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Putins Nachtwölfe auf dem Weg nach Dresden: Patriotischer Motorradclub plant Reise auf den Spuren der Sowjetarmee

Putins Nachtwölfe auf dem Weg nach Dresden: Patriotischer Motorradclub plant Reise auf den Spuren der Sowjetarmee

Die Nachtwölfe kommen. Anfang Mai steuert Russlands größter und zugleich umstrittenster Motorradklub, die „Night Wolves“, Dresden an.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Die „Wölfe“ starten am 25. April in Moskau. Ziel ist Berlin. Dort wollen sie am 9. Mai ankommen. Hintergrund der Tour: Die Biker wollen den Weg der Sowjetarmee im Zweiten Weltkrieg bis nach Berlin abfahren und am Ende am Ehrenmal im Treptower Park Kränze und Blumen niederlegen. Sie verstehen dies als Möglichkeit, die Beziehungen zu den Ländern zu verbessern, die sie bei ihrer Tour durchfahren: Polen, Tschechien, die Slowakei, Österreich und Deutschland.

Die Tour organisiert die Russische Motorradfahrer-Föderation. Die Nachtwölfe werben für die zweiwöchige Reise auf ihrer Internetseite. Sie soll von Moskau über Minsk, Brest, Wroclaw, Brno und Bratislawa nach Wien führen. Von dort geht es laut Plan nach München, Prag weiter in Richtung Berlin. Auch Torgau steht im Tourenplan, wo sich sowjetische Truppen und Amerikaner an der Elbe getroffen haben. Auf der Strecke von Prag nach Torgau steuern die Nachtwölfe Dresden an. Ob sie in der Landeshauptstadt stoppen, ließ Anna Komarova, die Sprecherin der Motorradfahrer-Föderation, gestern offen.

Unterdessen löst die Tour schon jetzt Kritik aus. Polnische Motorradfahrer haben sich dagegen ausgesprochen, die russischen Biker mit ihren Landesflaggen an den Maschinen durch Polen fahren zu lassen und organisierten eine Petition mit dem Ziel, den Auftritt der Russen zu verbieten. Die „Wölfe“ reagierten darauf ihrerseits mit Kritik. Sie stellten infrage, dass es sich bei den polnischen Kritikern überhaupt um Motorradfahrer handelt.

Die „Night Wolves“ gibt es seit 1989. Sie haben eigenen Angaben zufolge etwa 5000 Mitglieder. Ihr Chef Alexander Saldostanow ist Arzt und trägt deshalb den Beinamen „Chirurg“. Sein Motorradclub gilt als konservativ und patriotisch. Russlands Präsident Wladimir Putin ist ein Freund der Nachtwölfe. Schon mehrfach hat er sich zusammen mit Saldostanow gezeigt und selbst als Fahrer an Touren der „Wolves“ teilgenommen. Unter anderem auf der Krim. Der Club steht hinter der Moskauer Ukraine-Politik und hat in jüngster Zeit auch die russischen Interessen im Donbas mit seiner Präsenz bekräftigt.

Christoph Springer

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