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Roßthaler Straße: 62 Wohnungen statt Abrissbirne

Roßthaler Straße: 62 Wohnungen statt Abrissbirne

Die Abrissbirne schwebte quasi schon über den drei Gründerzeithäusern auf der Roßthaler Straße. Der Bauausschuss des Stadtrates sollte 2010 den Abriss der Gebäude beschließen.

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Für die sanierten Wohnungen an der Roßthaler Straße gibt es sogar eine Warteliste.

Quelle: Christian Juppe

Grünen-Stadtrat Thomas Löser ging auf die Barrikaden und erwirkte ein dreimonatiges Moratorium. Sein Einsatz hat sich gelohnt: Die Häuser erstrahlen in neuem Glanz und wurden jetzt von den Mietern bezogen.

"Ich habe als 16-Jähriger miterlebt, wie die Häuser entlang der Schäferstraße dem Erdboden gleichgemacht wurden", erklärt Löser sein Engagement für die von der Vernichtung bedrohten Häuser auf der Roßthaler Straße. "So kann man mit historischer Bausubstanz nicht umgehen. Ein Abriss wäre ein großer Verlust für die Stadt gewesen."

Doch wer investiert schon in heruntergekommene Wohngebäude neben einer Eisenbahnstrecke und einer Hauptverkehrsstraße? Frank Bertram hat es getan. Der Geschäftsführer der F & H Bauträger GmbH & Co. KG ist gebürtiger Dresdner und schwärmt für alte Gebäude. "So eine Qualität bekommt man nicht noch einmal." Er habe schon 2010 ein gutes Gefühl gehabt, als er die Häuser kaufte. Auch wenn damals noch nicht feststand, dass in wenigen Metern Entfernung im Kraftwerk Mitte eine Kulturmeile entsteht, der Grünzug Weißeritz nicht viel weiter entfernt wachsen wird.

"Wir haben eine perfekte Anbindung an die Straßenbahn und an die Innenstadt. Die Lage ist wesentlich besser, als sie auf den ersten Blick wirkt." Alle 62 Wohneinheiten sind vergeben, die meisten Mieter haben ihre vier Wände schon bezogen. "Wir haben sogar eine Warteliste, falls es sich jemand anders überlegen sollte", so Bertram. Nur der Gewerbemieter ist dem Unternehmer wieder abgesprungen. In das Ladenlokal zur Schweriner Straße sollte ein Spezialitätenhändler einziehen, doch der habe um Aufhebung seines Mietvertrags gebeten. "Wir finden einen neuen Mieter", ist Bertram überzeugt.

Drei Millionen Euro hat er in die Sanierung investiert. Die Gebäude erhielten u. a. Fahrstühle und einen Vollwärmeschutz. Die Kaltmieten liegen bei sechs bis acht Euro - für Bertram eine normale Größe bei saniertem Wohnraum. In einem der Häuser hat die Outlaw gGmbH, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert, zwei Etagen erhalten. "Wir haben die 15 Zimmer ganz nach den Wünschen des Nutzers ausgebaut", so Bertram.

"Es war ein Risiko, diese Gebäude zu sanieren", sagt Löser. "Wir sind froh, dass der Investor es durchgestanden hat."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.02.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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