Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Regenbogenfamilie mit "Queerkids" - Gerede e.V. in der Dresdner Neustadt bietet Infos

Regenbogenfamilie mit "Queerkids" - Gerede e.V. in der Dresdner Neustadt bietet Infos

"Homosexualität ist eine Krankheit und Schwulsein ist heilbar." Es gibt Menschen, die von solchen Vorurteilen überzeugt sind. Dabei widerlegen zahlreiche Studien diese Stereotypen mit wissenschaftlichen Begründungen.

Voriger Artikel
Verpackungsaktion für den guten Zweck in Dresdner Altmarkt-Galerie gestartet
Nächster Artikel
"Das ist für uns ein Segen" - Dank Spenden können Meißner Eheleute jeden Tag bei ihrer Tochter sein

Mama, Mutti und Kind - und fertig ist die Regenbogenfamilie.

Quelle: Christian Juppe

Dennoch spricht die Gesellschaft immer noch zu wenig über Homosexualität. Wer weiß schon, wie die aktuelle Rechtslage für gleichgeschlechtliche Pärchen aussieht? Und welche Möglichkeiten haben junge Lesben und Schwule überhaupt auf eine gemeinsame Zukunft mit Kindern?

Viktoria, 20, und ihre Freundin Lisa, 23, sind seit zwei Jahren ein Paar. Über Kinder und Heirat haben die beiden Studentinnen schon oft gesprochen.

"Noch lässt das Studium kein Kind zu. Und noch planen wir keines zu bekommen. Aber wenn, dann würde ich es austragen", sagt Viktoria. Die "normale" Option, bei der Männlein und Weiblein verschmelzen, käme bei den beiden nicht in Frage. "Oft heißt es ja, Lesben schlafen nur mit einem Typen, um sein Sperma zu klauen", sagt Viktoria, "aber das trifft fast nie und auch nicht auf uns zu." Wenn sich Viktoria künstlich befruchten ließe, dann solle der Vater auf seine Rechte und Pflichten verzichten. Schließlich soll es das Kind von Lisa und ihr sein. Einer Adoption sind die Zwei auch nicht abgeneigt, allerdings sind sie nicht sicher, ob das für Homo-Paare erlaubt ist.

Auch Felix, 21, und Tom, 24, wollen später gemeinsam Kinder haben und reden darüber genau so viel wie über das Heiraten. Die Frage lautet nur immer: "Wie?" Hinzu kommt, dass Felix und Tom gerne ihre Gene weitergeben würden. Informiert über ihre Möglichkeiten haben sich bisher weder Viktoria und Lisa noch Felix und Tom. Die Wunscherfüllung liege schließlich noch in ferner Zukunft.

"Der Weg für gleichgeschlechtliche Paare ist wohl nahezu unmöglich", gibt Felix zu Bedenken. Ganz Unrecht hat er damit nicht. Tatsächlich sieht die Rechtslage in Deutschland so aus, dass nur eingetragene Lebenspartner das Kind des anderen adoptieren dürfen und durch diese Stiefkindadoption zum Elternteil werden können. Eine herkömmliche Adoption wie bei Hetero-Paaren ist dagegen nicht möglich. Eine weitere Chance ist die Gründung einer "Queerfamily", bei der sich ein schwues und ein lesbisches Paar zusammen tun. Umfragen zufolge wünschen sich heute jede zweite lesbische Frau und jeder dritte schwule Mann in Deutschland ein Kind. In gerade einmal 4000 von 67 000 homosexuellen Lebensgemeinschaften leben 6000 Kinder. Aber wo können sich Viktoria und Lisa, Felix und Tom nun hinwenden, wenn sie Hilfe benötigen? Eine beliebte Anlaufstelle für Lesben, Schwule, Trans- und Bisexuelle ist der Gerede e. V. in der Dresdner Neustadt. Der Verein hat auch ein Angebot für sogenannte "Regenbogenfamilien", in denen Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern leben. Pro Monat melden sich im Durchschnitt zwei bis drei Paare für das Regenbogentreffen.

"Die meisten Anfragen können innerhalb einer Sitzung geklärt werden, aber es gibt auch Beratungen, die mehr Zeit benötigen", sagt Projektleiterin Anke Freitag. Jeden dritten Sonntag im Monat treffen sich die "Queerkids". Dieses Projekt ermöglicht schwulen und lesbischen Eltern mit Kindern den Austausch. Zurzeit umfasse die Gruppe 30 Familien. Ob nun eine Mami oder zwei Papis besser für ein Kind sind, lässt sich nicht feststellen.

"Das wichtigste ist, dass die Kinder glücklich sind", findet Viktoria, die selber sehr glücklich ist mit ihrer Familie.

www.gerede-dresden.de; www.lsvd.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.12.2012

Laura Thiele

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
19.11.2017 - 15:05 Uhr

Einsatz des Innenverteidigers in Dresden noch offen / Italo-Argentinier hat noch viele Freunde in der Elbmetropole

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.