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Schlafsack in Asylunterkunft angezündet

Verurteilt Schlafsack in Asylunterkunft angezündet

Was sich Kamal B. leistete, war heimtückisch und sehr gefährlich. Der 26-Jährige zündete im Dezember 2015 im Asyl-Zeltlager auf der Gutzkowstraße den Schlafsack eines Flüchtlings an, der tief schlief. Zum Glück entdeckte ein weiterer Asylbewerber das Feuer und löschte es. Dabei verletzte er sich. Kamal B. wurde festgenommen und sitzt seitdem in U-Haft.

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Quelle: Archiv

Dresden.  Über eine Million Flüchtlinge kamen im vergangenen Jahr nach Deutschland – eine enorme Herausforderung. Vor allem die Unterbringung wurde zu einem Riesenproblem, die Kommunen waren total überfordert. Überall wurden Zeltstädte aus dem Boden gestampft oder Sporthallen, Einkaufsmärkte und andere Gebäude zu Unterkünften umfunktioniert. Auf Befindlichkeiten, Glauben, religiöse Ausrichtungen oder ethnische Herkunft konnte keine Rücksicht genommen werden – wichtig war zunächst ein Bett für jeden und ein Dach überm Kopf. Hunderte drängten sich auf engstem Raum. Streitereien und Handgreiflichkeiten waren vorprogrammiert, und die gab es ja auch.

Was sich Kamal B. leistete, war aber regelrecht heimtückisch und sehr gefährlich. Der 26-Jährige zündete im Dezember 2015 im Asyl-Zeltlager auf der Gutzkowstraße den Schlafsack eines Flüchtlings an, der tief schlief. Zum Glück entdeckte ein weiterer Asylbewerber das Feuer und löschte es. Dabei verletzte er sich. Kamal B. wurde festgenommen und sitzt seitdem in U-Haft. Wegen versuchter schwerer Körperverletzung stand er gestern vor dem Amtsrichter.

Der Angeklagte, der die marokkanische und libysche Staatsangehörigkeit besitzt, war erst einen Monat zuvor nach Dresden gekommen. Er habe Frau und Kinder in Tripolis zurückgelassen, um hier ein besseres Leben führen und seine Familie unterstützen zu können, erklärte er. In dem Lager habe es immer wieder Reibereien mit syrischen Flüchtlingen gegeben – zum Beispiel bei der Essensausgabe. So auch an jenem Tag. Er habe sich geärgert und viel Alkohol getrunken und sei dann in den Bereich der syrischen Asylbewerber gegangen. Der 26-Jährige, so hatte es den Anschein, mag Syrer nicht sonderlich. „Dann habe ich mein Feuerzeug an den Schlafsack gehalten, und es brannte.“ Ein Gutachten hatte ergeben, dass das Material des Schlafsackes sehr schnell Feuer fängt und richtig durchbrennt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Feuer nicht so schnell gelöscht worden wäre. Das Opfer hätte schwere Verbrennungen erleiden und die Flammen auf andere Gegenstände oder den Holzfußboden übergreifen können. Wäre es zu einem größeren Brand gekommen, wäre es für viele Menschen gefährlich geworden. Dass dies nicht passierte, war nicht der Verdienst des Angeklagten, der sich nicht mal sicher war, ob der Mann im Schlafsack auch der war, mit dem er Streit hatte.

„Ich habe das nicht gewollt und schäme mich“, versicherte der 26-Jährige, der jetzt wieder zurück in seine Heimat will. Das sei das Beste für ihn, so Richter Roland Wirlitzsch. Er verurteilte Kamal B. zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. „Die Bewährung bekommen sie, weil sie schon fast ein halbes Jahr in U-Haft sind. Passieren wieder Straftaten, sitzen sie die Reststrafe aber ab.“

Von Monika Löffler

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