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Rund 500 Mittelständler holten sich im ICC Anregungen für den Weg in die digitale Welt

Rund 500 Mittelständler holten sich im ICC Anregungen für den Weg in die digitale Welt

Es waren düstere Prognosen und eindringliche Warnungen, die die Mittelständler zu hören bekamen, die gestern ins Internationale Kongresszentrum (ICC) gekommen waren, um sich Tipps für den Weg in die digitale Welt zu holen.

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Auch der Messestand der Dresdner Neuesten Nachrichten war zwischen Workshops und Vorträgen dicht umlagert. Besonders die digitalen Angebote wie die Sonntags-App und Augmented Reality stießen auf großes Interesse. 120 Mittelständler informierten sich zudem in einem Workshop der DNN über Pressearbeit und Werbung.

Quelle: Anja Schneider

Vor einem rasanten Umbau der gesamten deutschen Wirtschaft bereits in wenigen Jahren warnten unisono Mario Ohoven, der Präsident des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW) und der Bestsellerautor und Unternehmensberater Edgar K. Geffroy.

Die erste Halbzeit beim weltweiten Trendthema IT habe die deutsche Wirtschaft klar verloren, sagte Ohoven. Selbst wenn das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung bis 2018 erreicht würde, sei Deutschland im EU-Vergleich nicht auf den ersten 15 Plätzen zu finden. Zehn IT-Firmen in Silicon Valley machten mehr Gewinn, als die deutsche IT-Branche Umsatz. Auch der Mittelstand bekam sein Fett weg: 84 Prozent der Unternehmer hätten im vergangenen Jahr nicht einmal ihre Website aktualisiert. Gemeinsam mit der Telekom wolle sie der BVMW in der Initiative "Mittelstand - Die Macher", die gestern in Dresden Station machte, wachrütteln, denn die IT-Branche könne ein Umsatzturbo werden und 650 000 neue Jobs schaffen.

Geffroy wurde noch schärfer. Es sei fünf Sekunden vor Zwölf, sagte er, und die Digitalisierung werde alles durch- einanderwirbeln, was wir uns überhaupt vorstellen können. Heutige Geschäftsmodelle würden sich durch das Internet nicht nur ändern, sondern zerstört werden. Eine deprimierende Veranstaltung also? Weit gefehlt, denn in seinem Keynote-Vortrag machte Geffroy auch klar, wie das düstere Szenario vermieden werden kann. "Denken Sie nicht mehr darüber nach, wie Sie etwas verkaufen können", riet er, "sondern denken Sie darüber nach, warum Ihre Kunden kaufen!". Kundenzufriedenheit reiche nicht aus, wer heute das Rennen machen wolle, müsse seine Kunden verblüffen mit neuen Produkten. Und er nannte auch Beispiele, wie einen Kieferorthopäden, dessen Erfolg nicht nur aus Fachkompetenz gewachsen ist, sondern daraus, dass er die Angst der Kinder besiegt hat. Eine 3D-Druck- und eine Fahrradfirma, die dadurch glänzen, dass sich ihre Kunden im Internet ganz individuelle Produkte zusammenstellen können. Wenn Sie Problemlösungen liefern, so Geffroy, seien für die Mittelständler gewaltige Umsatzsteigerungen möglich. Das ginge übrigens auch bei Brot, fügte er mit Verweis auf einen Bäcker hinzu, der vom Kunden konfigurierbares Gebäck anbietet. Der habe schließlich eine Bestellung über 10 000 Stück bekommen, eine "für einen Mittelständler anspruchsvolle Menge".

Mit Best-Practice-Beispielen und Tipps für digitalen Geschäftserfolg ging es schließlich in 13 Workshops von Partnerunternehmen der Initiative weiter. Jessica Wunder, Segmentleiterin kleine und mittelständische Unternehmen bei der Telekom, hatte sie in drei Kategorien gegliedert: "Begeistern Sie Ihre Kunden!", "Machen Sie Ihre Firma digital!" und "Entwickeln Sie Ihre Mitarbeiter!".

An Messeständen boten die Beteiligten zudem ihre eigenen Lösungen für den Geschäftserfolg gleich zum Ausprobieren an. So kam es dann doch, dass rund 500 Mittelständler, die auch Gelegenheit hatten, sich untereinander auszutauschen, trotz aller Warnungen voll Tatendrang und mit unzähligen neuen Ideen das Kongresszentrum verließen. Das war auch vor zwei Jahren schon so gewesen, als die Roadshow startete und ebenfalls in Dresden Halt machte. Inzwischen ist sie zwölf Veranstaltungen und 9000 Besucher weiter, aber es bleibt der Eindruck, als sei die Digitalisierung manchmal schneller unterwegs als der Mittelstand und das Rennen noch nicht entschieden, auch wenn in Dresden jetzt erst einmal Aufbruchstimmung herrscht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2015

hgr

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