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Russische Touristen bescheren Dresden zweite Weihnachten

Russische Touristen bescheren Dresden zweite Weihnachten

„Frohe Weihnachten!“ hallt es derzeit – knapp zwei Wochen nach dem Fest – durch die Altmarkt Galerie. Dass Dresdens Innenstadt regelmäßig in der ersten Januar-Woche im zweiten Weihnachtstaumel versinkt, ist bereits zur guten Tradition geworden.

Die Amtssprache in diesem Weihnachtswunderland allerdings ist Russisch.  

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Auch Alexej und Larissa gehörten zu den rund 3000 russischsprachigen Weihnachtsgästen in Dresden. Beide kommen aus der Nähe von Stawropol in Russland und schätzen vor allem die schöne Dresdner Kulturlandschaft.

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Dresdens Einzelhandel stört das nicht, besonders in der Altmarkt Galerie hat man sich auf die russischsprachige Klientel bestens eingestellt. Die Kunden, die insbesondere aus dem europäischen Teil Russlands, der Ukraine oder Weißrussland kommen, sind zu einem gewichtigen Umsatzgaranten geworden. Und auch für die Stadt Dresden insgesamt gewinnen sie an Bedeutung. Allein bis Oktober 2012 stieg die Zahl der russischen Touristen in Dresden im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent auf 17.500. Die meisten davon kommen vor dem orthodoxen Weihnachtsfest, das vom 6. bis 8. Januar gefeiert wird, denn da herrschen in vielen östlichen Ländern Ferien.  

Rund 3000 schlendern derzeit durch die Ladenstraßen oder besuchen die Dresdner Kunstschätze. In der Altmarkt Galerie bilden sie mittlerweile die drittgrößte Kundengruppe – da lässt sich Center-Managerin Nadine Strauß nicht lumpen und holt die wertvolle Klientel auch schon mal persönlich vom Flughafen ab. Diese zu bedienen, lässt sich der Einkauftempel einiges kosten. 10.000 Euro wurden in die Hand genommen, um für eine heimische Atmosphäre zu sorgen.  

„Informatia dlja Pokupatelja“ (Kundeninformation) steht auf Russisch auf einem Schild über dem weihnachtlich in den russischen Landesfarben Blau und Weiß geschmückten Tresen in der Nähe das Westeingangs am Postplatz. Dahinter steht Oksana in märchenhafter Tracht und hilft wo sie kann. „Meistens wollen sie wissen, wie sie dieses oder jenes Geschäft finden, oder sie brauchen Hilfe beim Übersetzen, zum Beispiel von Flyern oder Beipackzetteln“, berichtet die 25-Jährige. Geduld ist hier viel wert.  

Oksana stammt aus einem kleinen Ort in der Nähe von Kiew in der Ukraine. Um Verkehrswissenschaften zu studieren, kam sie nach Dresden. Nun ist sie schon seit drei Jahren hier, spricht hervorragend Deutsch. „Heute ist wenig los“, sagt sie und versucht nicht auf ihre schmerzenden Füße zu sehen. Elf Stunden dauert ihr Arbeitstag. Elf Stunden freundlich lächeln, gestresste Kunden besänftigen und auch mal Stadtführer spielen.  

Doch was zieht die Russen eigentlich so magisch nach Dresden? „Es ist einfach super schön hier, die Architektur, die Museen – und die günstigen Shopping-Gelegenheiten“, sagen Alexei und Larissa aus Nevinnomysk nahe der russischen Stawropol. Das junge Paar ist für einen Tag über Prag nach Dresden gekommen und möchte so viel von der Stadt sehen wie möglich. In der Gemäldegalerie waren sie natürlich zuerst. Warum sind die Russen eigentlich so verrückt danach? „Ganz einfach, die Sixtina“, lacht Larissa, „die ist doch weltberühmt“ – und damit auch so etwas wie eine großartige Marke, und Marken lieben die Russen ja bekanntlich über alle Maßen.  

Gleich drei Tage nahmen sich Sergei und Irina aus St. Petersburg Zeit, um ihre Partnerstadt Dresden zu besuchen. „Hier ist es viel schöner als in Berlin“, sagt Irina bestimmt. Besonders reizvoll finden beide die herrliche Architektur, aber auch zum Shoppen sind sie gekommen. Wer kann, gönnt sich eben auch in Russland gerne mal was, zumal viele Markenartikel in Dresden weitaus günstiger zu bekommen sind, als etwa in der Stadt an der Newa. Entsprechend zieht es vor allem die junge Kundschaft in die großen Elektro-Stores in der Mall. „Viele wollen zum Apple-Store“, weiß Oksana und lacht. Manch einer sucht aber auch einfach nur nach Zigaretten oder einer Apotheke.

Doch nicht alle sind zufrieden mit dem großen Aufwand, den die Stadt für die Weihnachtstouristen aus dem Osten treibt. „Es gibt hier viel zu wenige Hinweisschilder in russischer Sprache und nur einen russischen Info-Thresen im ganzen Haus“, beschwert sich Alla aus Kaliningrad. Weihnachtseinkäufe sind eben doch immer auch ein wenig stressig, auch für Russen.

Jane Jannke

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