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Rumpelfreier Gullydeckel aus Dresden

Rumpelfreier Gullydeckel aus Dresden

Es gibt Lösungen für Probleme, die sind so einfach, dass man erst mal darauf kommen muss. Ein Beispiel ist der Gullydeckel: Warum muss es immer rumpeln, wenn ein Auto darüber fährt? Rollt das Auto über eine Asphaltstraße und dann über die Schachtabdeckung mit Betonkern, wird das Rollgeräusch durch den Wechsel der Werkstoffe unterbrochen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Es rumpelt. Damit es nicht mehr rumpelt, muss der Gullydeckel also einen Asphaltkern erhalten.

Die EHD Eisenhammer Dresden GmbH & Co. KG ist auf die genial einfache Idee gekommen, die Schachtabdeckung mit Asphalt zu füllen und hat die Flüsterabdeckung entwickelt. "Wir haben es uns von zwei unabhängigen Lärmgutachtern bestätigen lassen: Unser Produkt ist vier bis fünf Dezibel leiser als eine herkömmliche Schachtabdeckung", sagt EHD-Geschäftsführerin Silke de Vries.

Besonders krass ist der Unterschied auf Straßen, auf denen für die Fahrbahn lärmgeminderter Asphalt verbaut wurde. Umso lauter rumpelt es dort bei einer herkömmlichen Abdeckung, um so schonender für das Nervenkostüm der Anwohner sind die Klänge mit dem Dresdner Flüstergullydeckel. 2008 habe es im Unternehmen die ersten Ideen gegeben, so de Vries, Produktionsstart für die Abdeckung war 2010. In Freital sind die Flüsterabdeckungen auf der Dresdner Straße eingebaut, in Dresden auf der Nürnberger, Saalhausener und Dobritzer Straße.

"Wir haben Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet. Allmählich hat sich unsere Innovation herumgesprochen", erklärt die Geschäftsführerin. Zumal die EU strenge Lärmschutzrichtlinien erlassen hat, die die Kommunen mehr und mehr vor Probleme stellen. Ganz abgesehen davon, liegt es im Eigeninteresse der Städte und Gemeinden, ihre Wohnqualität zu steigern und im Wettbewerb um Einwohner die Nase vorn zu haben.

Das Dresdner Unternehmen kann auf eine weitere Innovation verweisen, die das Gehör der Anwohner von Straßen schont - den lagegesicherten Schachtdeckel. Bei herkömmlichen Systemen hat der Deckel einige Millimeter Toleranz und wird bei jedem Überrollvorgang um Winzigkeiten verschoben - Metall stößt an Metall, es rumpelt und scheppert. Nicht so bei der Entwicklung der EHD Eisenhammer GmbH & Co. KG, bei der durch ein spezielles Dämpfungssystem der Deckel horizontal und vertikal im Schachtrahmen fixiert wird. "Da liegt er dann fest", so de Vries. Schließlich gibt es noch die Dresdner Abdeckung, die gemeinsam mit der Stadtentwässerung Dresden entwickelt wurde und bei der ein konischer Unterbau ein Absacken der Gullydeckel verhindern soll.

Mit ihren Bemühungen, den Materialeinsatz zu reduzieren, konnte die Firma 2008 den Deutschen Materialeffizienzpreis gewinnen, für zahlreiche Produkte hat sie Gebrauchsmuster angemeldet. 19 Mitarbeiter sind in dem seit 1789 bestehenden Traditionsunternehmen in Dölzschen kurz vor dem Ortseingang von Freital mit der Entwicklung und Produktion von Schachtabdeckungen beschäftigt. Das Unternehmen wirbt mit dem Spruch für sich: "Wir sind auf allen Straßen zu Hause - und jetzt auch leise". "Wer innovativ ist und flexibel auf Kundenwünsche eingeht, wird immer einen Markt finden", ist de Vries überzeugt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.02.2012

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