Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
Russen interessieren sich für Dresdner Superbus

Russen interessieren sich für Dresdner Superbus

Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) hat im Dresdner Süden für 3,4 Millionen Euro ein neues Technikum und ein Testoval für innovative Hybrid- und Elektrofahrzeuge errichtet und will beide Projekte am Sonnabend zum Tag der Architektur den Dresdnern vorführen.

Dort soll auch der weltweit längste Bus gezeigt werden. An dieser "Autotram Extra Grand" haben Verkehrsunternehmen aus dem In- und Ausland starkes Interesse, sagte IVI-Chef Dr. Matthias Klingner. So verhandelt er derzeit mit den russischen Kirow-Werken, die den bisherigen Autotram-Partner "Göppel Bus Nobitz" übernommen haben. Auch gibt es Anfragen für eine Lizenzfertigung in Indien.

Ihren ersten Praxistest soll die "Autotram Extra Grand" in Dresden bewältigen: In den nächsten Tagen werde die 30,7 Meter lange und mit modernster Antriebs-, Lenk- und Energierückgewinnungs-Technik ausgestattete Autotram den Testbetrieb - zunächst ohne Passagiere - auf der Strecke der Buslinie "66" im Dresdner Süden aufnehmen, kündigte Klingner an. Ursprünglich sollte der Pilotbetrieb schon 2012 beginnen. Die Straßenzulassung hatte sich wegen der Überlänge der Autotram aber als schwieriger herausgestellt als gedacht.

Die Autotram mit ihrer Kapazität von bis zu 256 Passagieren soll die Lücke zwischen Bus und Straßenbahn füllen. Chancen rechnet sich Klingner auf Expressbus-Strecken in Europa, in Schwellenländern, in China und Indien aus.

Neubau im Retrobus-Stil

Diese Bus-Vision hat der Dresdner Architekt Ludger Kilian verarbeitet, als er das Technikum gestaltete: Der elf Meter hohe Neubau nimmt das Format des 60er-Jahre-Baus nebenan auf, der ursprünglich für die DDR-Akademie der Wissenschaften errichtet wurde und heute vom IVI genutzt wird. Im Detail ähnelt das mit einer grüngrauen und abgerundeten Metallhaut überzogene Technikum einem technischen Gerät, um die Nutzung als Fahrzeughalle für Autotram, als Batterie- und Motorprüfstand mit Messräumen und Büros zu veranschaulichen. "Ich habe mich von den ,Greyhounds' der großen Überlandbuslinien und den Amtrak-Zügen in den USA inspirieren lassen", verrät Kilian.

Das Ausbauprojekt der Fraunhofer-Forscher war anfangs umstritten: Vom Lärm des Autobahnzubringers "Bergstraße" und den vielen Forschungsneubauten entnervte Anwohner fürchteten mit dem Testoval eine weitere Lärm- und Verkehrsquelle und protestierten. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, auch, weil Anwohnerhinweise in die Planungen eingearbeitet wurden. Es habe sich wohl in erster Linie um ein Kommunikationsproblem gehandelt, wird jetzt vor Ort eingeschätzt: Im Grunde seien viele Anwohner stolz auf den boomenden Forschungs-Campus im Dresdner Süden.

Institut stellt mehr Forscher ein

Aus IVI-Sicht verbessert sich mit den Neubauten die lokale Ökobilanz: Kurzfristig, weil die Forscher bisher ihre Antriebskonzepte an der Zeunerstraße ertüftelten, die Anlagen in Außenquartieren in Reick zusammenbauen und die Fahrzeuge dann zu Teststrecken nach Bautzen oder Großenhain überführen mussten - diese unnützen Fahrten fallen weg. Langfristig, da sich die Ingenieure nun ganz auf ihre Forschungen an umweltfreundlichen Fahrzeugkonzepten der Zukunft konzentrieren können. Bis 2015 soll die Mitarbeiterzahl von 90 auf 120 steigen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.06.2013

Weckbrodt, Heiko

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.