Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Schlaflabor der Dresdner Unklinik erweitert Kapazitäten - kürzere Wartezeiten für Patienten

Schlaflabor der Dresdner Unklinik erweitert Kapazitäten - kürzere Wartezeiten für Patienten

Das interdisziplinäre Schlaflabor am Dresdner Uniklinikum hat Zuwachs bekommen. Nach dem Umzug in das neu geschaffene Diagnostisch-Internistisch-Neurologische Zentrum (DINZ) vergangene Woche können nun bis zu 900 statt bislang 600 Patienten mit Schlafstörungen pro Jahr untersucht und behandelt werden.

Voriger Artikel
Veranstalter sagen Messe „automobil Dresden“ für 2013 ab
Nächster Artikel
Absturz in jungen Jahren - 20-jähriger Dresdner landete durch Konflikte mit den Eltern im Obdachlosenheim

Nadine Wasilewski (21) im Schlaflabor der Uniklinik. Die Pirnaerin leidet seit ihrem 12. Lebensjahr an unkontrollierbaren Schlafattacken, die auch ihre Berufschancen mindern. Im Schlaflabor erhofft sie sich nun Hilfe.

Quelle: Jane Jannke

 

Drei statt bislang zwei Betten hält das Schlaflabor nach dem Umzug in das im vergangenen Sommer fertig gestellte DINZ im Haus 19 der Uniklinik nun vor. „Es besteht zudem eine Option für ein viertes Bett, das bei Bedarf aktiviert werden kann“, erläuterte am Dienstag Professor Alexander Storch, stellvertretender Leiter der Klinik für Neurologie. 300 Betroffene mehr können so pro Jahr an der Uniklinik umfassend untersucht und behandelt werden. 

php4701e75cfd201301151611.jpg

Nadine Wasilewski aus Pirna ist mit Verdacht auf Narkolepsie im Schlaflabor. Eine Nacht hat sie bereits hinter sich: Geschlafen hat sie wider Erwarten gut - auch mit den vielen Kabeln und Elektroden.

Zur Bildergalerie

Die Erhöhung der Kapazitäten war dringend notwendig, denn ein Bett im Schlaflabor ist stark gefragt. „Das Bewusstsein, dass Patienten mit Schlafstörungen geholfen werden muss und sehr oft auch kann, ist größer geworden“, weiß Alexander Storch. Die Menschen gingen heute dank besserer Aufklärung und Fortschritten in der Schlafmedizin weitaus häufiger zum Arzt. Die Wartezeit auf ein Bett im Labor betrug an der Uniklinik daher zuletzt bis zu einem halben Jahr.  

So lange musste auch Nadine Wasilewski warten. Seit ihrem zwölften Lebensjahr leidet die 21-Jährige aus Pirna mehrmals täglich unter Schlafattacken – obwohl sie nachts ausreichend schläft. Mit Verdacht auf Narkolepsie hat sie am Montag im Schlaflabor eingecheckt. „Ich hatte mir das eigentlich schlimmer vorgestellt“, sagt sie vollständig verkabelt. Bei Verdacht auf Narkolepsie, einer nicht heilbaren neurologischen Erkrankung, bei der die Betroffenen ständig einschlafen, werden die Patienten auch am Tage zum Schlafen animiert und dabei überwacht. „Charakteristisch hierfür ist, dass die Betroffenen meist sofort in Traumschlaf fallen, der normalerweise erst nach 90 bis 120 Minuten einsetzt“, so Neurologin Wiebke Schrempf.  

Im Regierungsbezirk Dresden, der ganz Ostsachsen abdeckt, ist das 1991 gegründete Schlaflabor an der Uniklinik das einzige, das sowohl mit neurologischer als auch internistischer Diagnostik arbeitet. So können sowohl Schlafstörungen mit neurologischen (z.B. Syndrom der unruhigen Beine) als auch solche mit physischen Ursachen (etwa Schlafapnoe) von den Schlafmedizinern der entsprechenden Disziplinen schnellstmöglich diagnostiziert und die Patienten entsprechend behandelt werden.  

Durch die Integration des Labors in das DINZ werden die Arbeitsabläufe noch weiter optimiert. So befindet sich der Ableitraum, in dem die Patienten überwacht und später die erhobenen Daten ausgewertet werden, nun direkt neben den Untersuchungsräumen, statt wie bislang eine Etage höher. „Für die Mitarbeiter, die sich nachts um die Patienten kümmern und etwa durch Schlafbewegung verrutschte Kabel neu justieren, bedeutet das erheblich kürzere Wege“, erläuterte Claudia Schwede-Schmidt, die für die technischen Abläufe auf der Station zuständig ist.  

„Etwa ein Drittel aller Menschen ist kurz- oder längerfristig von Schlafstörungen betroffen“, sagt Alexander Storch. Rund ein Viertel aller Arbeitsausfälle sei mittlerweile unter anderem auf Schlafprobleme zurückzuführen. Das häufigste Phänomen ist nach wie vor die Schlafapnoe, bei der es aufgrund einer Instabilität der oberen Atemwege zu Hunderten Atemaussetzern von bis zu über einer Minute Länge kommen kann. Die Behandlung erfolgt mittels einer Atemmaske, die den Druck auf die Atemwege erhöht. 70 Prozent der Betroffenen werden damit nahezu beschwerdefrei.

Jane Jannke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
28.06.2017 - 17:36 Uhr

Die Fußballfans können am 2. Juli 2017 ab 14 Uhr einen echten Leckerbissen in Pirna erleben.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.