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Sanierung des "Weißen Adler" in Dresden bis Mitte 2014 abgeschlossen

Sanierung des "Weißen Adler" in Dresden bis Mitte 2014 abgeschlossen

Vor 100 Jahren war der "Weiße Adler" ein über die Dresdner Stadtgrenzen hinaus bekanntes Lokal. Im Ballsaal und den Gaststuben amüsierte man sich, darüber hinaus gab es ein Billardzimmer, eine Asphaltkegelbahn sowie Stallungen für Pferde und einen hübschen Garten.

An diese Zeiten, als der "Weiße Adler" zum Zentrum des Kurbetriebes auf dem Weißen Hirsch zählte, erinnert heute nichts mehr. Stattdessen nagte jahrzehntelanger Verfall an der Substanz des Gebäudes an der Bautzner Landstraße. Vor einigen Jahren hätte vermutlich kein einziger Dresdner auch nur einen Cent darauf verwettet, dass die Ruine noch gerettet werden kann.

Doch jene Zweifler lagen falsch. Im April 2011 wurde mit der Sanierung des "Weißen Adler" begonnen. "Die Bauarbeiten gestalten sich mühsam und wir mussten schon mit so manchen Überraschungen kämpfen, was mit dem Alter des Hauses zusammenhängt. Es wird auch teurer als ursprünglich geplant, aber die Investoren stehen zu dem Projekt", betonte Objektverwalter Uwe W. Preuße bei einem Vor-Ort-Termin für die DNN. Um wie viel das einst kalkulierte Investitionsvolumen von 6,5 Millionen Euro überschritten wird, ist nicht bekannt.

Dafür aber die Tatsache, dass die Sanierung des "Weißen Adler" inzwischen schon zur Hälfte abgeschlossen ist. Im aufgebrochenen Mittelteil sind die Elemente für den integrierten Neubau deutlich zu erkennen. "Wir hatten hier früher Stützen und Stahlträger drin, die wir jetzt herausnehmen konnten, weil die Statik hält", erklärt Preuße. Auf allen drei Etagen sind in diesen Tagen Bauarbeiter zu Gange. Sie entsorgen nicht nur Unmengen von Schutt aus dem Inneren des Gebäudes, sondern hämmern, bohren und schweißen scheinbar in sämtlichen Ecken des "Weißen Adler".

Als derzeit avisierten Fertigstellungstermin nennt Preuße Mitte 2014. Vor knapp einem Jahr hoffte er noch auf eine Übergabe der 32 Mietwohnungen bis Mitte oder Ende dieses Jahres. Schuld an den Verzögerungen waren in erster Linie Umplanungen, die aber für Anhänger historischer Bausubstanz ein echter Gewinn sind. Denn anders als geplant wird die schöne Decke des alten Hochzeitssaals nicht nur erhalten, sondern auch in den Räumen einer Zahnarztpraxis zu sehen sein. Ursprünglich war angedacht, eine unscheinbare Decke dazwischen zu hängen, wodurch das Schmuckstück aus dem Hochzeitssaal für immer versteckt gewesen wäre. Neben dem Zahnarzt sollen sich im "Weißen Adler" auch ein Friseursalon und eine Physiotherapie ansiedeln.

Die meisten der 32 Wohnungen werden seniorengerecht, also barrierefrei sein. Wer will, kann Dienstleistungen rund um das Betreute Wohnen über die benachbarte "Initiative Leben" in Anspruch nehmen. "Die Nachfrage ist sehr groß. Wir haben jetzt schon mehr Interessenten als Wohnungen. Dennoch starten wir mit der eigentlichen Vermietung nicht vor Ende 2013, wenn wirklich etwas zu sehen ist", sagt Preuße. Das gilt auch für den äußeren Anstrich des über 120 Jahre alten Hauses. Preuße zufolge soll der "Weiße Adler" wieder so aussehen wie früher. Das würde bedeuten, er erhält einen ockerähnlichen Farbton. Das endgültige Okay der städtischen Denkmalschützer steht aber noch aus.

Mit dem Umbau des "Weißen Adler" sollte eigentlich schon nach der Wende begonnen werden. Eine erste Baugenehmigung lag 1993 vor. Doch immer wieder verliefen die ehrgeizigen Projekte im Sande. Zuletzt wurde der Finanzierungsplan durch die Bankenkrise 2008 kräftig durcheinander gewirbelt.

Aus der Geschichte:

-wahrscheinlich 1680 wurde in der Dresdner Heide an der Straße nach Stolpen ein festes Haus, die spätere Lohschänke, erbaut

-1733 wurde sie zum Gasthof mit Ausspanne erweitert und erhielt den Namen "Weißer Adler"; der Name steht eventuell in Verbindung mit dem polnischen Wappen, denn August der Starke, König von Polen, hatte die Schänke mit einer Konzession für alle Biere begnadet

-nach einem Brand 1873 entstand ein Neubau, der sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte

Stephan, Christoph

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