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Rechtsstreit um Abriss des Hotels Am Terrassenufer – Verhandlung für 2014 angesetzt

Rechtsstreit um Abriss des Hotels Am Terrassenufer – Verhandlung für 2014 angesetzt

In dem juristischen Streit um den geplanten Abriss des „Hotel Am Terrassenufer“ kommt Bewegung. Wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts jetzt mitteilte, ist für den 11. Februar 2014 eine mündliche Verhandlung angesetzt.

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Das Dresdner Hotel am Terrassenufer

Quelle: Dominik Brüggemann

In dem Fall klagt die Stadt gegen die Trapp Real Estate GmbH & Co. KG aus Wesel. Das Hotel soll abgerissen werden, allerdings streiten die Parteien über den Vertrag und dessen Gültigkeit.

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Das nach außen hin auffälligste Merkmal seien die farbigen Keramikverkleidungen an den Hauswänden, die zum ersten Mal in Dresden, eventuell sogar in der gesamten DDR, zum Einsatz kamen.

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Die Stadt und der Eigentümer haben sich 1993 per Vertrag verpflichtet, „dass die Landeshauptstadt Dresden ein anderes Grundstück zum Verkehrswert veräußert, wenn gemäß rechtskräftigem Bebauungsplan auf dem Grundstück Terrassenufer 12 keine im Vergleich zur gegenwärtigen Nutzung adäquate Nutzungs- bzw. Bebauungsmöglichkeit festgesetzt wird“, so der zuständige Baubürgermeister Jörn Marx auf Anfrage von DNN-Online. Das Hotel-Hochhaus steht im Blickfeld am Elbufer und soll, wenn man den städtebaulichen Plänen der Stadt folgt, abgerissen werden.

Als Ersatz für das Hotel ist eine kulturelle Einrichtung im Bebauungsplan vorgesehen. Für diesen Zweck käme eine Schule, Forschungseinrichtung, Bibliothek, Museum oder auch ein Theater in Frage.

Inhaber könnten neues Hotel auf Nachbarfläche aufbauen

Das kommt für Max Trapp, Geschäftsführer der Inhaber-Gesellschaft, nicht in Frage, da der Vertrag aus seiner Sicht damals formal nicht korrekt unterzeichnet wurde. Laut der Eigentümerfamilie habe die Stadtverwaltung versäumt, den notariellen Vertrag nachzugenehmigen, da zunächst nur ein vollmachtloser Vertreter der Stadt den Vertrag unterzeichnet habe, so die Familie im Jahr 2011. „Diesen Standpunkt vertreten wir weiterhin“, sagt Max Trapp gegenüber DNN-Online. Weitere Details wolle er aufgrund des laufenden Verfahrens nicht nennen. Nur soviel: „Von dem neu angesetzten Termin wussten wir bislang nichts“, so der Immobilienbesitzer am Dienstag. Die Familie fühlt sich weiterhin im Recht, auch weil Marx den formaljuristischen Mangel in einer Bauausschuss-Sitzung Ende 2011 bereits zugegeben hatte.

Das Angebot der Stadt sieht eine teure Lösung für die Familie Trapp vor: Das benachbarte Grundstück „Terrassenufer 14“, hier stand früher ein nahezu baugleiches Hochhaus, ist ein Teil des Baugebietes. „Als Nutzung ist hier zum Beispiel ein Hotelneubau zulässig. Dieser Standort würde den adäquaten Ersatz des Hotels „Am Terrassenufer“ ermöglichen“, meint Marx und schlägt den Trapps somit vor, ihr Hotel abzureißen, und wenige Meter weiter und niedriger auf eigene Kosten wieder aufzubauen. Die Trapps, die darauf beharren, dass der Vertrag auch vorsehe, dass ihnen kein wirtschaftlicher Schaden entstehen dürfe, wollen, wenn nötig, durch alle rechtlichen Instanzen gehen. Zu dieser Vertragsklausel wollte sich die Stadt auf Nachfrage nicht äußern und verwies ebenfalls auf das laufende Verfahren.

Entstehungsgeschichte des Hotels am Terrassenufer

Das heutige Hotel am Terrassenufer wurde 1963/64 errichtet, der Baubeginn liegt also exakt 50 Jahre zurück. Eröffnet wurde es am 14. Mai 1964 als Hochhaus-Hotel „Dresden-Tourist“. Das Hotel verfügt aktuell nach Betreiber-Angaben über 189 Zimmer sowie 5 Suiten. Architektur- und baugeschichtlich ist das Gebäude gleich in mehrfacher Hinsicht bedeutsam, sagt der Ingenieur und Bauhistoriker Daniel Fischer. Das nach außen hin auffälligste Merkmal seien die farbigen Keramikverkleidungen an den Hauswänden, die zum ersten Mal in Dresden, eventuell sogar in der gesamten DDR, zum Einsatz kamen.

Die farbigen Fliesen wurden bereits im Betonwerk auf die Platten aufgebracht. Auf der Baustelle mussten die Teile nur noch montiert werden. Andere Plattenbauten behielten üblicherweise ihre „Beton-Optik“ bei, wurden verputzt oder mit Kieselsteinchen verziert. Das Hochhaus am Terrassenufer war das zweite der sechs Dresdner „Mittelganghäuser“. In jeder der zwölf Etagen gingen von einem langen Flur rechts und links Ein-Zimmer-Wohnungen ab. Die 216 Wohnungen waren jeweils knapp 30 Quadratmeter groß. Die Architekten Georg Wolf und Günter Szyszka vom VEB Dresden Projekt hatten den Bautyp „MGH 12“ Anfang der 1960er Jahre entwickelt, so Fischer. Das Hochhaus markiert zudem in Dresden den Beginn des Plattenbaus mit fünf Tonnen schweren Bauteilen („5MP-Bauweise“). Auch ein „Innenduschkern“ wurde laut Fischer in dem Haus erstmals eingebaut.

dbr/ttr/DNN

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