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"Run and Roll - Dresden bewegt sich!“

Anmeldefrist endet "Run and Roll - Dresden bewegt sich!“

Am 1. Oktober endet die Anmeldung (unter: www.runandroll.de) zum „Run and Roll - Dresden bewegt sich!“ Spendenlauf im Großen Garten. Bisher haben sich über 900 Menschen für die Veranstaltung am 4. Oktober angemeldet.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am 1. Oktober endet die Anmeldung (unter: www.runandroll.de) zum „Run and Roll - Dresden bewegt sich!“ Spendenlauf im Großen Garten. Bisher haben sich über 900 Menschen für die Veranstaltung am 4. Oktober angemeldet. Die zehn bis zwölf Euro Startgebühr für das 5,7 Kilometer lange Rennen fließen komplett in die verbesserte Organisation der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen am Universitätsklinikum.

„Wir brauchen eine möglichst große Öffentlichkeit,“ sagt Daniel Sippel, Arzt am Uniklinikum und einer von vielen Ehrenamtlichen des Projektes, „Wir wollen bewusst mit dem zivil-bürgerlichen Engagement ein Gegenstück zu PEGIDAs Montagsdemonstrationen bilden.“ Zusammen mit mehreren Kollegen entwickelte er das Konzept des „Flüchtlingslotsen“. Da viele der Asylbewerber aus Kriegsgebieten und Ländern mit zusammengebrochenen oder mangelhaften Gesundheitssystemen stammen, leiden sie unter besonderen gesundheitlichen Risiken. Gerade sie bedürfen besonderer medizinischer Versorgung. Bisher ist eine für sie angemessene medizinische Versorgung allerdings mit beträchtlichem Aufwand verbunden oder es fehlen ihnen schlichtweg die entsprechenden Ansprechpartner. Viele Flüchtlinge wenden sich aus diesem Grund direkt an die Notaufnahme – jeder Leser der diese schon einmal in Anspruch nehmen musste weiß, wie lang die Wartezeiten unter Umständen sein können.

Laut einer Studie von MIPEX (Migrant Integration Policy Index - Studie über Migration und Integration) haben auch Migranten mit einer Krankenversicherung mitunter mit bürokratischen Hürden bei der Gesundheitsfürsorge zu kämpfen. Trotz des Grundrechtes auf körperliche Unversehrtheit und dem erstklassigen deutschen Gesundheitssystem, haben Flüchtlinge nur eingeschränkten Zugang dazu. Der Anspruch auf medizinische Dienste beschränkt sich nach den Paragraphen 2 und 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes aus dem Jahr 1993, auf „akute Erkrankungen und Schmerzzustände“, alles darüber hinaus sind einzelfallabhängige Entscheidungen. Es fehlt an Informationskampagnen in den geeigneten Sprachen um Flüchtlinge, aber auch Migranten, auf ihre Rechte oder ihre speziellen Gesundheitsprobleme hinzuweisen. Die KV Flüchtlingsambulanz fungiert als Art "Hausarzt" für die Flüchtlinge und leistet immense Arbeit.

Deshalb sieht das Konzept vor einen Sozialarbeiter im Universitätsklinikum anzustellen. Dieser wird dann als fester Ansprechpartner für Ärzte aus ganz Ostsachsen fungieren. Er leitet ärztliche Anfragen über spezielle Krankheitssymptome von Asylbewerbern an die zuständigen Fachabteilungen, wie der Onkologie oder Urologie weiter. Bei Bedarf wird ein Dolmetscher für den Untersuchungstermin organisiert und bereitgestellt. Aufgrund der komplizierten rechtlichen Lage durch das Asylbewerberleistungsgesetzes, kümmert er sich darüber hinaus um die anfallenden Formalitäten der Kostenübernahme. Bisher musste das der behandelnde Facharzt selbst ausfüllen. Eine Aufgabe die bis zu drei Stunden in Anspruch nehmen kann – für eine einzige erfolgte Behandlung. Zeit die so für andere Patienten nicht zur Verfügung steht. Entfällt diese Zusatzbelastung, kann sich der Arzt ganz auf die Untersuchungen konzentrieren.

Die Versorgung der Asylbewerber wird also auf das Niveau der Bevölkerung gehoben, da es ein Recht auf Gesundheit gibt ist dies ein unerlässliches Anliegen. Die gesammelten Spenden durch den Run-and-Roll-Lauf dienen als Anschubfinanzierung, die auf ein halbes Jahr ausgelegt ist. Wenn der Flüchtlingslotse bei seiner Tätigkeit Erfolg hat – und davon sind die Organisatoren überzeugt – wird sich um die Nachfolgefinanzierung gekümmert. Eine weitere Studie von „Plos One“ legt nahe, dass durch die rechtliche Lage höhere Kosten für Beitrags- und Steuerzahler entstehen. Wenn also ein Flüchtling wegen schlechten Zugang zu Ärzten, nicht behandelt wird, dann sind die Kosten die aus seinem weiteren Krankheitsverlauf entstehen mit Sicherheit höher als bei einer frühen Behandlung. Diese liegen heute über dem, was gezahlt werden müsste, wenn alle Personen in Deutschland den gleichen Zugang zu Medizin und Ärzten hätten. Neben der Verbesserung der Lage von Flüchtlingen in Deutschland, sollen demzufolge auch Bürokratie- und gesundheitliche Folgekosten abgebaut oder gar vermieden werden. Durch die Zeit- und Kostenersparnis profitieren nicht zuletzt auch die einheimischen Patienten und das deutsche Gesundheitssystem.

 

Spendenkonto:

Dresden für Alle e.V.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

IBAN: DE87 8505 0300 0221 093 257

BIC: OSDD DE81

Verwendungszweck:

RUN AND ROLL 

pfm

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