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Sachsen setzt sich weiter für homosexuelle Flüchtlinge ein

Schutz vor Diskriminierung Sachsen setzt sich weiter für homosexuelle Flüchtlinge ein

Der Freistaat Sachsen möchte die Situation von homosexuellen Flüchtlingen weiter verbessern. Mit dem „Netzwerk für queere Refugees“ konnte mittlerweile das bundesweit einmalige Hilfesystem für LSBTI-Geflüchtete in Sachsen etabliert werden. Darauf kann man nun aufzubauen.

Carolin Wiegand, Gerede e.V., Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Ronald Zenker, Vorstand Christopher Street Day und Cosima Lambrecht, Informationszentrum für LSBTI.Geflüchtete in Chemnitz (v.l.)

Quelle: Marie Zoe Vanherpe

Dresden. Die Stadt Dresden möchte die Situation von homosexuellen Flüchtlingen weiter verbessern. Mit dem „Netzwerk für queere Refugees“ konnte mittlerweile das bundesweit einmalige Hilfesystem für LSBTI-Geflüchtete in Sachsen etabliert werden. Darauf kann man nun aufzubauen, um in Zukunft überall schwulen und lesbischen Flüchtlingen Schutz und Beratung zu bieten.

Die Abkürzung „LSBTI“ steht hierbei für die verschiedenen Orientierungen lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell und intersexuell.

Sehr häufig werden die Flüchtlinge mit anderen sexuellen Veranlagungen in ihren Unterkünften stark diskriminiert, erklärt Petra Köpping (SPD), Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Denn speziell Homosexualität wird in vielen Herkunftsländern noch stark missbilligt. Die Hilfsorganisation für „Queere Refugees“ in Dresden greift an diesem Punkt ein und bietet den Betroffenen Schutzwohnungen. Zudem erhalten die Flüchtlinge Hilfe und Beratung, um ihnen einen besseren Einstieg in ein freies und selbstständiges Leben zu ermöglichen.

„Innerhalb weniger Monate konnte in Sachsen nun eine bundesweit einmalige Kooperation zwischen einer Koordinierungsstelle, Netzwerkangeboten sowie Behörden, kreisfreien Städten und Einrichtungen der Flüchtlingshilfe etabliert werden“, so Petra Köpping. Denn neben Berlin und Nürnberg, die ebenfalls spezielle Einrichtungen für Homosexuelle anbieten, gilt Sachsen mit seinen Einrichtungen in Dresden, Leipzig und Chemnitz als Vorreiter. So konnte in kurzer Zeit schon viel für LSBTI-Flüchtlinge getan werden – eine gute Basis, an der man anknüpfen kann, findet Ronald Zenker, Vorstand des Christopher Street Day Dresden. „Zwar gibt es auch die Einrichtungen in Berlin und Nürnberg, aber ansonsten gibt es weiter keine Verknüpfungen. Für jedes Bundesland sollte es bestenfalls einen Koordinator geben“, so Zenker.

Ronald Zenker war es damals auch, der den Stein

ins Rollen brachte. Im August 2015 wurde ihm von einem Fall in einer Dresdner Flüchtlingsunterkunft berichtet, wo vier syrische Flüchtlinge mit homosexueller Neigung beschimpft, bespuckt und geschlagen wurden. Nachdem er eine sichere Unterkunft für die Männer gefunden hatte, suchte er nach einer allgemeinen Lösung und alarmierte das Ministerium. In Zusammenarbeit mit weiteren Initiativen entstand dann ein sachsenweites Netzwerk, um mit helfender Hand bereit zu stehen. „Wir können als Sachsen stolz darauf sein, einen wirklichen ‚Leuchtturm’ für queere Refugees in Deutschland geschaffen zu haben“, so Zenker. Derzeit werden in Dresden rund vierzig Flüchtlinge vom Hilfssystem betreut.

Mit der Hilfe vom Förderprogramm „Integrative Maßnahmen“ konnten die Projekte der LSBTI-Vereine mit rund 190.000 Euro gefördert werden. Nun wird gehofft auch zukünftig derartige Unterstützung zu erhalten, um den Menschen in Not auch weiterhin helfen zu können und das Netzwerk noch weiter auszubauen.

Von Marie Zoe Vanherpe

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