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Schicksale Dresdner Flüchtlingskinder im Interview

DNN-Gespräch mit Gunda Röstel, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden Schicksale Dresdner Flüchtlingskinder im Interview

Mein Weg in die Sicherheit“ heißt ein Schuljahreswandkalender, den die Stadtentwässerung Dresden GmbH mit Beginn des neuen Schuljahres herausgibt. Darin erzählen zwölf Kinder und Jugendliche über ihre Flucht nach Deutschland. DNN sprachen mit Gunda Röstel, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung.

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Gunda Röstel zeigt den Schuljahreswandkalender.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Mein Weg in die Sicherheit“ heißt ein Schuljahreswandkalender, den die Stadtentwässerung Dresden GmbH mit Beginn des neuen Schuljahres herausgibt. Darin erzählen zwölf Kinder und Jugendliche über ihre Flucht nach Deutschland und ihre neue Heimat Dresden. Vier dieser Interviews sind in einem Hausaufgabenheft enthalten, das Dresdner Schüler bekommen. Die DNN werden die Flüchtlingsgeschichten von kommender Woche an veröffentlichen. Über die beiden Projekte sprachen wir mit Gunda Röstel, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Schuljahreswandkalender und Hausaufgabenhefte Interviews mit Flüchtlingskindern aus Dresden einzubinden?

Im vergangenen Sommer sind sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland und auch nach Dresden gekommen. Wir haben uns gefragt, was wir als kommunales Unternehmen für ein weltoffenes Dresden tun können. Wir wollten einfach mal genauer hinschauen. Uns interessierte, wo die Flüchtlingskinder, die ja längst unter uns leben, gelandet sind, wie es ihnen nach ihren oft traumatischen Erlebnissen auf der Flucht geht. Unterstützung haben wir u.a. vom Sozialministerium, von der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, verschiedenen Unternehmen und vom ehemaligen evangelischen Landesbischof Jochen Bohl bekommen.

Wie sieht ein solcher Schuljahreswandkalender aus?

In dem Kalender, der ja dem sächsischen Schuljahr folgt, kommt jeden Monat ein Flüchtlingskind bzw. ein Jugendlicher im Interview zu Wort. Sie erzählen über das Leben in der Heimat, ihre Flucht und wie es ihnen in Dresden geht. Daneben liefert der Kalender auch Informationen über das jeweilige Land.

Aus welchen Ländern kommen diese jungen Flüchtlinge, und wie alt sind sie?

Die meisten Mädchen und Jungen stammen aus Syrien, einige auch aus Afghanistan und Tschetschenien. Sie sind zwischen 12 und 19 Jahre alt.

Was erzählen sie?

Der Jüngste, der im Interview zu Wort kommt, ist ein zwölfjähriger Junge aus Afghanistan, dessen Familie von den Taliban umgebracht wurde und der sich allein nach Deutschland durchgeschlagen hat. Eins ist klar: Keines dieser Kinder hat sich leichten Herzens von seiner Heimat abgewandt. Sie alle haben eine ganz erhebliche Bürde auf ihren jungen Rücken, und man kann nur hoffen, dass sie hier eine neue Heimat finden, die ihr Rückgrat stärkt. Ich bin Mutter und Großmutter. Und ich habe einen zweijährigen Enkel, der rundum behütet aufwächst. Wenn ich mir das, was die Kinder und Jugendlichen durchgemacht haben, für ihn vorstelle, dann dreht sich mir der Magen um. Wir sollten alles tun, damit diese Kinder ein gutes neues Zuhause finden und in ihre Integration investieren. Die beginnt mit einer guten Bildung und einer guten sozialen Begleitung, damit sie Wurzeln fassen können.

War es einfach, in Dresden Flüchtlinge zu finden?

Wichtig war uns, dass wir die Kinder mit Namen und Foto veröffentlichen dürfen. Wir wollten den Kindern und Jugendlichen ins Gesicht sehen. Ich war erstaunt und auch ein bisschen erschrocken, dass wir doch auch auf große Ängste gestoßen sind. Ich weiß, dass sich manche Eltern gefragt haben, ob sie mit einer Veröffentlichung ihre Kinder hier in Dresden oder vielleicht sogar in der Heimat gebliebene Familienangehörige, zum Beispiel in Syrien, gefährden.

Wieviele Exemplare gibt es vom Schuljahreswandkalender, und wo werden sie verteilt?

Der Kalender hat eine Auflage von 5000 Stück. Er wird allen Dresdner Schulen zur Verfügung gestellt und u.a. auch im Rathaus, in der Uni und in den Ministerien verteilt.

Und was ist das Besondere des Hausaufgabenheftes?

Das Heft, das ja ein guter Kommunikator ist, enthält eine Auswahl dieser Schicksale. Es wird in einer Auflage von 12  000 Stück über die AdScads GmbH in allen Dresdner Schulen vertrieben. Sowohl Wandkalender als auch Hausaufgabenheft gibt es kostenlos.

Von Katrin Richter

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