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Reaktionen zum Austritt von Maximilian Krah aus der CDU

Lämmel: „Feigheit vor der Abstimmung“ Reaktionen zum Austritt von Maximilian Krah aus der CDU

Vor fünf Jahren war es, als Maximilian Krah dem Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel das Mandat streitig machen wollte. Am Freitag sollte sich das Duell wiederholen. Aber es kommt anders: Krah ist aus der CDU ausgetreten. „Das war eine vorbereitete Aktion“, erklärte Lämmel gegenüber DNN.

Krah ist aus der CDU ausgetreten.

Quelle: dpa

Dresden. Politikstile prallten aufeinander. Der eine Kandidat ein begnadeter Rhetoriker. Der andere stand am Pult und las ab. Schließlich scheiterte der junge Mann mit 105 Stimmen am Amtsinhaber, der auf 126 Stimmen kam. Vor fünf Jahren war es, als Maximilian Krah dem Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel das Mandat streitig machen wollte. Am Freitag sollte sich das Duell wiederholen. Aber es kommt anders: Krah ist aus der CDU ausgetreten.

„Das war eine vorbereitete Aktion“, erklärte Lämmel gegenüber DNN, „letzten Endes ist es Feigheit vor der Abstimmung.“ Krah habe gemerkt, dass die Mehrheit der CDU-Mitglieder nicht auf seiner Seite sei, so der Bundestagsabgeordnete. „Der Austritt ist für ihn die einzige Möglichkeit, ohne eine Abstimmungsniederlage herauszukommen.“ Krah lasse aber alle seine Anhänger sitzen, die ihn unterstützt hätten, so Lämmel.

„Es sollte mehrere Kandidaten für eine Wahl geben“, sagt CDU-Kreisvorsitzender Christian Hartmann, „das wäre ein Angebot an unsere Mitglieder gewesen, sich zu entscheiden.“ Er respektiere die Entscheidung von Krah, seine Ämter niederzulegen und aus der CDU auszutreten. „Die Art und Weise, wie er den Austritt vollzogen hat, halte ich für schlechten Stil“, so der Kreisvorsitzende. Der Kreisvorstand habe sich am Montag um 19 Uhr zu einer Sitzung getroffen. Kurz zuvor sei ein Fax von Krah, bis dahin Mitglied des Kreisvorstandes, eingegangen. „Darin hat er seinen Austritt erklärt.“ Das Schreiben sei deutlich früher auf der Online-Seite einer großen Taqeszeitung veröffentlicht worden. „Das spricht für sich“, findet Hartmann.

Er werde dem Kreisvorstand vorschlagen, keinen neuen Beisitzer für Krah bis zur regulären Neuwahl im nächsten Jahr zu wählen. „Wir sind nach wie vor beschlussfähig.“ Der Ortsverband Zschachwitz, dem Krah vorstand, sei nur kurze Zeit führungslos gewesen. Krahs Stellvertreterin Heike Ahnert, werde den Verband zunächst leiten.

„Wir werden uns künftig wieder stärker um die lokalen Probleme kümmern“, kündigte Ahnert gegenüber DNN an. Sie sei überrascht von dem Austritt gewesen. „Zu diesem Zeitpunkt hätte ich das nicht erwartet.“ Die Art und Weise des Abgangs von Krah halte sie für unredlich. „Das ist eine Frage des Stils und der Integrität. Es ist ein krasser Widerspruch, wenn ich für die CDU in den Bundestag einziehen will und gleichzeitig zum Austritt aus der CDU aufrufe.“

Krah hat laut seinem Internet-Tagebuch die Seite www.cdu-austritt.de mitinitiiert, auf der sich frustrierte CDU-Mitglieder über ihren Parteiaustritt beraten lassen können. Die Seite hat bereits größeres Echo gefunden, laut Hartmann ist aber nicht jeder Eintrag mit der Realität zu vereinbaren. „Da erklärt ein Herr aus Leuben seinen Austritt aus der CDU, der schon vor mehreren Jahren ausgetreten ist. Jetzt wollte er wieder eintreten, hat aber von diesem Schritt Abstand genommen“, so der Kreisvorsitzende.

Krah begründete in seinem Tagebuch seinen Schritt einmal mehr mit der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Die Erkenntnis der letzten Monate ist, dass es tatsächlich keine Chance gibt, den derzeitigen Kurs der CDU zu ändern“, schreibt er und kündigt an: „Mein Austritt ist nicht das Ende der Debatte, es ist der Beginn.“ Gegenüber der rechten „Jungen Freiheit“ erklärte Krah: „Der Auszug aus Ägypten erfolgte zweistufig. Ich bin jetzt in der Wüste angekommen. Alles weitere wird sich zeigen. Zum Eremiten tauge ich nicht...“

Werden sich die Wege von Krah und der AfD kreuzen? Treffen zwischen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry und dem Ex-CDU-Mitglied habe es nicht gegeben, erklärte Thomas Hartung, Sprecher des AfD-Landesverbandes Sachsen. Wenn Krah an die Tür der AfD klopfe, werde man ihn anhören. „Ich schätze seine Intellektualität“, bekannte Hartung, „programmatisch sehe ich wenig Differenzen.“ Ende Januar werde die sächsische AfD ihre Bundestagskandidaten aufstellen. Bis dahin dürfte Krah seine Weichen für die Zukunft längst gestellt haben...

Von Thomas Baumann-Hartwig

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