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Sachsen gedenkt der Opfer der Pogromnacht von 1938 - US-Botschafter spricht in Dresden

Sachsen gedenkt der Opfer der Pogromnacht von 1938 - US-Botschafter spricht in Dresden

Mit Feierstunden, Kranzniederlegungen und Gottesdiensten wird an diesem Mittwoch in Sachsen an die Pogromnacht von 1938 und die unter dem Nazi-Regime ermordeten Juden erinnert.

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Am 9. November 2001 wurde die Neue Synagoge im Dresdner Stadtzentrum geweiht.

Quelle: dpa

Die Jüdische Gemeinde der Landeshauptstadt Dresden feiert zugleich den zehnten Jahrestag der Weihe ihres Gotteshauses, das mit Hilfe von Spenden auf dem Grundstück der zerstörten Semper-Synagoge errichtet worden war.

Geplant ist, dass US-Botschafter Philip D. Murphy an der Stele, Brühlscher Garten / am Hasenberg, über die Bedeutung des 9. Novembers in der deutschen und speziell in der Dresdner Geschichte sprechen wird. Alljährlich am 9. November treffen sich in Dresden Christen und Juden zur Gedenkfeier an der Stele, die an die damals zerstörte Semper-Synagoge erinnert.

Neben Murphy sprechen auch der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sowie die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Nora Goldenbogen. Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegel spricht die Gebete. Der Dresdner Synagogenchor soll die Veranstaltung musikalisch umrahmen. Bereits zum fünften Mal wird in Dresden zudem der Sächsische Förderpreis für Demokratie verliehen.

In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden mehr als 1000 Synagogen und Gebetshäuser sowie 7500 Läden in ganz Deutschland zerstört und 91 Menschen getötet. Es war der Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Die Nazis verschleppten in den Tagen danach ungefähr 30 000 Juden in Konzentrationslager, viele von ihnen starben dort. In Sachsen gab es vor dem Zweiten Weltkrieg acht jüdische Gemeinden mit rund 23 000 Mitgliedern.

Auch in Leipzig und Chemnitz gedenken Bürger der Verfolgung und Ermordung von Juden mit Kranzniederlegungen an Mahnstätten. Nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche Leipzig führt ein Kerzenweg zur Gedenkstätte für die zerstörte Synagoge, in der Thomaskirche findet ein Gedenkgottesdienst statt.

Die Chemnitzer versammeln sich an der Stelle, an der bis zur Pogromnacht die alte Synagoge stand. Auch dort werden Kränze niedergelegt, der Hymnus „El Male Rachomim" vorgetragen und das traditionelle Totengebet Kaddisch gesprochen. In Grimma werden die 18 Stolpersteine geputzt, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen. Die Aktion ist mit einer Mahnwache verbunden. Der Dresdner Kammerchor gibt ein Gedenkkonzert in der Görlitzer Synagoge. Eine Ausstellung in Annaberg-Buchholz gibt Auskunft über jüdisches Leben in Sachsen. In Gemeinden der evangelischen Landeskirche Sachsens wird während der Ökumenischen Friedensdekade der Bedrückung, Verschleppung und Ermordung jüdischer Bürger gedacht.

„Nur ein Volk, das sich seiner Vergangenheit erinnert, hat auch Zukunft", sagte der Leipziger Rabbiner Zsolt Balla. „Das Wichtigste ist, dass die Erinnerung weiterlebt." Ende 2010 zählten die vier Jüdischen Gemeinden 2670 Mitglieder. Sie profitierten nach der Wende von den osteuropäischen Einwanderern. Inzwischen kämen aber nur noch wenige, sagte der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Leipzig, Josif Beznosov. Daher konzentrierten sich die Gemeinden auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

dpa / sl

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