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Rund 220 000 Wohnungen stehen in Sachsen leer - Dresden kaum betroffen

Rund 220 000 Wohnungen stehen in Sachsen leer - Dresden kaum betroffen

Vermietern droht die nächste Leerstandswelle. Vor allem in Kleinstädten dünn besiedelter Regionen bringen Abwanderung und Überalterung private Hauseigentümer in der Bredouille.

Rund 220 000 Wohnungen stehen derzeit in Sachsen leer - zehnmal so viele wie in Thüringen.

Noch beißen sich Bagger durch überzählige Altbauten, da kreist die Abrissbirne schon über den nächsten Quartieren. Bis 2020 müssen einer bundesweiten Prognose zufolge noch 42 000 Wohnungen in Ostdeutschland abgerissen werden. Der Stadtumbau werde zunehmend "kleinteiliger und damit noch schwieriger", sagt Carola Wiesner vom Verband der Wohnungswirtschaft (VDW) in Sachsen. Viele Unternehmen müssten sich verstärkt Häuser in Quartieren vornehmen, die noch bis zu 40 Prozent bewohnt seien, während es bei bisherigen Abrissen deutlich weniger Mieter betraf.

Zwischen 2008 und 2012 ist die Leerstandsquote der vorwiegend kommunalen Wohnungsunternehmen im VDW von 16,8 auf 13,7 Prozent gesunken. Im vergangenen Jahr sei sie zwar weiter gesunken. "Es wird aufgrund der demografischen Entwicklung aber auch in Sachsen eine neue Leerstandswelle geben", erklärt Wiesner. Laut Zensus-Statistik hat Sachsen mit reichlich 10 Prozent bundesweit den höchsten Leerstand, gefolgt von Sachsen-Anhalt (9,5) und Thüringen (7 Prozent). Leipzig, Halle und Chemnitz gelten als die einzigen Großstädte, in denen mehr als jede zehnte Wohnung leer steht. In Dresden stehen nach jüngsten Zahlen noch 2,2 Prozent der Wohnungen leer, 2005 waren es noch 7,3 Prozent.

Vor allem private Vermieter dürften in Sachsen künftig auf ihren Wohnungen sitzen bleiben, so die VDW-Sprecherin. "Von den geschätzt rund 220 000 leerstehenden Wohnungen in Sachsen befinden sich nur etwa 60 000 im Eigentum der kommunalen Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften", was Wiesner auf die bisherigen Rückbau-Aktivitäten zurückführt. Die größten Herausforderungen seien in den ländlichen Gebieten zu erwarten, während sich in den Großstädten wie Dresden steigende Nachfrage abzeichne.

Bei den Genossenschaften wurde jede zehnte Wohnung abgerissen, der Leerstand ist in den zurückliegenden zehn Jahren von 13,5 auf 7,9 Prozent gesunken. Ende 2012 standen 22 200 Genossenschaftswohnungen in Sachsen leer, die meisten davon in Zwickau (16,4 Prozent), Plauen (13,2) und Delitzsch (12,6 Prozent). Aber auch in Leipzig (10,1 Prozent) blieben fast viermal so viele Wohnungen unbewohnt wie in Dresden. "Der Leerstand wird wieder steigen, da es - abgesehen von Dresden - zu wenig Geburten gibt", erklärt Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes der sächsischen Wohnungsgenossenschaften. Der Spagat zwischen Anspruch und Realität sei riesig: "Wohnung soll Klima retten, gesund sein, Pflegeheime ersetzen - und dies alles bei möglichst sinkenden Mieten!"

Die Energiewende, insbesondere die drastisch steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden, dürften Mieter und Vermieter nicht überfordern, so VDW-Sprecherin Wiesner, "sonst ist die dauerhafte Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für alle Einkommensschichten gefährdet." Dabei seien auch Politik und Wirtschaft gefragt, beispielsweise durch verlässliche Förderpolitik.

Winfried Mahr

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