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Raketenforscher an der TU Dresden kämpft um seinen Job

Streit vor Gericht Raketenforscher an der TU Dresden kämpft um seinen Job

Normalerweise würde Dr. Olaf Przybilski seit vergangenem Montag wie üblich vor seinen Studenten stehen – pünktlich zum Beginn des neuen Sommersemesters. Doch dem Lehrer wurde Ende Februar fristlos gekündigt, völlig zu seinem Unverständnis. „Es traf mich wie einen Schlag. Ich habe nie damit gerechnet“, erklärt Przybilski.

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Ein Raketenforscher an der TU Dresden kämpft um seinen Job

Quelle: dpa

Dresden.  Normalerweise würde Dr. Olaf Przybilski seit vergangenem Montag wie üblich vor seinen Studenten stehen – pünktlich zum Beginn des neuen Sommersemesters. Doch dem Lehrer wurde Ende Februar fristlos gekündigt, völlig zu seinem Unverständnis. „Es traf mich wie einen Schlag. Ich habe nie damit gerechnet“, erklärt Przybilski.

Er unterrichtete seit 1996 am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden. Der Raketenfachmann gab vorwiegend Vorlesungen zu Trägersystemen, Raketentechnik und zur internationalen Raumfahrt. Zudem war er seit 2012 Leiter des Forschungsprojektes „SMART Rockets“, bei dem die TU eine kleine Flüssig-Sauerstoff-Rakete namens „Mira“ entwickelt, die eigentlich im April starten sollte. Doch nun wurde dieses Projekt Przybilski wohl zum Verhängnis.

„Es gab mehrere Ungereimtheiten bezüglich von Smart Rockets. Mir wird vorgeworfen, meine Kompetenzen als Projektleiter überschritten zu haben“, erklärt der Forscher. Bereits gut zwei Wochen vor seiner fristlosen Kündigung setzte ihn sein Vorgesetzter, Professor Martin Tajmar, als Projektleiter von „SMART Rockets“ ab. Als Gründe nannte die TU laut Przybilski unter anderem, dass er ohne Autorisierung mit der Presse über das Projekt sprach, sowie mit unlauteren Mitteln versuchte, Geld für das Projekt aufzutreiben. Das hätte nicht seinem Aufgabenfeld entsprochen. Zwei Wochen später kam die fristlose Kündigung.

Der rausgeschmissene Lehrer klagt nun vor dem Arbeitsgericht gegen den Freistaat Sachsen. Er will so die Kündigung unwirksam machen, um seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen zu können. Doch in der ersten Verhandlung wurde deutlich, dass damit nicht zu rechnen ist. „Wir beschäftigen uns keinesfalls damit. Notfalls planen wir auch mit einer Abfindung“, erklärte Alette Gabriel. Sie ist die Referatsleiterin der Rechtsabteilung des Landesamtes für Steuern und Finanzen und vertritt die Belange der TU Dresden.

Ein großer Dorn im Auge der Universität ist wohl auch die Firma „Sächsische Raketentechnik“, die Przybilski Mitte 2015 gemeinsam mit einem Partner gründete. Die TU moniert unter anderem, Przybilski hätte einen Briefkasten am Gebäude auf der Marschnerstraße angebracht und unrechtmäßig für seine Firma benutzt.

Nach Angaben von Przybilski wird ihm auch vorgeworfen, den Geldgeber des Projektes, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), durch die Arbeit seiner Firma und seine Aussagen gegenüber der Presse verärgert zu haben. „Dafür gibt es aus meiner Sicht bisher keinerlei Anhaltspunkte. Das DLR hat sich weder bei mir gemeldet, noch irgendwie Beschwerde eingereicht“, so der entlassene TU-Lehrer.

 In einem Eilverfahren versuchten Przybilski und sein Anwalt den Richter davon zu überzeugen, die fristlose Kündigung für unwirksam zu erklären. Doch Richter Ullrich Busch sah das anders. „Ich kann zwar Bedenken gegen die Kündigung erkennen, aber keine offensichtlichen. Deshalb wird die Verfügungsklage abgewiesen“, urteilte Richter. Doch Przybilski kämpft weiter. „Ich will auf jeden Fall wieder arbeiten und meinen Namen reinwaschen“, so der Raketenfachmann.

Über die Zulässigkeit der Kündigung wird das Arbeitsgericht in einer Verhandlung am 11. August befinden. Bis dahin kann Przybilski nur abwarten – seine Beschäftigung und den Lehrauftrag ist er nun erstmal los.

Von Sebastian Burkhardt

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