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Sachsenwerk in Dresden plant Umsatzplus und neue Jobs

Sachsenwerk in Dresden plant Umsatzplus und neue Jobs

Das Dresdner Sachsenwerk soll in den kommenden Jahren die gesamte Straßenbahnflotte im kanadischen Toronto motorisieren, wie Werkleiter Torsten Kuntze mitteilte.

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56 Tonnen und Millionenwerte hängen hier im Sachsenwerk am Haken. Der Generator soll bald ein Kreuzfahrtschiff antreiben.

Quelle: hw

Dresden . Wegen dieses und weiterer internationaler Großaufträge rechnet er in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen und neuen Jobs. Der traditionsreiche Elektromaschinenbetrieb werde damit den seit 2009 anhaltenden Rückgang der Windpark-Generatoraufträge mehr als ausgleichen.

Von Heiko Weckbrodt

Ganz langsam und nur für das geduldige Auge überhaupt wahrnehmbar hebt sich der Doppelkranhaken in der Sachsenwerkhalle. "Stopp!" - sichtlich angespannt kreist der gelbbehelmte Vorarbeiter immer wieder um den stählernen Koloss. Schlappe 56 Tonnen und für die Firma Millionenwerte hängen hier am Haken. Der haushohe Generator soll in ein paar Monaten ein Kreuzfahrtschiff der "Aida"-Klasse antreiben und da darf nichts schiefgehen beim Verladen. Energisch stopft der Mann ein Lederpolster unter einen der orangen Gurte. "So, und weiter", zeigt er mit dem Finger nach oben.

China und Finanzkrise trocknen Windkraft-Geschäft aus

Aufträge wie dieser gehören inzwischen zu den großen Umsatzbringern für das Sachsenwerk - besonders, seitdem Finanzkrise und Globalisierung vor drei Jahren das Geschäft mit Windkraft-Generatoren ausgetrocknet haben. "Früher, da haben wir noch um die 900 Generatoren im Jahr ausgeliefert", erinnert sich Kuntze. "Jetzt sind es vielleicht noch 300 oder 400." Was früher in Dresden in der Leistungsklasse bis zweieinhalb Megawatt gebaut wurde, ist inzwischen rein kostenmäßig nicht mehr konkurrenzfähig, wird längst in China und Indien produziert. "Wir haben uns deshalb jetzt auf größere Generatoren zwischen 3,5 und 6,5 Megawatt spezialisiert, wie sie auf den großen Offshore-Windparks verbaut werden", erzählt Kuntze.

Wer karierte Maiglöckchen will, geht zum Sachsenwerk

Die Sachsenwerker haben ihre Nische gefunden: zwischen fernöstlicher Konkurrenz, die die ingenieurtechnisch richtig anspruchsvollen Elektro- maschinen (noch) nicht hinbekommt, und den Branchenriesen wie Siemens und ABB, denen mancher Spezialauftrag zu klein ist, um sich überhaupt in Bewegung zu setzen. "Wenn jemand karierte Maiglöckchen will, kommt er zu uns", sagt der Werkleiter augenzwinkernd.

Diese "Maiglöckchen" sind freilich Schwergewichte - technologisch wie wörtlich. Bis zu 180 Tonnen bringen einige der Anlagen auf die Waage, die von den Dresdner Sachsenwerkern ersonnen wurden. Eingesetzt werden sie zum Beispiel als System aus mehreren Motoren und Generatoren, die große Luxus-Liner der "Princess"-Klasse für über 3500 Passagiere antreiben und mit Strom versorgen.

Andere Elektromaschinen der Sachsenwerker motorisieren U-Bahnen in London, Loks und Zementwerke in Russland, Meerwasser-Entsalzungsanlagen in Arabien oder schwere Caterpillar-Laster in Bergbaugruben in den USA. "Wir gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel bis 80 Prozent unserer Anlagen letztlich Deutschland verlassen", schätzt Kuntze. Ganz genau weiß er das aber auch nicht, denn nicht jeder Kunde sagt, wo die Endprodukte am Ende landen. Um diesen Entwicklungsaufwand für immer neue Kleinserien zu stemmen, hat der zur VEM-Gruppe gehörige Betrieb über 100 Ingenieure in Lohn und Brot - das ist fast ein Sechstel der Gesamtbelegschaft.

120 Millionen Euro Umsatz angepeilt und neue Jobs geplant

Gefragt sind die kolossalen Motoren und Generatoren aus Dresden-Leuben jedenfalls. Nach einem Umsatzrückgang um knapp fünf Prozent im vergangenen Jahr auf rund 110 Millionen rechnet Kuntze in diesem Jahr mit "120 Millionen oder mehr." Dies zahlt sich auch in neuen Jobs aus: Seit 2010 hat das Sachsenwerk 32 neue Mitarbeiter eingestellt und zu den derzeit 610 Männern und Frauen sollen in diesem Jahr noch mal 15 bis 20 dazu kommen, kündigte der Werkleiter an. Karierte Maiglöcken bleiben eben in Mode...

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.03.2012

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