Fisch!“ August der Starke hat’s vorgemacht: Rund 250 Kilogramm Fisch sollen pro Woche in der Hofküche verarbeitet worden sein.

Der Landesfischereiverband rechnet für die neue Saison mit einer Ernte von 2200 Tonnen Speisekarpfen. Im vergangenen Jahr konnten die  Teichwirte nach Zahlen des Statistischen Landesamtes gut 1900 Tonnen des Friedfisches produzieren. Zwei Drittel der Gesamtmenge kommen der Statistik zufolge aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen. In diesem Jahr hatten die Teichwirte wegen des schneearmen Winters mit einigen Problemen zu kämpfen. Im Frühsommer waren laut Verband wegen des daraus folgenden Wassermangels in einigen Teichen Notabfischungen nötig.

ttr/dpa

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