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"Sächsischer Meilenstein" 2011 für erfolgreiche Firmennachfolge verliehen - 2. Preis an Tischlerei Kühnert aus Oberhermsdorf

"Sächsischer Meilenstein" 2011 für erfolgreiche Firmennachfolge verliehen - 2. Preis an Tischlerei Kühnert aus Oberhermsdorf

Mehr als 1000 kleine und mittelständische Unternehmen stehen laut einer Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden jährlich in Sachsen vor der Aufgabe, einen Nachfolger für den scheidenden Inhaber zu finden.

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Drei Generationen unter einem Dach: Fabian Kühnert (30, li.) übernahm im Januar 2010 den Tischlereibetrieb von Vater Rudolf (56, re.). Und auch Sohn und Enkel Kevin (7) mischt schon kräftig in der Werkstatt mit. Heute Abend winkt dem Familienunternehmen für die erfolgreiche Nachfolgelösung der "Sächsische Meilenstein".

Quelle: André Wirsig

Dresden . Bis zum Jahr 2020 betrifft dies insgesamt 25 000 Betriebe. Der Tischlereibetrieb von Fabian Kühnert aus Oberhermsdorf bei Dresden hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Gestern Abend wurde der Familienbetrieb in Chemnitz mit dem zweiten Platz beim "Sächsischen Meilenstein" für erfolgreiche Unternehmensnachfolge geehrt.

Von Jane Jannke

Wie es einmal mit dem eigenen Betrieb weitergeht, diese Frage war bei Familie Kühnert früh geklärt. Bereits mit 16 war Sohn Fabian in die Tischlerei von Vater Rudolf Kühnert eingestiegen, hatte dort eine Lehre zum Bürokaufmann gemacht. "Für mich stand beizeiten fest, dass ich den Betrieb einmal weiterführen werde", sagt der Junior. Zum Jahresbeginn 2010 übernahm der damals 28-Jährige die 1984 gegründete Tischlerei vom Vater. Innerhalb von zwei Jahren vollzogen beide den Führungswechsel.

Während der Sohn seither das Geschäft mit dem Sachverstand des Kaufmanns führt, kümmert sich der Vater als Betriebsleiter weiter um alles Technische. "So kann ich eigene Ideen verwirklichen und gleichzeitig von der Erfahrung meines Vaters profitieren", sagt Fabian Kühnert. Und das zahlt sich aus. Unter Kühnert Junior hat sich die Mitarbeiterzahl von fünf auf zehn verdoppelt, ist der Umsatz um mehr als 50 Prozent gestiegen. "Dass die Firma als Einzelunternehmen weitergeführt werden sollte, war ohnehin klar", sagt Fabian Kühnert. "Bei rechtlichen Aspekten und Fragen der Finanzierung haben uns die Handwerkskammer und unser Steuerberater unterstützt." Ein Jahr mussten Kühnerts auf die Darlehenszusage der Sächsischen Aufbaubank warten.

"Die Kühnerts stellen den Idealfall dar", erklärt Markus Michalow, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen (BBS). Zwar sei die familieninterne Übernahme bei kleinen Betrieben nach wie vor die häufigste Variante der Nachfolge. Doch Demografie und Wertewandel sorgten dafür, dass immer seltener der eigene Nachwuchs das Lebenswerk der Eltern fortführt. Deshalb gelte umso mehr: Je unklarer die Nachfolgerfrage, desto früher sollten Unternehmer sie sich stellen. "Eine Unternehmensübergabe ist immer eine strategische Herausforderung, für die man sich genügend Zeit nehmen sollte", so Michalow. Bis zu fünf Jahre und mehr können dabei ins Land gehen.

Vor allem die Personalpolitik erfordere viel Fingerspitzengefühl und sei eine der häufigsten Ursachen für gescheiterte Nachfolgen, so Michalow. "Werden bewährte Fachkräfte entlassen, können schnell auch Aufträge wegbrechen. Kunden reagieren da gerade im traditionsbewussten Handwerk sehr empfindlich." Der Kunde müsse das Gefühl haben, dass auch unter neuer Flagge das Geschäft so weiterläuft wie bisher.

Kann die Nachfolge nicht wie bei den Kühnerts familienintern geregelt werden, bieten Handwerks- oder Handelskammern professionelle Unterstützung an. Beide betreiben im Internet gemeinsam die bundesweite Unternehmensnachfolgebörse "Nexxt Change", auf der übergabewillige Unternehmer und Kaufinteressierte zueinanderfinden können. Neben dem klassischen Kauf ist beispielsweise auch eine schrittweise Übernahme des Unternehmens in Form von Beteiligungen denkbar. "Hierbei gibt der Chef das Ruder nicht sofort komplett in die Hände eines Fremden, und der Nachfolger hat Zeit, sich mit dem Geschäft vertraut zu machen."

Dass es sich lohnt, frühzeitig alle Vorkehrungen für die Nachfolge zu treffen, zeigt die Geschichte der Kühnerts. Für ihren vorbildlich herbeigeführten Generationenwechsel wurden Vater und Sohn gestern in Chemnitz mit dem Vizetitel beim "Sächsischen Meilenstein 2011" belohnt - ein Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge, den die Bürgschaftsbank Sachsen in diesem Jahr erstmalig ausgelobt hat. Ihr Erfolgsmodell zeuge von großem Verantwortungsbewusstsein, so "Meilenstein"-Jury-Mitglied Michalow. Er hofft, dass es anderen Unternehmern Mut machen möge, Ähnliches zu wagen. Und wenn alles gutgeht, wächst im Hause Kühnert mit Enkel Kevin (7) bereits die dritte Generation Unternehmensgeschichte heran.

"Sächsischer Meilenstein" 2011

Der "Sächsische Meilenstein" wurde 2011 von der Bürgschaftsbank Sachsen ins Leben gerufen und gestern Abend in Chemnitz erstmals verliehen. Die Schirmherrschaft hat das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr inne.

Der Preis würdigt die erfolgreiche Durchführung eines Führungswechsels in kleinen und mittelständischen Betrieben durch Familiennachfolge, Verkauf oder Beteiligung/Fusion.

2011 haben sich 80 Unternehmen verschiedener Branchen und Betriebsgrößen beworben. Der Preis ist insgesamt dotiert mit einer Preisgeldsumme von 10 000 Euro. Zu den Bewertungskriterien zählen u. a. Strategie und Organisation der Nachfolge, Erhalt des Unternehmens mit Know-How und Arbeitsplätzen sowie Kommunikation und Konfliktlösung.

Service Nachfolge

Zu Fragen rund um die Unternehmensnachfolge beraten die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern und die Bürgschaftsbank Sachsen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer und der Zentralverband des Deutschen Handwerks betreiben im Internet gemeinsam mit Kreditinstituten die Unternehmensnachfolgebörse "Nexxt Change".

www.nexxt-change.org.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.11.2011

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