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Sachsens Landesbischof Jochen Bohl geht in Rente

Sachsens Landesbischof Jochen Bohl geht in Rente

Die Evangelische Landeskirche Sachsens braucht einen neuen Bischof. Wie ein Kirchensprecher gestern bekannt gab, verabschiedet sich Amtsinhaber Jochen Bohl Ende August in den Ruhestand.

Am Sonntag feiert der gebürtige Nordrhein-Westfale seinen 65. Geburtstag. An diesem Tag hält er zudem die Predigt in der Dresdner Kreuzkirche anlässlich der Frühjahr- tagung der sächsischen Synode.

Bohl hat das Amt des Landesbischofs seit Juli 2004 inne, seit 2010 ist er außerdem stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dort hat er sich den Ruf als eine Art "Stimme des Ostens" erworben. Zudem gilt er als politischer Kirchenmann, der sich auch immer wieder zu grundlegenden gesellschaftlichen Fragen äußerte. So auch zur aktuellen Pegida-Bewegung in Dresden. In seiner Neujahrspredigt beispielsweise erinnerte er an Ängste im Zusammenhang mit dem Zuzug von Flüchtlingen. In Dresden wie in anderen Städten fürchteten Menschen, dass vertraute Formen des Zusammenlebens sich dadurch verändern könnten, sagte Bohl mit Blick auf die regelmäßigen Kundgebungen. Über die Aufnahme von Flüchtlingen dürfe nicht gestritten werden - "dazu ist der Staat verpflichtet", betonte der Bischof.

Wer die Nachfolge Bohls antreten wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Laut Angaben von Matthias Oelke, dem Sprecher des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes, werde die Kirchenleitung über die maximal drei Personen der Auswahl erst unmittelbar vor der Frühjahrstagung der sächsischen Synode beraten. Diese beginnt morgen in Dresden. Mögliche Kandidaten wurden bisher noch nicht genannt. Die 80 Synodalen haben dann bis zum Abschluss der Tagung am Montag Zeit, weitere Vorschläge zu machen und einen eigenen Kandidaten zu benennen. Klarheit wird erst Ende Mai herrschen. Dann entscheidet eine Sondersynode über den neuen Landesbischof.

Bohl wurde 1950 in Lüdenscheid geboren. Nach einem Studium der evangelischen Theologie trat er 1978 seine erste Stelle als Gemeindepfarrer in Dortmund an. Von dort ging er nach Saarbrücken und leitete das Evangelische Jugendwerk an der Saar. 1995 kam er nach Sachsen - als Direktor des 16 000 Mitarbeitende beschäftigenden und 1400 Einrichtungen umfassenden Diakonischen Werkes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens mit Sitz in Radebeul. In der Lößnitzstadt lebt der Vater von drei Kindern noch immer. Ende März 2004 war Bohl als erster Nichtsachse zum leitenden Geistlichen der Landeskirche gewählt worden. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche hat rund 740 000 Mitglieder in 719 Kirchgemeinden.

Elf Jahre Amtszeit liegen nun hinter Bohl. Elf Jahre, die auch von besonderen Momenten geprägt waren. Als Höhepunkte seiner Amtszeit gelten die Einweihung der wieder aufgebauten Frauenkirche im Jahr 2005 und der Ökumenische Kirchentag, der 2011 in Dresden stattfand. 2009 führte er zudem den amerikanischen Präsidenten Barack Obama bei dessen Besuch in Dresden durch die Frauenkirche.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.04.2015

Christin Grödel

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