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Rosenkrieg vor Gericht: Erste Attacke oder Notwehr?

„Szenen einer Ehe“ Rosenkrieg vor Gericht: Erste Attacke oder Notwehr?

“Das Drama einer Ehe, das ist nicht die ganz große Erschütterung - das sind die vielen kleinen Irritationen, die sich summieren“, sagte einst die norwegische Schauspielerin Liv Ullmann. Bei einigen Paaren wird wohl wirklich im laufe der Zeit Gleichgültigkeit oder sogar Hass.

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Quelle: dpa

Dresden.  “Das Drama einer Ehe, das ist nicht die ganz große Erschütterung - das sind die vielen kleinen Irritationen, die sich summieren“, sagte einst die norwegische Schauspielerin Liv Ullmann. Vielleicht kamen ihr diese Gedanken bei dem Filmdreh zur Ingmar Bergmanns „Szenen einer Ehe“. Bei einigen Paaren wird wohl wirklich im laufe der Zeit Gleichgültigkeit oder sogar Hass. Dann wird nur noch gezankt, gestritten und vielleicht auch einmal zugelangt – und wenn es um schlagende Argumente geht, hat nicht ein Zivil-, sondern ein Strafrichter das „Vergnügen“ im Einzelfall zu entscheiden, wer in dem Rosenkrieg recht hat und wer nicht. Gestern musste sich Pierre W. wegen Körperverletzung vor dem Amtsrichter verantworten. Er soll seine „Noch-Ehefrau“ gewürgt und geschlagen haben. Bei den beiden liegen wohl schon längere Zeit die Nerven blank, man beschimpft und provoziert sich, streitet und behauptet unabhängig von einander, dass der andere geistig nicht auf der Höhe sei – sogar gestern im Gericht. Trotzdem entschloss sich das Paar im Juli vergangenen Jahres mit dem gemeinsamen kleinen Sohn zu einer Reise ins schöne Dresden und orderte ein Zimmer in einem Hotel am Neumarkt. Der Zoff, da waren sich beide einig, begann schon im Auto und weitete sich dann aus. Natürlich, auch da war man sich einig, war immer der andere Schuld. Das war es dann mit der Einigkeit. Zum Grund für die Zänkereien hatte jeder andere Meinungen: angebliche Liebschaften, Eifersucht, Alkoholprobleme, falsche Fragen, falsche Antworten, unberechnbare Wutattacken – wenn man will kann man über vieles streiten. Pierre W. suchte Trost bei zwei, drei Bier.

Am späten Abend eskalierte dann die Situation im Hotelzimmer. Der 46-Jährige, so die Anklage, soll seine Frau in den Schwitzkasten genommen, ihr eine Ohrfeige verpasst und einen Finger verdreht haben. Der Angeklagte begründete die dies mit Notwehr, denn seine Frau habe plötzlich wie eine Furie geschrien und dann versucht, ihn dahin zu treten, wo es am wehsten tut. Als das nicht gelang, habe sie mit harter Hand zugelangt und nicht mehr losgelassen. „Ich hatte Schmerzen und wollte mich befreien.“ Die 42-Jährige sah das anders: „Er hat angefangen und mich in den Schwitzkasten genommen, erst da habe ich ,zugegriffen’. Ich hatte Angst“, begründete sie ihre Aktion. Am Ende kam die Polizei und der Krankenwagen. So ein Aufruhr ist etwas, worüber sich jedes Hotel freut.

Die Aussagen der Zankhähne waren diametral entgegengesetzt.Es konnte nicht geklärt werden, wer von den beiden mit den Handgreiflichkeiten angefangen und wer sich nur gewehrt hatte. Richter Arndt Fiedler sprach den Angeklagten frei, was seine „Noch-Ehefrau“ nicht verstehen konnte. Sie war sichtlich empört. „Ein langer Streit beweist, dass beide Seiten Unrecht haben. Voltaire

Von Monika Löffler

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