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Richtfest am Neumarkt: Weltberühmter Blick nimmt wieder Gestalt an

Richtfest am Neumarkt: Weltberühmter Blick nimmt wieder Gestalt an

Der berühmte Blick vom Kurländer Palais durch die Rampische Straße auf die Kuppel der Frauenkirche ist im Wesentlichen wieder hergestellt. Was der Geschlossenheit lange fehlte, war der Kopfbau, der vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg keinem Geringeren als Zwingerbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann zugeschrieben wurde.

Nun steht der Nachfolger dieses Gebäudes eingerüstet und fast in kompletter Höhe am Platz. Bauherr USD (Unser schönes Dresden) Immobilien GmbH ist bei der Montage des Dachgeschosses angekommen und will am 31. Mai für die barocken Häuser Rampische Straße 31 und 33 Richtfest feiern.

Gemeinsam bilden sie das "Palais am Neumarkt II", denn USD hat auch schon die Hausnummern 25 und 27 (das "Palais am Neumarkt" I) errichtet. Zudem wird das Unternehmen als sein nächstes Neumarktprojekt das Quartier VI hinter dem Gewandhausgrundstück bebauen. Im November soll nun der vor der Zerstörung häufig gemalte und fotografierte Abschluss der Rampischen Straße fertig sein. Das erklärt Projektleiter Sebastian Forkert. "Wir liegen gut im Plan", betont er beim Vorort-Termin. Obwohl es "ein sehr komplizierter Bau" sei. Forkert begründet dies mit der Verschmelzung im Inneren von äußerlich zwei verschiedenen Gebäuden. Sie haben unterschiedliche Deckenhöhen, was sich auch in den oberen, auf zwei Ebenen liegenden Wohnungen widerspiegelt.

Besonders das Mansarddach stelle eine große Herausforderung dar, erläutert Forkert. Auf dem trapezförmigen Grundriss zwischen Rampischer Straße und Salzgasse weist es in sich eine Drehung auf. Die ursprüngliche Planung des Daches, wie sie auf der Visualisierung noch zu sehen ist, hat USD nach denkmalpflegerischen Hinweisen leicht verändert. Zudem verweist Forkert auf die statischen Anforderungen, die zu beachten waren. In den neu gebauten Keller ist ein Stück des historischen Gewölbekellers - rund 35 Quadratmeter - auf dem Originalfundament integriert.

Baufirmen aus der Region

Auch äußerlich sollen die farblich unterschiedlich gestalteten Häuser dem historischen Vorbild gleichen - und hinter der Fassade mit modernem Wärme- und Brandschutz ausgerüstet sein, während das Treppenhaus zumindest in wichtigen Details seinen historischen Charakter wahren wird.

Gebaut werde mit regionalen Firmen, so Forkert. Sie kommen aus Dresden, Freital und dem Erzgebirge. Der Bauträger kann stolz darauf verweisen, dass schon Mitte 2012 alle Nutzflächen verkauft waren. Da hatten die eigentlichen Bauarbeiten gerade erst begonnen. Nach Angaben des Projektleiters gliedern sich die 1000 Quadratmeter Nutzfläche in sieben Eigentumswohnungen (teils eigengenutzt) zwischen drei und fünf Räumen in Größen von 75 Quadratmetern bis 176 Quadratmeter. Anders als früher wird auch das Dachgeschoss für Wohnzwecke genutzt, das zusätzlich zu den fünf Vollgeschossen entsteht. Das Erdgeschoss hält 165 Quadratmeter für gewerbliche Nutzung bereit. Denkbar seien Gastronomie oder Läden. Derzeit liefen Verhandlungen mit einem potenziellen Nutzer.

Denkmalpflege achtet auf Details

Das markante Pöppelmann-Haus mit dem hohen Dach, 1715/16 im so genannten Zwingerstil errichtet, wird noch in diesem Jahr das Stadtbild bereichern. Die gut erhaltene Ruine war im Juni 1956, ausgerechnet zum 750. Dresdner Stadtjubiläum, abgerissen worden. "Die Denkmalpflege schaut auf jedes Detail", sagt Forkert. Fenstergewände aus Sandstein und Fenster sind schon sichtbar. Noch fehlen bildhauerische Elemente. Dem Anspruch des Bauwerks entsprechend seien die Baukosten relativ hoch. Eine Investitionssumme nennt Forkert nicht.

Der wiedererstehende Kopfbau hält auch Geschichten parat, wie sie in Dresden gern erzählt werden. War er doch eigens für Fatima errichtet worden, die türkische Mätresse Augusts des Starken. Sie war sehr jung als Beutegut von Ungarn nach Sachsen gekommen. In der Rampischen Gasse lebte sie jedoch als Maria Aurora Spiegel, Ehefrau von Augusts Kammerdiener Johann Georg Spiegel. Was nichts daran änderte, dass die schöne Dame dem Landesherrn zwei Kinder gebar. Der Dresdner Schriftsteller Ralf Günther hat Fatima gerade ein literarisches Denkmal gesetzt. Ob sie irgendwie auch mit dem neuen Haus weiterlebt, lässt Forkert offen. Kleine Überraschungen seien nicht ausgeschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2013

Genia Bleier

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