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Sauer fordert von der Stadt Dresden mehr Werbung und bessere Vermarktung

Neuer DEHOGA-Regionalchef über seine Ziele Sauer fordert von der Stadt Dresden mehr Werbung und bessere Vermarktung

Rolf-Dieter Sauer ist seit April Vorsitzender des DEHOGA-Regionalverbandes Dresden. Zudem wurde der 65-Jährige in der vergangenen Woche in den Landesvorstand der DEHOGA-Sachsen gewählt. Im DNN-Interview spricht er über seine Ziele, die Bettensteuer und Forderungen an Politik und Verwaltung.

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Rolf-Dieter Sauer hat als Dresdens neuer DEHOGA-Chef einiges vor.
 

Quelle: Foto: Sebastian Burkhardt

Dresden.  Rolf-Dieter Sauer ist seit dem 6. April Vorsitzender des DEHOGA-Regionalverbandes Dresden (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband). Zudem wurde der 65-Jährige in der vergangenen Woche in den Landesvorstand der DEHOGA-Sachsen gewählt. Im DNN-Interview spricht der Inhaber der „Bergwirtschaft“ am Wilden Mann über seine Ziele, die Bettensteuer und Forderungen an Politik und Verwaltung.

Warum haben Sie die Führungsaufgaben in der DEHOGA übernommen?

Für Gastronomen wird es immer schwieriger, Geld zu verdienen. Sowohl der Staat als auch die Stadt Dresden schränken uns mit ihrer Gesetzgebung immer weiter ein. Mein Ziel ist es, einige wichtige Aufgaben anzupacken und über viele Themen wie Bettensteuer, Mindestlohn und Werbung für Tourismus zu sprechen. Ich möchte mich auch für eine Verringerung der Umsatzsteuer für Gastronomen stark machen.

Warum sollte die Umsatzsteuer gesenkt werden?

Bäcker, Fleischer und Fastfood-Restaurants werden beispielsweise mit sieben Prozent besteuert, bei uns anderen Gastronomen sind es 19 Prozent. Wertschöpfung passiert aber in beiden Fällen. Im Endeffekt zahlt derjenige, der Serviceleistungen anbietet, zwölf Prozent mehr. Ich halte das für nicht mehr zeitgemäß. Die Differenz könnte dafür benutzt werden, die Mitarbeiter besser zu bezahlen.

Sie sprachen davon, dass es für Gastronomen immer schwieriger wird, Geld zu verdienen. Ein Faktor sind sicher die gestiegenen Lohnkosten. Hat der Mindestlohn Schuld?

Ich habe nichts gegen den Mindestlohn. Doch die Menschen müssen verstehen, dass man in einem Restaurant kein Schnitzel mehr für 8,50 Euro verkaufen kann. Die Gesetzgeber müssen hingegen verstehen, dass man ein Schnitzel aber auch nicht für 25 Euro verkaufen kann. Ich fordere nicht zur Kartellbildung auf, doch es kann nur funktionieren, wenn wir gemeinsam die Preise schrittweise an die gestiegenen Belastungen anpassen. Der Mehrlohn muss auch erst einmal erwirtschaftet werden. Zudem halte ich die Regelung, dass die Arbeitszeit zehn Stunden nicht überschreiten darf, für Schwachsinn. Ich würde eine wochenbezogene Regelungen bevorzugen. Während es an Montagen meist ruhig ist, geht es an Wochenenden mit Hochzeiten und Co. nun einmal länger. Den Gastronomen werden durch diese Regelungen zu stark belastet. Viele Betriebe haben auch deshalb schwer zu kämpfen.

Hoteliers und Gastronomen klagen über fehlende Auszubildende. Steckt die Branche in einer „Attraktivitätskrise“, zumindest was potenzielle Bewerber betrifft?

Der Auszubildendenverlust ist massiv. Ich denke, die Gesellschaft hat sich dahingehend entwickelt, dass die Arbeitszeiten spätabends und an Wochenenden für sehr viele junge Menschen unattraktiv und abschreckend sind. Zudem fehlt meist ein positives Feedback. Etliche Gäste loben zu selten und kritisieren zu oft. Wir haben in der Bergwirtschaft seit vier Jahren keinen Lehrling mehr ausgebildet, weder im Service, noch in der Küche. Das ist sehr schade und traurig. Von einer Attraktivitätskrise würde ich aber nicht sprechen. Man muss den jungen Menschen die Vorteile der Berufe wieder näher bringen.

Wie schätzen Sie aktuell das Ansehen der Branche bei den Gästen ein? Hat die Bettensteuer geschadet?

Das Ansehen der Dresdner Hotel- und Gastronomiebranche ist gut. Ich glaube auch nicht, dass sich etwas negativ entwickelt hat. Wenn überhaupt, sind die Ansprüche der Kunden gestiegen.

Also haben sie nichts gegen die Bettensteuer?

Doch. Ich halte nichts von der aktuellen Variante. Durch die Bürokratie ist es ein erheblicher Mehraufwand für uns Hoteliers, ohne das wir einen Ertrag davon hätten. Wenn schon Bettensteuer, dann einheitlich und ohne großen Aufwand. Außerdem sollte das eingenommene Geld sinnvoll in die Branche reinvestiert werden.

Wie sollte die Stadt Ihrer Meinung nach das Geld investieren?

In Werbung und Vermarktung. Der Etat wurde dafür in diesem Jahr zwar um 500 000 Euro erhöht, das reicht aber nicht aus. Ich fordere von der Stadt, ein Vielfaches davon aufzuwenden. Vor allem in so einem spannenden Jahr wie diesem. Am 3. Oktober wird der Tag der Deutschen Einheit in Dresden gefeiert. Auch wenn es aktuell gut läuft, muss man mit ausreichend Werbung dafür sorgen, dass es so bleibt.

Von Sebastian Burkhardt

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