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Radikalkur für Dresdner Centrum-Galerie

Radikalkur für Dresdner Centrum-Galerie

Der Immobilienriese "Corio" will die erst vor drei Jahren eingeweihte Centrum Galerie ab August bis zum Frühjahr 2013 umbauen. 27 Millionen Euro will der Eigentümer in das Einkaufszentrum auf der Prager Straße investieren, wie Geschäftsführer Hubertus Kobe erklärte.

Von Thomas Baumann-Hartwig

In der Summe ist auch der Mietausfall für die für den Umbau erforderlichen freien Verkaufsflächen enthalten.

Oliver Quint, Projektleiter für den Umbau der Centrum-Galerie, brachte das Problem mit wenigen Worten auf den Punkt: "Architektonisch wertvoll, aber für den Einzelhandel nicht geeignet." Kobe formulierte es freundlicher: "Das Gebäude besitzt Potenziale, die wir mit dem Umbau stärken wollen." Die Galerie wird wegen ihres unübersichtlichen, ungemütlichen Gesamteindrucks von den Kunden gemieden, die lieber in der architektonisch schlichten, aber klar strukturierten Altmark-Galerie flanieren.

Die Besucherfrequenz in der Centrum-Galerie beträgt laut Centermanager Jan Harm 25 000 bis 30 000 täglich, angepeilt wird ein Wert von deutlich mehr als 30 000. Das ist wichtig für die Vermietung, die gegenwärtig laut Corio-Manager Johan Bergenthal bei 70 Prozent liegt.

Fast ein Jahr sei der Umbau geplant worden - gemeinsam mit dem Architekten Peter Kulka, der die Centrum-Galerie entworfen hatte. Während sich an der Fassade nichts ändern soll, wird das Innere gründlich umgestaltet. Im Untergeschoss entsteht im hinteren Bereich eine große Verkaufsfläche für einen sogenannten Ankermieter, gleiches ist im Erdgeschoss geplant.

Die Sichtachsen sollen völlig neu gestaltet werden, indem einzelne Rolltreppen und Brücken abgebaut oder umgesetzt werden. Der Gastronomiebereich zieht aus dem Untergeschoss in die erste Etage. Die Pavillons im ersten Obergeschoss werden abgerissen. "Sie sind architektonisch herausragend, aber wir können sie nicht vermieten", so Bergenthal. Es entsteht eine 90 Meter lange und neun Meter hohe Glasfront, hinter die Geschäfte einziehen.

Tote Winkel und Bereiche, in die sich kein Kunde verläuft, soll es nicht mehr geben, erklärte Bergenthal. Auch in der "neuen" Centrum-Galerie werde es einen Lebensmittelmarkt geben. Gewünscht sei ein stärkeres Angebot an Textilien als bisher. Corio lege dabei Wert auf frische und junge Marken. Namen von möglichen Mietern nannte der Manager nicht. "Die Vermarktungsphase hat gerade erst begonnen."

Die Mieter würden die Umbaupläne begrüßen und unterstützen, sagte Kobe. Die Belastungen sollten so weit als möglich in Grenzen gehalten werden. "Die meisten Bereiche, in denen gebaut wird, stehen bereits frei." Teilweise werde nachts gearbeitet. Das Weihnachtsgeschäft werde vom Umbau nicht gestört, versprach Harm.

Quint lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, die alle erforderlichen Genehmigungen schnell und unbürokratisch erteilt hätte. Kobe lobte die Prager Straße: "Das ist die beste Einkaufsstraße in Dresden." Das werde die Centrum-Galerie nutzen. Mit Aufenthaltsqualität, Wohlfühlatmosphäre und Familienfreundlichkeit. Zu der auch eine professionelle Kinderbetreuung zählen wird, wie Quint ankündigte.

"Wir wissen, wie man Kunden zufriedenstellt", erklärte Kobe. Deshalb werde in der Centrum-Galerie nicht nur etwas Farbe aufgefrischt.

- Corio ist ein börsennotiertes holländisches Unternehmen, das sich auf das Management von Einzelhandelsimmobilien spezialisiert hat

- im Portfolio befinden sich 80 Einkaufszentren mit einem Wert von 7,5 Milliarden Euro

- das Unternehmen ist in Holland, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und der Türkei aktiv

- 2010 ist Corio in den deutschen Markt eingetreten und hat sieben Center im Wert von 1,2 Milliarden Euro übernommen, darunter auch die Centrum-Galerie

centrum-galerie

- wurde 2009 am Standort des früheren Centrum-Warenhauses eröffnet, Baukosten: 290 Millionen Euro

- die Verkaufsfläche auf drei Ebenen beträgt 64 500 Quadratmeter

- laut Corio-Angaben besuchen täglich 25 000 bis 30 000 Gäste die Einkaufsmeile, diese Frequenz soll auf einen Wert deutlich über 30 000 gesteigert werden

- der Vermietungsstand liegt gegenwärtig bei 70 Prozent, zahlreiche Geschäfte gaben in den vergangenen Monaten auf, weitere führen im Moment den Räumungsverkauf durch

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.08.2012

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