Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Sachsen leisten sich Buß- und Bettag - Feiertag steht nicht infrage

Sachsen leisten sich Buß- und Bettag - Feiertag steht nicht infrage

Jeder Arbeitnehmer in Sachsen zahlt 0,5 Prozent seines Bruttoarbeitsentgelts zusätzlich in die Pflegeversicherung. Das ist der Preis, der für die Beibehaltung des Buß- und Bettags als gesetzlicher Feiertag im Freistaat fällig ist - allerdings nur für die Arbeitnehmer.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Der Arbeitgeberbeitrag fällt entsprechend geringer aus.

Als die Lohnnebenkosten 1995 aus dem Ruder zu laufen drohten, entschlossen sich die übrigen Bundesländer, den Buß- und Bettag abzuschaffen. Vielen Sachsen ist die Sonderzahlung ein Dorn im Auge. Streichen will den Feiertag aber dennoch so gut wie niemand.Die CDU lobt den Buß- und Bettag als „ganz besonderen Feiertag“. Er stehe für Besinnung und innere Einkehr in unserer schnelllebigen Zeit, so Generalsekretär Michael Kretschmer.

„Auch zukünftig werden wir die lange Tradition des Buß- und Bettages in Form eines gesetzlichen Feiertages, die es seit 1995 nur noch in Sachsen gibt, wahren“, verspricht er.Vom kleinen Koalitionspartner FDP, dessen Chef Holger Zastrow in der Vergangenheit ein Ende der sächsischen Insellösung gefordert hatte, gibt es derzeit keinen Kommentar. Momentan sei das kein Thema, heißt es in der Parteizentrale.Und die Opposition? Rütteln will auch bei SPD, Linker und Grünen niemand am Buß- und Bettag. „Es ist ungerecht, dass die paritätische Finanzierung der Pflegeversicherung abgeschafft worden ist“, meint SPD-Landeschef Martin Dulig. Deshalb setze sich seine Partei dafür ein, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber wieder wie anderswo in Deutschland den gleichen Anteil an der Versicherung übernehmen. „Trotzdem muss der Feiertag erhalten bleiben.

“Eine Finanzierung einseitig zulasten der Arbeitnehmer hält auch die Linke für falsch. „Grundsätzlich sind gesetzliche Feiertage, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kreise ihrer Familie verbringen können statt am Arbeitsplatz, immer zu begrüßen“, gibt ihr Landesvorsitzender Stefan Hartmann aber zu bedenken. Sachsens Grünen-Chef Volkmar Zschocke sieht in dem Feiertag ein wichtiges Kulturgut. „Dass dafür Pflegeversicherungskosten auf die Arbeitnehmer abgewälzt wurden, ist eine andere Diskussion, der wir uns auch nicht verweigern würden.“Nach Vorstellungen der Kirche soll der Buß- und Bettag den Menschen Zeit zur inneren Einkehr und Besinnung geben. So mancher Sachse sieht darin allerdings viel eher eine Chance, noch einmal in Ruhe und ohne viel Trubel Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Ausflüge in die Shopping-Center in den arbeitenden Nachbarländern stehen deshalb bei vielen auf dem Feiertagsprogramm.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.