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Sächsische Jugendstiftung zeichnet sieben Dresdner Initiativen aus

Preisverleihung „selbstverständlich menschlich“ Sächsische Jugendstiftung zeichnet sieben Dresdner Initiativen aus

Die Sächsische Jugendstiftung hat sieben Aktionen junger Leute aus Dresden, die sich für ein tolerantes Miteinander und einen interkulturellen Dialog in der Gesellschaft engagieren, auszeichnet. Die Gruppen, Initiativen, Vereinsmitglieder oder Schulklassen wurden am Sonnabendabend mit dem „selbstverständlich menschlich – DER PREIS“ geehrt.

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Margarethe, Daniel und Anne gehören zu den sieben Jugendlichen, die in Übigau mit einem interkulturellen Abend ein „gegenseitiges Kennenlernen“ von Einheimischen und Asylbewerbern organisierten.

Quelle: Daniel Förster

Dresden/Pirna. Die Sächsische Jugendstiftung hat sieben Aktionen junger Leute aus Dresden, die sich ehrenamtlich und persönlich für ein tolerantes Miteinander und einen interkulturellen Dialog in der Gesellschaft engagieren, auszeichnet. Die Gruppen, Initiativen, Vereinsmitglieder oder Schulklassen mit Jugendlichen zwischen zwölf und 27 Jahren wurden am Sonnabendabend mit dem „selbstverständlich menschlich – DER PREIS“ geehrt. Den jeweils mit 500 Euro dotierten Preis erhielten die Akteure während einer Feierstunde in Pirna aus den Händen von Andrea Büttner, Geschäftsführerin der Sächsischen Jugendstiftung, und Jan-Ulrich Spies, Leiter des Geschäftsbereiches Gleichstellung und Integration sowie der Stabsstelle Demokratieförderung im Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, die das Projekt neben der Stiftung Demokratische Jugend unterstützt.

Melanie Schreiber aus Dresden stand als erste im Rampenlicht. Die mittlerweile 24-jährige Grundschullehrerin war eine von 18 Grundschulpädagogik-Studenten an der TU Dresden, die jede Woche Freizeitangebote für Kinder und Frauen an Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen organisierten und ihnen beispielsweise bei Museums- und Zoobesuchen oder gemeinsamen Bastelnachmittagen „ein bisschen Abwechslung in den doch recht tristen Heimalltag“ brachten.

Applaus gab es auch für 20 Jugendliche des Bündnisses „Willkommen in Löbtau“, die wöchentlich Koch-, Begegnungs- sowie Sprachabende mit Geflüchteten veranstalten. „Antrieb war das Neuankömmlinge und Nachbarn sich austauschen, sich kennenlernen, gemeinsam kochen, spielen und miteinander lernen und unterstützen, beispielsweise bei Behördengängen“, sagt Ronny, der gleich zum nächsten Kochtreff einlud. „Ich finde neue Dinge am spannendsten. Jeder kann sein Lieblingsgericht vorstellen.“

Zwölf Jugendliche und Erwachsene des KAMA Dresden e.V. begleiten seit drei Jahren Asylsuchende, Migranten und Asylberechtigte, weitestgehend selbstständig Workshopangebote und Bildungskurse für Dresdner zu machen. „Wir verstehen uns als eine Plattform für kulturellen und zwischenmenschlichen Austausch durch Bildungs- und Kursangebote“, sagt Franziska Kollasch vom Verein. Die Palette reicht vom Steinmetzen bis zum Filzen oder Kochen. „Großer Ran sind derzeit Sprachkurse“, so Kollasch.

„Wenn man woanders ganz neu ist, sucht man Kontakt und will selbigen schnell finden“, so Jan-Ulrich Spies. „Kontakt beginnt mit sich zu begegnen und sich auszutauschen.“ Sieben Jugendliche haben im Stadtteil Übigau mit einem interkulturellen Abend das „gegenseitige Kennenlernen“ organisiert. „Auslöser war eine Blockade von Bürgern aus der Nachbarschaft gegen die Erstaufnahmeeinrichtung in einer Sporthalle. Die Fronten waren verhärtet“, berichtet Margarethe. „Wir haben die Neuankömmlinge und die Nachbarn beim Essen zusammengebracht. Das hat geholfen, Vorurteile abzubauen.“

16 Mitglieder vom Schülerrat des Hans-Erlwein-Gymnasiums Dresden setzten im vergangenen Schuljahr erstmals das Thema „Asyl und Flucht“ in der ganzen Schule auf die Tagesordnung. Bei einem Toleranztag ließen sie dort 200 Mitschüler über den Tellerrand blicken. Unter dem Motto „Schwarz-Weiß“ stellten sie 13 Workshops, darunter zwei in einer Flüchtlingsunterkunft, auf die Beine. Einige erstellten Audiodateien, um Asylbewerbern das Deutschlernen zu erleichtern, andere sammelten mit einem Kuchenbasar Spenden. „Wir stehen nach wie vor mit den Flüchtlingen in Kontakt. Es war total ergreifend, was sie über ihr Leben erzählen“, berichtet Hanna. Erst in der vergangenen Woche folgte der zweite Toleranztag.

Als Arbeitsgemeinschaft „Courage“ riefen 15 Schüler am Romain-Rolland-Gymnasium und an der Freien Alternativschule einen Treff für deutsche Jugendliche und junge Geflüchtete ins Leben. Regelmäßig kommen die jungen Leute bei Sport, Spiel und Ausflügen zusammen. „Bei einer Rallye haben wir beispielsweise schon gemeinsam die Dresdner Neustadt erkundet oder einen gemeinsamem Nachmittag im Wald verbracht“, sagt Klassenstufensprecher der 11/12.

„Fairplay“ hieß es bei zwei Fußballturnieren, bei der Asylsuchende und Studenten um das runde Leder stritten. Den „Play Together Cup“ haben zwei Jugendliche der Katholischen Studentengemeinde initiiert. Sie riefen auch eine Freizeitliga ins Leben.

Um den „selbstverständlich menschlich – DER PREIS“, der nach 2015 zum zweiten Mal ausgelobt wurde, bewarben sich 60 Gruppen mit etwa 1000 jungen Leuten aus ganz Sachsen. Insgesamt 39 Aktionen dürfen sich über die Prämie freuen.

Von Daniel Förster

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